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Moorschutz aktiv! Von torffreie Blumenerde, Paludikultur und mehr

Moore sind vieles: Einzigartige Lebensräume, Kohlenstoffspeicher und Hochwasserschutz.  Doch Moore sind stark bedrohte Lebensräume. Wir zeigen Ihnen fünf Schritte die (fast) jeder umsetzen kann, um Moore zu schützen. Machen Sie mit!

Auch Sie können im Alltag viel für Moore tun. Damit Sie schnell und einfach wissen wie, haben wir Ihnen diese fünf Schritte zusammengestellt. Besonders wichtig ist uns der erste Punkt, denn fast jeder hat Blumen im Garten oder auf dem Balkon. Tipp zwei und drei kann jeder umsetzen: Vom Studenten, der ein Referat hält oder eine Abschlussarbeit schreibt, Eltern die eine MoorWanderung unternehmen, über Angestellte oder die Geschäftsführung einer Firma, die einen Themenabend mit Filmvorführung organisiert bis zur Großmutter, die von Ihren Erfahrungen mit torffreier Erde berichtet. Tipp vier: Wenn Sie mit einer einmaligen oder wiederkehrenden Geldspende, Moore aktiv wiedervernässen wollen, freuen wir uns. Tipp fünf ist noch sehr neu. Wenige wissen was Paludikultur ist. Aus diesem Grund erklären wir Ihnen dies gerne an dieser Stelle.

5 Schritte, die (fast) jeder tun kann, um Moore zu schützen

Nr. 1: Torffreie Blumenerde kaufen!

Moorschutz aktiv Torffreie Blumenerde kaufenEin wichtiger Punkt wie wirklich Jeder von uns Moore schützen kann, ist durch die Wahl der Blumenerde, welche wir in unseren Blumenkästen, -töpfen und Gärten verwenden. Diese besteht mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit aus Torf. Fast jede Erde im Baumarkt besteht aus Torf, dem Boden der Moore. Blumenerde kann bis zu 99% aus Torf bestehen! In Deutschland wie auch einigen baltischen Ländern werden für unsere Blumenerde wertvolle Ökosysteme industriell zerstört (abgefräst, auch »Frästorf«). Daher nutzen Sie beim nächsten Blumenpflanzen unbedingt »torffreie« Blumenerde. Es gibt bereits viele gute Alternativen. Diese bestehen bspw. aus Grünschnittkompost, Kokosfaser, Holzfasern oder Rindenmulch. Torffrei gärtnern bedeutet:

  • Kaufen Sie »torffreie« Blumenerde. »torfreduziert« oder »torfarm« kann immer noch jede Menge Torf enthalten. Den Anteil von Torf finden Sie in der Zusammensatzung der Blumenerde. 
  • Achtung: Auch sogenannte Bio-Erde kann Torf enthalten.
  • Das RAL-Gütesiegel auf torffreien Erden garantiert ein ökologisch gutes Produkt.
  • Einige Baumärkte bieten auch Blumenerde ohne Torf an. Fragen Sie danach!
  • Bioläden wie zum Beispiel Alnatura verkaufen torffreie Erde.
  • Auch einige Unternehmen der Abfallwirtschaft wie bspw. die AWM in München verkaufen Kompost.
  • Wenn Sie einen Garten haben: Legen Sie einen Komposthaufen an.
  • Auch der Kulturgartenbau kann auf Blumenerde aus Torf verzichten. Das zeigt zum Beispiel die Staudengärtnerei Spatz!

Nr. 2: Wissen zum Moorschutz verbreiten

Tipp 2: Moorschutz aktiv Wissentransfer zum Thema Moor, Hände von Menschen im Kreis Moore galten lange Zeit als schaurige und vor allem gefährliche Orte. So beschreibt Annette von Droste-Hülshoff in ihrem Gedicht »Der Knabe im Moor« mit den Zeilen »Oh schaurig ist‘s übers Moor zu gehen, wenn es wimmelt vom Heiderauch. Sich wie Phantome die Dünste drehen und die Ranke häkelt am Strauche.« Durch wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte unter anderem von Prof. Joosten (Universität Greifswald) und Prof. Pfadenhauer in Südbayern, wissen wir um die Bedeutung der Moore für Wasser- und Kohlenstoffkreislauf. Das Wissen zu Mooren weiterzugeben ist daher wichtig: Damit auch viele weitere Menschen erkennen, dass Moore Klimaschützer sind und ein wichtiger Lebensraum. Dies können Sie in Gesprächen oder durch eine gemeinsame Moorwanderung erreichen. Auch der Film »Magie der Moore« bietet sich als spannendes Medium an. Als Lehrer können Sie das Wissen in Ihren Lehrplan einfließen lassen. Als Geschäftsführer eines Unternehmens können Sie zum Beispiel als Betriebsausflug eine geführte Moorwanderung unternehmen. Das tolle ist: Moore gibt es (fast) in ganz Deutschland.

Nr. 3: Eine Moorwanderung machen

Mooschutz aktiv: Eine Moorwanderung oder -exkursion machen, Moorsteg ins Moor bei DämmerungEine Moorwanderung ist eine spannende Sache, um Moore vor Ort zu erleben. Es gibt viele Gemeinden die Moore renaturiert haben und einen Erlebnis-Pfad eingerichtet haben. Eine geführte Moorwanderung kann Ihnen noch weitere Einblicke in die magische Welt der Moore bieten. So erfahren Sie welche Tiere und Pflanzen in dem besuchten Moor leben. Jedes Moor ist einzigartig und hat seine eigenen Eigenheiten und Geschichten. Vielleicht wurde hier einstmals Torf zu Heizzwecken abgebaut? Eventuell gab es eine Torfbahn? Oder es wurde sogar eine Moorleiche gefunden? Oft gibt es viele Geschichten zu erzählen…

Nr. 4: Wiedervernässung fördern mit der Moorpatenschaft

Moorschutz aktiv Moorpatenschaft Moore schuetzen Spenden, Sonnentau in Nahaufnahme in Grün und Rot mit Tentakeln Moore sind in Deutschland stark gefährdet. Die Flächen wurden für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Ausbau der Infrastruktur und Heizzwecke trockengelegt. Dafür wurden die Moore mit Gräben versehen. Auch nach der Nutzungsaufgabe in vielen Hochmooren, bleiben die Gräben bestehen und entwässern die Moore Deutschlands. Durch den Klimawandel wird dieser »Teufelskreis« aus Austrocknung noch verstärkt. Nur intakte, nasse Moore tragen zum Klimaschutz bei. Aus diesem Grund renaturiert die Greensurance Stiftung Moore vor Ort. Diese Arbeit können Sie mit Ihrer Spende als MoorPatin und MoorPate unterstützen. Helfen Sie uns die Moore in Deutschland zu retten!

Nr. 5: Paludikultur fördern und nutzen  

Moorschutz aktiv Paludikultur nachhaltige nutzung bewirtschaftung von mooren.jpg 400x400Dieser Punkt wird nicht Jedem möglich sein, aber dennoch ist es interessant zu wissen. Es gibt eine nachhaltige Bewirtschaftung von Mooren. Sie heißt Paludikultur ( von lat. palus »Sumpf, Morast«) und wurde an der Universität Greifswald mit dem Ziel entwickelt, Schutz und Nutzung von Mooren in Einklang zu bringen. Zu den nicht nachhaltigen Nutzungen von Mooren gehören dagegen die Nutzung zu Heizzwecken, als Kultursubstrat sowie für die intensive Land- und Forstwirtschaft. Diese Nutzungsformen zerstören ein Ökosystem, das pro Jahr nur um einen Millimeter wächst! Die Paludikultur zerstört die Moore nicht, sondern baut in Mooren dort natürlich vorkommende Pflanzen wie Schwarz-Erle, Rohrkolben, Schilf und Torfmoose an. Auch können Wasserbüffel als »Landschaftspfleger« eingesetzt werden. Die Flächen mit Paludikultur sind wirtschaftlich nutzbar und dienen zeitgleich als Ersatzhabitate, Pufferzonen oder Trittsteine. Gewonnen Materialien können zum Beispiel als Brennstoff, in Biogasanlagen, als Bau- und Dämmstoff, als Futter oder Medizin verwendet werden. Fördern Sie zum Beispiel die Forschung in diesem Bereich. Die Wissenschaft steht hier noch erst am Anfang.

Sie möchten Moorpatin/e werden? Damit können Sie schnell und einfach für den Moorschutz spenden. Die Spende ist steuerlich absetzbar. Oder Sie möchten noch mehr über Moore wissen. Die wichtigsten Begriffe finden Sie hier. Oder haben wir Ihr Interesse an einer Moorführung geweckt? Dann schauen Sie hier vorbei.

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