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Wie schützen Moore das Klima?

Die wichtigsten Daten, Zahlen und Fakten:
•    Moore sind die effektivste und nach dem Ozean die wichtigste Langzeit-Kohlenstoffsenke
•    Auf 3 % der Landfläche speichern Moore 550 Gigatonnen Kohlenstoff
•    Das entspricht dem Doppelten der Menge an Kohlenstoff, die in allen Wäldern der Erde gespeichert ist
•    Werden Moore trockengelegt, emittieren sie CO2
•    Degradierte Moore: 16% weltweit, 52% in Europa und  99% in  Deutschland
•    Weltweit entstehen durch dränierte Moore jährlich 3 Gigatonnen CO2
•    4,9% der deutschen Treibhausgas-Emissionen  werden durch trockene Moore verursacht
•    Durch Moorschutz und Renaturierung von entwässerten Mooren kann daher aktiv Klima- und Umweltschutz gefördert werden

Rolle der Moore für das Klima

Moore spielen eine entscheidende Rolle für den globalen Kohlenstoffkreislauf und damit für das Klima der Erde. Nach dem Ozean sind Moore die wichtigste Langzeitkohlenstoff-Senke. Zwar nehmen Moore nur 3 % der Landfläche ein, darin sind jedoch 550 Gigatonnen Kohlenstoff gespeichert. Diese Menge entspricht dem gesamten in Biomasse gebundenen Kohlenstoff bzw. 75 % des atmosphärischen  Kohlenstoffes. Verbindet sich Kohlenstoff mit Sauerstoff entsteht daraus das klimaschädliche Treibhausgas CO2. Wird der im Moor gebundene Kohlenstoff frei, entsteht die 3,67 fache Menge an CO2. Daher tun Moore uns einen sehr großen Gefallen, wenn sie den Kohlenstoff auch weiterhin binden. 

Zerstörung der Moore

In der Vergangenheit wurden viele Moore dräniert (d.h. trockengelegt), um das Land nutzbar zu machen. Dazu wurden Gräben durch die Moore gezogen. Heutzutage befinden sich 16 %  (65 Mio. ha) der Moorflächen weltweit in einem schlechten Zustand. In Europa wurden sogar 52 % der Flächen und in Deutschland sogar 99% der Moore entwässert.
Für die Trockenlegung der Moore sind vor allem die Landwirtschaft (50%), die Forstwirtschaft (30%) und die Torfentnahme (10%) verantwortlich, aber auch die Urbanisierung . Die Nutzung von Torf schließt Heiz-, Wellness- und Gartenbauzwecke mit ein. In Malaysia werden nicht nur Urwälder gerodet, sondern auch tropische Moore trocken gelegt, um auf den Flächen Palmöl für Biokraftstoffe, Nahrungsmittel und Kosmetika zu gewinnen. In Schweden wurden viele Moore durch die Forstwirtschaft zerstört. Und in Deutschland wurden Moore für Acker- und Bauland dräniert.

Folgen der Moorzerstörung

Das Wasser spielt für die Moore die zentrale Rolle. Ohne das Wasser ändern sich die Umweltbedingungen in den Mooren rapide. Die moortypischen Pflanzen verschwinden und die Moore erbringen ihre Ökosystemdienstleistungen nicht mehr (wie Hochwasserschutz, Reinigung von Wasser etc.).
Klimatisch gesehen hat die Trockenlegung von Mooren eine negative Klimawirkung. Ohne den hohen Wasserstand kommt es zur schnellen Zersetzung des organischen Materials (des Torfs). Dies ist gravierend, wenn man bedenkt, dass Moore nur 1 Millimeter pro Jahr wachsen und Jahrhunderte bis Jahrtausende benötigt haben, um die Torfmächtigkeit zu erlangen. Der im Moor enthaltene Kohlenstoff gelangt durch die Zersetzung in die Atmosphäre. Wie bereits oben beschrieben, entstehen pro Kilogramm Kohlenstoff ca. 3,67 Kilogramm CO2.
Trocken gelegte Moore nehmen weltweit 0,5 % der Landfläche ein. Durch dränierte Moore entstehen jährlich 3 Gt CO2. Indonesien, Russland, China, USA, Finnland, Malaysia, die Mongolei und Weißrussland sind in absteigender Reihenfolge die Länder mit den höchsten moorbedingten Emissionen. An neunter Stelle folgt bereits Deutschland, obwohl das Land von der Moorfläche erst an 19ter Stelle steht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass 99% der Moore beeinträchtigt sind. Anteilig sind Moore in Deutschland für 4,9- 5,1 % der nationalen THG-Bilanz verantwortlich.

Speicherung des Kohlenstoffs in Mooren

In unserer Umwelt ist der normale Ablauf wie folgt: Die Pflanzen nehmen aus der Luft CO2 auf. Zusammen mit Wasser bilden sie daraus mittels Photosynthese organisches Material, das die Pflanzen für den Aufbau von Blättern, Früchten und Samen verwenden. Dort bleibt der Kohlenstoff gebunden, bis die Pflanze abstirbt und verrottet. Dann wird der gebundene Kohlenstoff wieder frei und gelangt als CO2 erneut in die Atmosphäre.
Im Moor jedoch zersetzt sich die abgestorbene Moorvegetation aufgrund des hohen Wasserstands und dem daraus folgenden Mangel an Sauerstoff nur sehr langsam. Das organische Material sammelt sich als Torf an. Darin bleibt der Kohlenstoff langfristig gebunden. Ein intaktes Moor wächst ca. 0,5 - 1 Millimeter pro Jahr. Das bedeutet, ein Moor wächst in 100 Jahren nur um 10 Zentimeter! In Hochmooren sind vor allem Torfmoose (lat. Sphagnum) für die Speicherung des Kohlenstoffs verantwortlich (siehe Titelbild).

Moorschutz und Renaturierung

Durch eine Renaturierung, bei der das Moor wieder vernässt wird, können die CO2-Emissionen gestoppt werden. Dazu werden die Gräben meist wieder verschlossen und das Wasser angestaut. Auch der Erhalt von intakten Mooren trägt zum Klimaschutz bei. 80 % der Moore weltweit sind noch intakt. Diese Moore nehmen aktiv Kohlenstoff auf und speichern diese. Diese Senkenfunktion muss geschützt werden, um das Klima der Erde zu stabilisieren. Pro Hektar und Jahr können durch eine Renaturierung 15-30 Tonnen CO2 - Emissionen eingespart .