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Schlagwort: Green Insurance

Greensurance Nachhaltigkeitsschulung der Waldenburger Versicherung

Nachhaltigkeitsschulung der Waldenburger Versicherung

Zwei Tage, drei Themenblöcke, eine zentrale Frage: Wie geht die Versicherungsbranche verantwortungsvoll mit dem Klimawandel um? Am 22. und 23. Juli 2026 durften wir dazu wieder die gesamte Belegschaft der Waldenburger Versicherung schulen – von den naturwissenschaftlichen Grundlagen über die Regulatorik der EmpCo bis zur Frage, wie sich Nachhaltigkeit im Kompositgeschäft künftig belastbar nachweisen lässt.

Themenblock 1: Umwelt- und Klimaveränderungen: Ursachen, Ereignisse, Folgen

Bewusst haben wir die Schulung mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen begonnen, bevor es an Regulatorik und Labels ging. Denn bevor man über Siegel, Kriterien und Nachweispflichten spricht, muss der Ernst der Lage klar sein: Der Klimawandel ist kein Zukunftsthema mehr, sondern findet bereits jetzt statt – wir stecken mittendrin!

Ein zentraler Treiber dahinter sind die Weltmeere: Sie fungieren als riesiger Wärmespeicher und haben über 90 % der zusätzlichen Wärme, die der Treibhauseffekt seit Beginn der Industrialisierung erzeugt, aufgenommen. Das erklärt, warum sich die Erderwärmung an Land bislang in Grenzen hält – der Preis dafür sind aber steigende Wassertemperaturen, Versauerung und ein steigender Meeresspiegel. Seit 2023 liegt die globale Meeresoberflächentemperatur außerhalb des historischen Bandes, tagesaktuell nachvollziehbar beim Climate Reanalyzer der University of Maine – ein Hinweis darauf, dass hier möglicherweise bereits ein Kipppunkt überschritten wurde.

Auf diesen erhöhten Sockel setzt ein natürlicher Zyklus auf: El Niño. Seit Juni 2026 gilt eine offizielle NOAA-Advisory, mit über 95 % Wahrscheinlichkeit hält das Ereignis bis in den Winter 2026/27 an. Die Folgen sind globale Dürre in Südostasien, Australien und dem südlichen Afrika, Überschwemmungen in Südamerika, Korallenbleiche, einbrechende Fischbestände.

Quellen:

Themenblock 2: EmpCo-Richtlinie und Greenhushing

Nachdem der erste Themenblock den Ernst der Lage verdeutlicht hat, ging es im zweiten Teil um die Frage, wie die Versicherungsbranche mit diesem Handlungsdruck rechtssicher umgehen kann – denn Nachhaltigkeit zu betreiben ist das eine, glaubwürdig und regelkonform darüber zu kommunizieren das andere. Dafür setzt die EmpCo-Richtlinie nämlich künftig neue Standards.

Die EmpCo-Richtlinie (EU 2024/825 – Directive on empowering consumers for the green transition) wurde bereits am 28. Februar 2024 verabschiedet und ist Teil des europäischen Green Deals. Sie ergänzt das bestehende Lauterkeitsrecht (in Deutschland über die 3. UWG-Novelle umgesetzt) um konkrete Verbote gegen Greenwashing und Social Washing. Wichtig dabei: Die Richtlinie gilt für alle Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen in der EU vermarkten – unabhängig von Branche, Größe oder Herkunftsland. Ab dem 27. September 2026 sind die neuen Vorschriften anzuwenden. Bei Verstößen drohen neben Abmahnungen und Unterlassungsansprüchen Sanktionen von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.

Im Kern verbietet sie unbelegte, pauschale Umweltaussagen wie „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“: Eine Aussage ist nur zulässig, wenn sie sich auf einen konkreten, nachprüfbaren Nutzen zurückführen lässt. Zusätzlich stellt die EmpCo eigene, strengere Anforderungen an Nachhaltigkeitssiegel: Sie dürfen künftig nur noch verwendet werden, wenn dahinter eine unabhängige Drittprüfung, öffentlich einsehbare Kriterien und ein echtes Sanktions- und Zertifizierungssystem stehen. Bei Verstößen drohen Sanktionen von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.

Die Folge dieser wachsenden Regulierungsdichte (EmpCo, UWG-Novelle, CSRD, EU-Taxonomie) ist ein Phänomen, das wir für mindestens so problematisch halten wie Greenwashing: Greenhushing. Dabei verschweigen oder verwässern Unternehmen bewusst ihre tatsächlichen Nachhaltigkeitsleistungen, statt – wie beim Greenwashing – mit unbelegten Aussagen zu werben. Der Grund ist meist schlicht Unsicherheit darüber, was rechtlich noch „sicher“ kommuniziert werden darf. Verstärkt wird dieser Effekt überall dort, wo anerkannte Zertifizierungssysteme fehlen: Ohne Siegel bleiben Unternehmen nur ihre unternehmensinternen Nachweise, und das Abmahnrisiko steigt spürbar. Und für Komposit-Versicherungsprodukte fehlt ein solches Siegel bislang vollständig – mit entsprechend hoher Gefahr für einen Nachhaltigkeits-Backlash in der Versicherungsbranche.

Themenblock 3: Projekt ASSESI

Im dritten und letzten Themenblock ging es um unsere eigene Antwort auf diese Lücke: das ASSESI-Projekt der Greensurance Stiftung, aufgeteilt in drei eng verzahnte Bausteine:

ASSESI-Label: Das Kernstück, für das wir auch die DBU-Förderung erhalten haben, ist die Entwicklung eines EmpCo-konformen Nachhaltigkeits-Produktsiegels für die drei klassischen Retail-Sparten Privathaftpflicht, Wohngebäude und Hausrat. Dabei orientieren wir uns an DIN EN ISO 14024 (Umweltkennzeichen Typ I), erarbeiten jedoch Kriterien über alle ESG-Dimensionen hinweg. Nach außen wird das ASSESI-Label ein einheitliches Siegel ohne sichtbare Niveaustufen sein, dahinter steckt jedoch ein ausgeklügeltes Bewertungssystem: Für alle drei Sparten gelten zunächst übergeordnete K.-o.-Kriterien (etwa zu Vertrieb & Kommunikation), die zwingend erfüllt sein müssen. Darüber hinaus erhält jede Sparte einen eigenen Kriterienkatalog mit einer umfassenden Sammlung nachhaltiger Leistungsbausteine, die je nach Wirkung unterschiedlich gewichtet sind und entsprechend unterschiedlich viele Punkte einbringen. Mit dem ASSESI-Label ausgezeichnet wird ein Produkt dann, wenn es sowohl die übergeordneten K.-o.-Kriterien erfüllt als auch in Summe eine festgelegte Mindestpunktzahl aus dem sparten-spezifischen Kriterienkatalog erreicht. Wer die Mindestpunktzahl deutlich übertrifft, wird dabei zusätzlich belohnt: Statt der regulären Rezertifizierung nach einem Jahr verlängert sich der Zertifizierungszyklus dann auf zwei oder sogar drei Jahre.

Die Kriterien durchlaufen dabei einen mehrstufigen Entwicklungsprozess: interne Abstimmung, KPI-Workshops mit Versicherungsunternehmen, Einbindung des diversen Projektbeirats, eine vorläufige Entscheidung und schließlich eine öffentliche Konsultation – flankiert von laufender Recherche, Analysen und Expert:inneninterviews durch das ASSESI-Projektteam.

ASSESI-Association: Da Lizenzgebühren für das Siegel allein nicht ausreichen werden, um das Label langfristig weiterzuentwickeln und zu pflegen, bauen wir parallel ein europäisches Verbundnetzwerk auf – die Association of European Sustainable Insurers. ASSESI ist jedoch bewusst kein klassischer Verein: ASSESI-Supporter können Versicherer, Makler oder auch Institutionen sein, ausdrücklich auch solche, die (noch) kein Produkt nach dem ASSESI-Label zertifizieren lassen. Statt Mitgliedsbeiträgen gibt es jährliche, nach Bruttobeiträgen gestaffelte Unterstützungsbeiträge. Im Gegenzug profitieren Supporter von gemeinsamer Interessenvertretung gegenüber Regulierung und Politik, exklusiven Events und Webinaren, Wissens- und Ressourcentransfer sowie einem europäischen Netzwerk aus Versicherern.

DIN-Arbeitskreis: Parallel wird von Marcus Reichenberg auch ein DIN-Arbeitskreis für nachhaltige Kompositversicherungsprodukte geleitet. Dort entsteht eine Technische Spezifikation zur ISO 32211 – ein prinzipienorientierter statt regelbasierter Standard. Der Unterschied lässt sich am besten an einem Beispiel zeigen: Ein Prinzip formuliert allgemein, was ein nachhaltiges Kompositprodukt leisten soll – etwa das Prinzip der Lenkungswirkung, also dass ein Produkt Verbraucher:innen aktiv zu nachhaltigerem Verhalten bewegt. Ein regelbasierter Standard wie das ASSESI-Label übersetzt dieses Prinzip dann in ein konkretes, prüfbares Kriterium: Für die Lenkungswirkung könnte das etwa der KPI sein, dass die Schadenanzeige einen Nachhaltigkeitshinweis enthalten muss, der Verbraucher:innen dazu anregt, die nachhaltigen Leistungen des Produkts in Anspruch zu nehmen. Die ISO-TS orientiert sich dabei an der Generationengerechtigkeit nach Brundtland. Als Grundlage für ein Verbrauchersiegel eignet sich eine ISO-TS allerdings nicht: Die zugrundeliegenden Kriterien müssten dafür öffentlich zugänglich sein – DIN-Dokumente sind aber in der Regel nur kostenpflichtig einsehbar. Hinzu kommt, dass sich Prinzipien allein nur schwer auditieren lassen, da ein Audit konkrete, regelbasierte KPIs braucht. Die DIN-TS dient deshalb als fachliche Grundlage, auf der weitere, regelbasierte Standards für ein Verbrauchersiegel – wie eben das ASSESI-Label – entwickelt werden können.

Unser Fazit

Mit kaum einem anderen Unternehmen verbindet uns eine so besondere gemeinsame Geschichte wie mit der Waldenburger Versicherung – umso mehr freut es uns, dass wir wieder eine Nachhaltigkeitsschulung geben durften.

Inhaltlich konnten wir den Bogen über drei Themenblöcke spannen: Die physikalische Realität des Klimawandels zeigt, dass Handeln keine Frage der Zukunft mehr ist. Gleichzeitig sorgt die EmpCo-Richtlinie mit ihren strengen Anforderungen an Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegel dafür, dass genau in diesem entscheidenden Moment die Kommunikation über echte Nachhaltigkeitsleistungen zu verstummen droht.

Unser Appell: Mut zur Nachhaltigkeit statt Greenhushing! Denn Schweigen ist keine Lösung: Wenn ausgerechnet die Unternehmen verstummen, die tatsächlich etwas zu zeigen haben, verliert der Markt seine Orientierung – und mit ihr das Vertrauen, das Nachhaltigkeitskommunikation eigentlich stärken soll. Wir lesen die EmpCo deshalb bewusst nicht als Bremse, sondern als Einladung: Wer sein Engagement mit belastbaren Nachweisen unterlegt, kann sich damit gerade jetzt glaubwürdig von Anbietern abheben, die es mit der Nachhaltigkeit weniger ernst meinen. Mit dem ASSESI-Label, der Association und dem DIN-Arbeitskreis arbeiten wir genau an dieser Grundlage.

Vielen Dank an die Waldenburger Versicherung für das entgegengebrachte Vertrauen und den spannenden Austausch – gerne wieder!

Machen Sie mit bei ASSESI! Ob als Supporter der Association, als Pilotversicherer für das ASSESI-Label oder als Mitgestalter:in der Kriterien in unseren KPI-Workshops – wer Interesse hat, sich einzubringen, meldet sich gerne unter: rzepecki@assesi.eu

 

 

ASSESI auf der Sustainable Insurance Convention 2026 in Leipzig

Auch in diesem Jahr waren wir wieder bei der Sustainable Insurance Convention in Leipzig – und wie immer restlos begeistert von der familiären, lockeren und mutmachenden Atmosphäre, die diese Veranstaltung so besonders macht. 

Eine ganz besondere Freude war in diesem Jahr, dass die SIC ihr fünfjähriges Jubiläum feierte und wir mitfeiern durften. Es ist wirklich großartig, dass es die SIC gibt – und dass sich die Versicherungsbranche seither einmal im Jahr explizit zwei Tage lang ganz dem Thema Nachhaltigkeit widmet. 

Die Sustainable Insurance Convention (SIC) hat sich in den vergangenen Jahren als zentrale Plattform für nachhaltige Entwicklungen in der Versicherungswirtschaft etabliert. Auch die diesjährige Ausgabe der Fachkonferenz am 9. und 10. Juni 2026 machte deutlich: Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenthema mehr, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Zukunft der Branche. 

Die Auswirkungen des Klimawandels, globale Krisen sowie tiefgreifende gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformationsprozesse stellen Versicherungsunternehmen zunehmend vor neue Herausforderungen. Steigende Schadensaufkommen, veränderte Risikoprofile und wachsende regulatorische Anforderungen zeigen, dass Nachhaltigkeit weit über den Klimaschutz hinausgeht und zunehmend alle Bereiche des Versicherungsgeschäfts betrifft. 

Unter dem Leitgedanken „Risiko, Impact und Chance“ brachte die SIC 2026 erneut Entscheider:innen, Fachleute und Innovatoren aus der gesamten Versicherungswirtschaft zusammen – von Vertrieb und Kommunikation über Produktentwicklung bis hin zur Kapitalanlage.  

Wir nutzten die Veranstaltung, um auf den aktuellen Entwicklungsstand zu ASSESI bzw. dem ASSESI-Label, den ersten Nachhaltigkeitsstandard für Komposit-Versicherungen, einem breiten Fachpublikum vorzustellen. Daneben haben wir die Gelegenheit genutzt, altbekannte Gesichter wiederzutreffen, uns endlich wieder persönlich statt nur virtuell auszutauschen und mit großer Begeisterung den Vorträgen anderer Referent:innen zu lauschen. 

Mut zur Nachhaltigkeit: ASSESI statt Greenhushing 

Im Rahmen unseres Vortrags „Mut zur Nachhaltigkeit: ASSESI statt Greenhushing“ stellte ASSESI-Projektleiterin Isabell Rzepecki vor, wie Versicherungsunternehmen zukünftig ihre Nachhaltigkeitsleistungen transparent, glaubwürdig und rechtssicher kommunizieren können. 

Im Mittelpunkt stand das derzeit in Entwicklung befindliche ASSESI-Label. Es soll Versicherern künftig dabei helfen, echte Nachhaltigkeitsleistungen sichtbar zu machen und rechtssicher zu belegen. Damit bietet ASSESI eine wichtige Orientierung in einem Umfeld, in dem viele Unternehmen zunehmend zurückhaltend kommunizieren. Dieses sogenannte Greenhushing – das bewusste Verschweigen nachhaltiger Eigenschaften aus Sorge vor Greenwashing-Vorwürfen – gewinnt insbesondere vor dem Hintergrund der bevorstehenden Umsetzung der EmpCo-Richtlinie in deutsches Recht weiter an Bedeutung. 

Wir haben uns sehr über die große Resonanz auf unseren Vortrag gefreut – der Raum war gut gefüllt, und im Anschluss gab es zahlreiche Gespräche mit Branchenexpert:innen, Entscheidungsträger:innen und Nachhaltigkeitspionieren. Das Feedback war durchweg positiv, gleichzeitig spürten wir auch echten Respekt vor der Größe der Aufgabe, die wir uns mit dem ASSESI-Label vorgenommen haben. Beides zeigt uns: Es gibt ein großes Interesse an praktikablen Lösungen für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation – und ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass ein solcher Standard sorgfältig und verantwortungsvoll entwickelt werden muss. 

ASSESI auf den wichtigsten Branchenveranstaltungen vertreten 

Mit der Sustainable Insurance Convention 2026 war ASSESI beziehungsweise das ASSESI-Label innerhalb der vergangenen zwölf Monate auf allen drei bedeutenden Leitveranstaltungen der Versicherungsbranche präsent: 

  • DKM – die Leitmesse der Finanz- und Versicherungswirtschaft
  • InsureNXT – die führende Plattform für Digitalisierung und Innovation in der Versicherungsbranche 
  • Sustainable Insurance Convention (SIC) – die zentrale Fachveranstaltung für Nachhaltigkeit im Versicherungswesen 

Die kontinuierliche Präsenz auf diesen Veranstaltungen unterstreicht die wachsende Relevanz des ASSESI-Labels als zukünftigen Standard für nachhaltige Versicherungsprodukte und eine transparente Nachhaltigkeitsbewertung. 

Netzwerken, Austausch und neue Impulse 

Neben den Fachvorträgen bot die SIC 2026 zahlreiche Gelegenheiten für persönlichen Austausch und interaktive Diskussionen. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, wie wichtig der Dialog zwischen Versicherungsunternehmen, Wissenschaft, Verbänden und Nachhaltigkeitsexpert:innen für die Weiterentwicklung der Branche ist. 

Besonders intensiv diskutiert wurden folgende Themen: 

  • Transparenz und Glaubwürdigkeit in der Nachhaltigkeitsberichterstattung 
  • Innovative Versicherungsprodukte mit ökologischem und sozialem Mehrwert 
  • Regulatorische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Branche 

Die vielen Gespräche und neuen Kontakte lieferten wertvolle Impulse für zukünftige Kooperationen. 

Ausblick: Nachhaltigkeit braucht Transparenz, Standards und Zusammenarbeit 

Die SIC 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Versicherungswirtschaft den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit aktiv gestaltet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass dieser Weg Mut, Verbindlichkeit und gemeinsame Lösungen erfordert. 

Mit dem ASSESI-Label entwickelt die Greensurance Stiftung einen Standard, der Versicherungsunternehmen dabei unterstützen soll, Nachhaltigkeit nachvollziehbar zu bewerten und glaubwürdig zu kommunizieren. Veranstaltungen wie die Sustainable Insurance Convention leisten dabei einen wichtigen Beitrag, indem sie Wissen bündeln, Akteure vernetzen und den fachlichen Austausch fördern. 

Wir bedanken uns für die zahlreichen inspirierenden Gespräche und freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Partnern die Zukunft nachhaltiger Versicherungen weiter voranzutreiben. 

#SIC2026 #ASSESI #NachhaltigeVersicherungen #GreensuranceStiftung #SustainableFinance #SustainableInsurance #Nachhaltigkeitskommunikation 

Nachhaltigkeit messbar machen: Das ASSESI-Projekt beim VfU Forum Insurance vorgestellt

Im Rahmen des VfU Forum Insurance wurde ein zentrales Zukunftsthema der Versicherungsbranche aufgegriffen: die Frage, wie Nachhaltigkeit in Versicherungsprodukten messbar, vergleichbar und für Kund:innen transparent gemacht werden kann. Im Mittelpunkt stand dabei das ASSESI-Projekt, welches im Rahmen der Veranstaltung von der Projektleitung Isabell Rzepecki stellvertretend vorgestellt wurde.

Nachhaltigkeitslabel: Lücke in der Versicherungsbranche

Verbraucher:innen sind es längst gewohnt, sich an Nachhaltigkeitslabeln zu orientieren. Bekannte Siegel wie der Blauer Engel oder das EU Ecolabel bieten verlässliche Hinweise auf umweltfreundliche Produkte und erleichtern nachhaltige Kaufentscheidungen erheblich.

In der Versicherungsbranche hingegen fehlen vergleichbare Orientierungshilfen in den Kompositsparten Hausrat-, Haftpflicht- und Wohngebäudeversicherung.

Vorstellung ASSESI: Ein Ansatz zur Schließung der Lücke

Vor diesem Hintergrund wurde im VfU-Forum das ASSESI-Projekt vorgestellt. Ziel des Projekts ist es, ein standardisiertes Zertifizierungssystem zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Versicherungsprodukten zu entwickeln. Kernbestandteil sind dabei spezifische Nachhaltigkeits-KPIs, die eine objektive und EmpCo-konforme Einordnung ermöglichen sollen.

Hier erfahren Sie mehr über das Projektvorhaben: Kein Greenwashing in der Versicherung: Entwicklung eines Standards für nachhaltige Versicherungsprodukte – Greensurance Stiftung

Inhaltliche Schwerpunkte im VfU Forum Insurance

Im Rahmen des VfU Forum Insurance wurde das ASSESI-Projekt vorgestellt. Dabei standen folgende Schwerpunkte im Fokus:

  • Vorstellung der Greensurance Stiftung und ihrer Arbeit im Allgemeinen
  • Dringende Notwendigkeit, die bestehende Lücke von Nachhaltigkeitszertifizierungen in der Versicherungsbranche zu schließen
  • EmpCo-Verordnung und ihre Auswirkungen auf die Nachhaltigkeitskommunikation
  • Präsentation des Projektvorhabens inklusive des aktuellen Status Quo
  • Möglichkeiten zur Partizipation und Mitgestaltung

Partizipation als zentraler Erfolgsfaktor

Ein wichtiger Bestandteil des ASSESI-Projekts ist daher die aktive Einbindung von Stakeholdern. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die verschiedenen Möglichkeiten zur Partizipation vorgestellt, darunter:

  • Mitgliedschaft im Beirat des Projekts
  • Mitarbeit in der DIN-Arbeitsgruppe zur Entwicklung einer DIN-Norm für nachhaltige Versicherungsprodukte
  • Teilnahme als Pilotversicherer, um das Zertifizierungssystem praxisnah zu testen
  • Feedback zum Konsultationsprozess geben (aktuelle Informationen hierzu werden auf der Projektseite veröffentlicht: Association of European Sustainable Insurers
  • Integration weiterer Expert:innen in die Entwicklung der Nachhaltigkeitskriterien, insbesondere in KPI-Arbeitsgruppen

Impulse aus dem Teilnehmendenkreis

Das ASSESI-Projekt versteht sich bewusst als offener, kollaborativer Prozess mit dem Ziel, ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit in der Versicherungswirtschaft zu entwickeln und dieses perspektivisch auch geschlossen nach außen zu vertreten. Angestrebt wird eine praxisnahe und zugleich wissenschaftlich fundierte Zertifizierung, die sowohl bei Versicherungsunternehmen als auch auf Kundenseite breite Akzeptanz findet.

Die Rückmeldungen aus dem Teilnehmerkreis unterstreichen insbesondere die Notwendigkeit eines einheitlichen Verständnisses darüber, was ein nachhaltiges Versicherungsprodukt leisten und berücksichtigen sollte. Als zentral wird zudem ein länderübergreifend abgestimmtes Vorgehen gesehen, das mit bestehenden EU-Vorgaben, etwa zu Datenerhebung und Berichtspflichten, konsistent ist.

Gleichzeitig wurde auf eine aktuelle Entwicklung hingewiesen: die zunehmende Gefahr des „Greenhushings“. Bereits rund die Hälfte der Versicherer, die noch vor wenigen Jahren aktiv mit Nachhaltigkeit geworben haben, verzichten inzwischen weitgehend auf entsprechende Kommunikation. Dies deutet auf wachsende Unsicherheit im Markt hin und unterstreicht den Bedarf nach klaren, verlässlichen und anschlussfähigen Standards, die Orientierung bieten und glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation ermöglichen.

Bei Interesse an einer der Partizipationsmöglichkeiten können Sie sich gerne direkt an das Projektteam wenden:

Mail: rzepecki@assesi.eu / info@assesi.eu

Telefon: 0881-9245333-27

 

 

Trilog-Einigung zu CSRD & CSDDD: Was Sie jetzt wissen müssen

Am 9. Dezember haben die EU-Institutionen einen vorläufigen Kompromiss zu den Schwellenwerten der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) und der CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) erzielt. Die Änderungen gelten jedoch noch nicht als rechtssicher, da die endgültige Zustimmung von EU-Parlament und EU-Rat bislang aussteht.

Zu den Entwicklungen seit dem Omnibus-Vorschlag im Februar, der seither anhaltenden Rechtsunsicherheit und den möglichen Folgen äußert sich der Geschäftsführer der Greensurance Stiftung, Marcus Reichenberg, wie folgt:

 

Totalschaden im Nachhaltigkeits-Omnibus-Trilog

Der 𝗡𝗮𝗰𝗵𝗵𝗮𝗹𝘁𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁𝘀-𝗢𝗺𝗻𝗶𝗯𝘂𝘀 𝗧𝗥𝗜𝗟𝗢𝗚 aus Europäischem Parlament, Europäischer Union und Europäischer Kommission hat gestern Abend (08.12.2025) einen Totalschaden durch die Konservativen/Rechten erlitten. Die Schwellenwerte zur Berichtspflicht für 𝗖𝗦𝗥𝗗 und 𝗖𝗦𝗗𝗗𝗗 (Lieferkettengesetz) wurden 𝘂𝘁𝗼𝗽𝗶𝘀𝗰𝗵 angehoben.

🔥 CSRD | > 1.000 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿 UND > 450. Mio. EUR Jahresumsatz

🔥 CSDDD | > 5.000 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿 UND > 1,5 Mrd. EUR Jahresumsatz

Zurück hinter die NFRD, ein historischer Rückschritt

Damit greifen nicht einmal mehr die Schwellenwerte der 2014 beschlossenen Non-Financial Reporting Directive (𝗡𝗙𝗗𝗥) mit > 500 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿.

Jahrelange Debatte wofür?

❓ Was hat jetzt die jahrelange Diskussion zum CSR-RUG (2017 bis 2023 | > 20 Mio. € Bilanzsumme, > 40. Mio. € Umsatz, > 250 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿 | zwei von drei Kriterien) und zur CSRD (ab 2024 | > 25 Mio. € Bilanzsumme, > 50 Mio. € Umsatz, > 250 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿) eigentlich gebracht? Maximale Unsicherheit in den Unternehmen, verbrannter Umsatz, Mitarbeiter:innen auf- und wieder abgebaut sowie Steuergelder vernichtet – und das alles, 𝘄𝗮𝗿𝘂𝗺? Um jetzt einen 𝗕𝗮𝗰𝗸𝗹𝗮𝘀𝗵 hinzulegen, wegen Trump und seinen Forderungen?

Während Europa bremst, zieht China vorbei – again

‼️ China wird es uns danken! Die drei großen Börsen Shanghai, Shenzhen und Beijing haben verbindliche Richtlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für börsenorientierte Unternehmen eingeführt. China hat den Ansatz der 𝗱𝗼𝗽𝗽𝗲𝗹𝘁𝗲𝗻 𝗠𝗮𝘁𝗲𝗿𝗶𝗮𝗹𝗶𝘁ä𝘁 übernommen. Bis 2027 sollen nationale Standards für Nachhaltigkeitsberichterstattung (staatlich verordnete Corporate Sustainable Disclosure Standards) eingeführt werden. Bis 2030 sollen auch nicht börsenorientierte Unternehmen verpflichtet werden.

💡 Wir Europäer hätten einen Wettbewerbsvorteil durch standardsetzende Nachhaltigkeitsoffenlegungsregelungen haben können. Stattdessen überlassen wir – wie in den Wind-, Solar-, Automobil-, etc.-Branchen – das Feld den Chinesen und orientieren uns an MAGA à la Trump. Es wird uns auf die europäischen / deutschen Füße fallen, wirtschaftlich wie naturwissenschaftlich.

Unser Appell: Unternehmen müssen vorangehen

Wir, die 𝗚𝗿𝗲𝗲𝗻𝘀𝘂𝗿𝗮𝗻𝗰𝗲 𝗦𝘁𝗶𝗳𝘁𝘂𝗻𝗴 (https://www.greensurance-stiftung.de/sustainable-finance/), können nur an die Vernunft der Unternehmen appellieren, sich selbst zu verpflichten, über die Kennzahlen der Nachhaltigkeit zu berichten. Was jetzt bleibt, ist der einheitliche Standard 𝗩𝗦𝗠𝗘 (Voluntary Sustainability Reporting Standard) der 𝗘𝗙𝗥𝗔𝗚 und die Berichterstattung über den 𝗗𝗡𝗞 (Deutscher Nachhaltigkeitskodes) mit VSME-Kompatibilität.

☘️ Nach einem kräftigen Durchschnaufen heißt es jetzt, weitermachen, dem Backlash entgegentreten und die Vorteile der doppelten Wesentlichkeit aufzuzeigen. Das Gute an dem Ganzen ist, dass viele Unternehmen verstanden haben, welchen 𝗪𝗲𝘁𝘁𝗯𝗲𝘄𝗲𝗿𝗯𝘀𝘃𝗼𝗿𝘁𝗲𝗶𝗹 sie haben, wenn sie ihre Kennzahlen kennen und verbessern!

Greensurance Stiftung zu Gast bei der GDV-Fachtagung „Sustainability Reporting“ in Berlin am 19.11.2025

Rückblick auf die GDV-Fachveranstaltung vom 19. November 2025
NH Collection Berlin Friedrichstraße

Die diesjährige Fachveranstaltung „Sustainability Reporting“ des GDV bot eine Mischung aus Impulsvorträgen und geführten Paneldiskussionen. Unter der Moderation von Götz Treber (GDV), beleuchteten Expert:innen aktuelle regulatorische Entwicklungen und deren praktische Auswirkungen.

Aktuelle regulatorische Entwicklungen

Den Auftakt gestaltete Anja Krasselt (GDV). Sie verwies auf die weiterhin bestehende Rechtsunsicherheit rund um die Umsetzung von CSRD und CSDDD in Deutschland. Trotz oder wegen dem konträren Handlungsdruck aus Wirtschaft und Politik liegt nach wie vor keine nationale Umsetzung vor.

Im Rahmen der GDV-Verbandskostenerhebung (04/05 2025) zeigte sich zudem, dass die Hauptkosten der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf die Implementierungsphase entfallen. Die tatsächlichen Aufwände der Versicherer liegen dabei deutlich über den ursprünglichen Kostenschätzungen der EFRAG, teils um ein Vielfaches.

Steuerung statt Compliance

Im Anschluss präsentierte Georg Lanfermann (DSRC, EFRAG) neue Erkenntnisse zur CSRD. Eine DSRC-Untersuchung unter DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen ergab, dass die Bereiche E1 (Klimawandel), S1 (Eigene Belegschaft) und G1 (Governance) durchgehend als wesentlich eingestuft werden. Ebenfalls häufig wesentlich sind E5 (Ressourceneffizienz & Kreislaufwirtschaft), S2 (Arbeitnehmer der Wertschöpfungskette) und S4 (Kunden & Endnutzer).

Das Streichen von Datenpunkten durch die Wesentlichkeitsanalyse führt nicht automatisch zu kürzeren Berichten. Zudem zeigte sich, dass das Konzept der Materiality of Information vielfach unklar interpretiert wird.

Stimmen aus Datenanalyse und Regulierung

Aus Sicht der Datenanbieter betonte Simone Ruiz-Vergote (MSCI), dass viele neue Berichtspflichten die Relevanz der gelieferten Daten potenziell überbewerten, da zahlreiche Analysen ohnehin auf Informationen großer börsennotierter Unternehmen basieren. Gleichzeitig warnte sie vor einer Fragmentierung: Erstellen Unternehmen Berichte auf unterschiedlichen Basisebenen, könnten Daten künftig wieder schlechter vergleichbar sein.

Céline Kaszás (GDV) ergänzte Einschätzungen zu den Omnibus-Änderungen der CSRD. Laut einer GDV-Umfrage (05/06 2025) empfinden die meisten Teilnehmenden die vorgesehenen Entlastungen als nicht ausreichend. Am hilfreichsten wären aus Unternehmenssicht eine deutliche Reduktion der Datenpunkte, eine vereinfachte Wesentlichkeitsanalyse sowie ein klarer Fokus auf das True-and-Fair-View-Prinzip.

Praxisberichte der Versicherer

In der anschließenden Paneldiskussion mit Judith Peters (LVM), Susan Liedtke (W&W) und Carolin Scheil (Zürich) wurde deutlich, dass viele Unternehmen 2024 vor allem aufgrund der herrschenden Rechtsunsicherheit und der späten politischen Entwicklungen freiwillig nach CSRD berichteten. Zudem zeigten die Erfahrungsberichte, dass selbst große Versicherer ihre Scope-3-CO₂-Bilanzierung bislang nicht vollständig abdecken.

Fazit

Die Veranstaltung verdeutlichte, dass eine frühzeitige Priorisierung, sorgfältige Datensammlung und enge Abstimmung mit der Wirtschaftsprüfung zentrale Erfolgsfaktoren für eine qualitativ hochwertige Berichterstattung sind. Ebenso wichtig ist die Verankerung des Themas im Vorstand, um die Steuerung und Umsetzung unternehmensweit zu stärken.

Über alle Beiträge hinweg zog sich ein Leitmotiv: Die anhaltende Rechtsunsicherheit wird die Branche auch im Jahr 2026 weiterhin beschäftigen. Gleichzeitig nehmen wir mit, dass Nachhaltigkeit in Unternehmen kein kurzfristiger Trend, sondern eine strategische und wirtschaftlich relevante Zukunftsentscheidung ist.

Rückblick auf die DKM 2025

Nachhaltigkeit im Fokus der Versicherungsbranche

Am 28. und 29. Oktober 2025 war die Greensurance Stiftung erneut mit einem eigenen Stand auf der DKM, der Leitmesse der Finanz- und Versicherungswirtschaft, in Dortmund vertreten. Unser Standort in Halle 3 bot dabei nicht nur den Rahmen für die Vorstellung aller Themen und Projekte der Greensurance Stiftung, sondern auch für einen intensiven Austausch mit Besucherinnen und Fachvertreterinnen.

Unsere Themen auf der DKM:

Sustainable Finance, Umsetzung regulatorischer Anforderungen

Die Stiftung präsentierte auf der DKM ihr Leistungsportfolio im Bereich Sustainble Finance. Im Mittelpunkt standen dabei die Wesentlichkeitsanalyse, CO₂-Bilanzierung, CSRD-/VSME-Berichterstattung und die Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien. Die Greensurance Stiftung verknüpft ebenfalls ihre Expertise im Bereich Sustainable Finance mit ihrem Engagement im Moorschutz und bietet Unternehmen Wege zur Klimafinanzierung.

Zahlreiche Besucher:innen informierten sich über die praktischen Umsetzungen unserer Leistungen und deren spezifischen Relevanz für die Versicherungsbranche. Die Gespräche zeigten zunehmend das Interesse nach verlässlichen Lösungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung und die regulatorischen Anforderungen an Versicherungen.

ASSESI, Geprüfte Nachhaltigkeit: Der neue Standard für (Komposit-) Versicherungsprodukte

Auf der DKM 2025 präsentierte sich ASSESI, die Association of European Sustainable Insurers, erstmals einem breiten Fachpublikum aus Versicherern, Vermittlern und Maklerpools. Ziel des durch die DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) geförderten Projekts ist die Entwicklung eines Nachhaltigkeitsstandards für Sach- und Haftpflichtversicherungsprodukte. Auf der Messe wurde der aktuelle Entwicklungsstand des ASSESI-Labels vorgestellt. Zudem stellte das Projektteam die für das Vorhaben relevanten DIN-Normen vor und informierte über zukünftige regulatorische Veränderungen im Rahmen der Verbraucherschutzrichtlinie EmpCo. Der Stand bot zahlreiche Gelegenheiten zum fachlichen Austausch, zur Diskussion regulatorischer Entwicklungen und zur Vernetzung zwischen Wissenschaft, Praxis und Regulierung. Der Auftritt auf der DKM ermöglichte es, ASSESI einem breiten Fachpublikum der Versicherungswirtschaft vorzustellen und seine Sichtbarkeit im Branchenkontext zu erhöhen. So konnte die Bekanntheit des Projekts deutlich gesteigert und die Relevanz eines verbindlichen Nachhaltigkeitsstandards für die Versicherungsbranche wirkungsvoll unterstrichen werden.

Moorschutz, Investition in wirksamen Klimaschutz

Ein weiterer zentraler Bestandteil unserer Arbeit, der breite Resonanz fand, ist der naturbasierte Klimaschutz durch Moorschutzprojekte. Die belegbare CO₂-Speicherung renaturierter Moorflächen sowie die positive Wirkung auf Biodiversität und regionale Ökosysteme wurden als relevante Optionen im Rahmen unternehmerischer Klimastrategien präsentiert. So stellte die Greensurance Stiftung ihre Moorprojekte sowie das Konzept der Moorpatenschaft einem breiten Publikum vor.

Fazit

Die diesjährige DKM hat gezeigt, dass der Diskurs zu Nachhaltigkeit in der Versicherungswirtschaft teilweise gereift ist. Inhaltsleere Nachhaltigkeitsnarrative treten zunehmend in den Hintergrund, stattdessen rücken messbare Wirksamkeit, regulatorische Konformität und wissenschaftliche Fundierung in den Mittelpunkt. Die Greensurance Stiftung wird diesen Entwicklungsprozess weiterhin durch anwendungsorientierte Forschung, qualifizierte Beratung sowie innovative Klimaschutzlösungen aktiv begleiten und mitgestalten.

Wir bedanken uns bei allen Besucher:innen für den intensiven Austausch und freuen uns auch zukünftig für eine fortsetzung des Dialoges.

Eure Greensurance Stiftung

Die Greensurance Stiftung als Aussteller auf der DKM 2025

Am 28. und 29. Oktober 2025 findet die DKM – Leitmesse der Finanz- und Versicherungswirtschaft – in Dortmund statt. Wir sind als Greensurance Stiftung in diesem Jahr zum zweiten Mal mit einem eigenen Stand vertreten und möchten dabei sowohl unsere Arbeit als auch aktuelle Entwicklungen an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit und Versicherungswesen vorstellen.

Unser Standort ist in Halle 3 an Stand G22 zu finden!

Über uns: Nachhaltigkeit fachlich fundiert gestalten

Die Greensurance Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Umwelt- und Klimaschutz sowie die nachhaltige Entwicklung in Deutschland zu fördern mit besonderem Fokus auf der Transformation der Versicherungsbranche.

Unsere Arbeit gliedert sich dabei in drei Schwerpunkte:

Sustainable Finance, Umsetzung regulatorischer Anforderungen

Wir unterstützen Versicherungsunternehmen bei der strukturierten Umsetzung der Anforderungen nach den CSRD und VSME-Standards. Unser Leistungsportfolio umfasst unter anderem:

  • Durchführung von Wesentlichkeitsanalysen
  • Identifikation von Handlungsfeldern und Zieldefinition
  • Datenerhebung und Emissionsbilanzierung (GHG)
  • Erstellung konsistenter, prüffähiger Nachhaltigkeitsberichte mithilfe unseres greensFAIR Emissionsrechners®

Green Insurance, wissenschaftliche Grundlagen für die Versicherungswirtschaft

Im Bereich Green Insurance bringen wir unsere Expertise in nationale, geförderte Forschungsprojekte ein und arbeiten an anwendungsorientierten Lösungen für eine nachhaltige Versicherungswirtschaft.

  • NATIVE: Nachhaltigkeitsrating von Versicherern entlang der Wertschöpfungskette (Projekt abgeschlossen)
  • CREATE: Entwicklung nachhaltiger Wohngebäudeversicherungen (Projekt abgeschlossen)
  • ASSESI: Etablierung eines Standards für nachhaltige Kompositversicherungsprodukte – ASSESI-Label (Projekt laufend)

Moorschutz, Investition in wirksamen Klimaschutz

Durch die Renaturierung von Moorflächen in Süddeutschland leisten wir einen direkten Beitrag zur CO₂-Speicherung. Die Wirkung ist mess- und nachvollziehbar. Unternehmen erhalten die Möglichkeit, über Klimafinanzierungsmodelle gezielt in nachhaltige Klimaschutzprojekte zu investieren. Die Moorflächen können im Rahmen von Social Days besucht werden!

Sehen Sie sich auch unsere Moorprojekte unter Moorprojekte & Klimaschutz – Greensurance Stiftung an!

Zusätzliche Leistungen

  • Fachliche Beratung für Privat- und Geschäftskund:innen
  • Workshops und Schulungen für Mitarbeitende aus der Versicherungswirtschaft
  • Beiträge zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) im unternehmerischen Kontext

Einladung zur DKM: Kostenfreier Messebesuch für Vermittler:innen – wir laden Sie ein!

Als offizieller Aussteller übernehmen wir die Eintrittskosten für Vermittler:innen oder Mitarbeitende von Vermittlern, die unsere Gäste sind (Wert: 95 €). Über folgenden Link erhalten Sie Ihre kostenfreie Eintrittskarte: Kostenloses Messeticket sichern

Nutzen Sie die Gelegenheit zum fachlichen Austausch, zur Einordnung aktueller regulatorischer Entwicklungen und zur Diskussion über konkrete Lösungsansätze für eine nachhaltige Transformation in der Branche. Sehen Sie sich zudem unseren Online-Auftritt auf der 365-Grad-Plattform an!

Greensurance Stiftung
28.–29. Oktober 2025
DKM Dortmund | Halle 3 | Stand G22

Wir freuen uns auf den (fachlichen) Dialog mit Ihnen.

Erstes Beiratstreffen – ASSESI-PROJEKT – Nachhaltigkeitskennzeichnung (LABEL) N-Versicherungen

Am 29. September 2025 fand die erste Beiratssitzung des ASSESI-Projekts (Association of European Sustainable Insurers) statt.

Das Treffen markierte einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Etablierung einheitlicher (Mindest-) Standards für Nachhaltigkeit im Versicherungswesen.

Zusammensetzung des ASSESI-Beirats

Der Beirat des ASSESI-Projekts vereint ausgewiesene Expert:innen aus Wissenschaft, Versicherungswirtschaft und Standardisierung. Die Fachgebiete der Mitglieder reichen von Nachhaltigkeit und Klimaforschung über Finanz- und Versicherungswesen bis zu Umweltbewertung und Normung. Durch diese interdisziplinäre Zusammensetzung vereint der Beirat sowohl theoretisch-analytische als auch praxisorientierte Perspektiven.

Projektinformationen: Entwicklung des Produktstandards

Die Ausarbeitung eines Zertifizierungssystems sowie eines darauf aufbauende Prüfprozesses zur Erlangung des Nachhaltigkeitszertifikats befinden sich in der Entwicklung und orientieren sich an relevanten DIN-Normen und den Vorgaben der EmpCo-Richtlinie. Das Label soll den Namen tragen: ASSESI-LABEL. Mit der Vergabe des ASSESI-LABELS erreicht die ASSEKURANZ eine EmpCo-Konformität für einzelne Komposit-Versicherungsprodukte.

Themen und Schwerpunkte der ASSESI-Beiratssitzung

Die Entwicklung des ASSESI-Nachhaltigkeitskennzeichens erfordert die Klärung zentraler organisatorischer Fragen. Dazu zählen vor allem Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und Verfahren zur Umsetzung, Kontrolle und Weiterentwicklung der Produktzertifizierung. Diskutiert wurde zudem die Organisations- und Zertifizierungsstruktur, mit dem Ziel, ein objektives, mehrstufiges Prüf- und Zertifizierungssystem zu entwickeln. Innerhalb der Sitzung wurde ein best-practice-Projekt, natureplus, vorgestellt.

Ein weiterer wesentlicher Themenschwerpunkt war die Vorstellung und Diskussion relevanter Normen und Standards. Dabei wurden relevante DIN-Normen aus den Bereichen Umweltkennzeichnung (DIN EN ISO 14024), Nachhaltigkeitsscoring (DIN 77236 – 2) und Konformitätsbewertung (DIN EN ISO/IEC 17067 / DIN EN ISO/IEC 17065) sowie deren Inhalte diskutiert.

Im Rahmen der Beiratsdiskussion wurde betont, dass der Konsultationsprozess alle relevanten Stakeholder einbeziehen soll, um ein ausgewogenes, praxisnahes Meinungsbild zu gewährleisten. Hervorgehoben wurde insbesondere die Bedeutung der Verbraucherperspektive, die frühzeitig und kontinuierlich berücksichtigt werden muss. Ein öffentlichkeitswirksam breiter und transparenter Dialog sind dabei von besonderer Bedeutung.

Informieren Sie sich hier über den Konsultationsprozess – https://assesi-label.eu. IHRE Beteiligung ist gefragt!

Ausblick
Für die kommenden Monate ist ein fortlaufender, konstruktiver Austausch zwischen dem Beirat und den Projektbeteiligten vorgesehen. So sollen vielfältige Perspektiven und Expertisen gezielt in die Projektentwicklung mit einbezogen werden, um eine möglichst fundierte Entwicklung des ASSESI-Nachhaltigkeitskennzeichen (ASSESI-LABEL) zu garantieren. Der enge Dialog trägt dazu bei, die Qualität, Praxisrelevanz und Akzeptanz der entstehenden Standards zu sichern und damit den langfristigen Erfolg und die Verstetigung des ASSESI-Projekts zu gewährleisten. Das nächste Beiratstreffen ist für Anfang 2026 geplant.

CREATE-Abschlusskonferenz: Vorstellung der Projektergebnisse

Mit der CREATE-Abschlusskonferenz am 16.09.2025 in Frankfurt feierte das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt seinen offiziellen Abschluss.

Nach einer intensiven, zweieinhalbjährigen Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik Stuttgart (HfT Stuttgart), der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen GmbH (DGNB) und dem Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e.V. (VfU) stand der erste Teil der Veranstaltung ganz im Zeichen der Präsentation der erzielten Projektergebnisse. In diesem stellte die Greensurance Stiftung die Forschungsergebnisse für den Bereich der Versicherungswirtschaft vor.

Im Mittelpunkt des Vortrags von Martina Gruß-Kilian und Marcus Reichenberg stand die Integration von Nachhaltigkeit in die Wohngebäudeversicherung, die Rolle von Versicherungsprodukten bei der Erhöhung der nachhaltigen Sanierungsrate sowie die Hemmnisse, Treiber und Einflussfaktoren der nachhaltigen Transformation im Bereich der Assekuranz. Darüber hinaus wurden konkrete Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Stakeholdergruppen entwickelt und vorgestellt.

Im Folgenden finden Sie einen Auszug der wesentlichen CREATE-Handlungsempfehlungen: CREATE-Erkenntnisauszug

Im thematisch strukturierten zweiten Teil der Veranstaltung standen Forschungsthemen wie Klimawandel, Wetterextreme sowie das Greenhouse Gas Protocol im Fokus. Zum Abschluss der Veranstaltung bildete ein Panel aus Wissenschaft und Praxis den Höhepunkt der Diskussionen.

Insgesamt bot die CREATE-Abschlusskonferenz wertvolle Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse und deren Umsetzungen. Die Veranstaltung verdeutlichte, wie aktuelle Forschungsergebnisse in konkrete Maßnahmen und Strategien zur Förderung der Dekarbonisierung im Gebäudesektor beitragen können. Besonders hervorzuheben war auch der umfassende Austausch, sowohl mit dem Projekteam als auch mit externen Besucher:innen der Veranstaltung. Insgesamt unterstrich die Veranstaltung die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit und motivierte zu weiteren Initiativen und Projekten im Bereich der nachhaltigen Gebäudetransformation.

 

Nachhaltigkeit trifft Verteidigung – Wie viel ESG steckt in einem Rüstungskonzern?

Versicherungen bekennen sich öffentlich zu Klimazielen und nachhaltigen Investitionen. Doch hinter der grünen Fassade zeigt sich ein Dilemma: Große Player wie die Allianz investieren über Tochtergesellschaften wie Allianz Global Investors (AGI) Milliarden in Rüstungsunternehmen.

Seit dem Ukrainekrieg ist die gesellschaftliche und politische Haltung zur Rüstungsindustrie im Wandel. Ex-Politiker wie Christian Lindner forderten, dass auch Fonds und Versicherer sich an der Verteidigungsfähigkeit Europas beteiligen. Damit weichen viele Unternehmen ihre Ausschlusskriterien für Investments in Rüstungsfirmen auf.

Zwischen ESG und militärischen Investments

Rüstung gilt nun teilweise als „gesellschaftlich akzeptiert“, insbesondere wenn es um konventionelle Verteidigung geht. Doch die ESG-Grundsätze (Environment, Social, Governance) geraten dadurch in ein Spannungsfeld: Kriege zerstören nicht nur Infrastruktur, sondern auch Ökosysteme, destabilisieren Gesellschaften und treiben Emissionen massiv in die Höhe.

Scope 3.15: Der blinde Fleck

Die Klimastrategien der Versicherer stützen sich stark auf ihre Kapitalanlagen. Die durch Investments verursachten Emissionen, gemäß dem Greenhouse Gas Protocol als „Scope 3.15“ klassifiziert, sind oft wesentlich höher als jene aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Rüstungsinvestitionen stehen damit im direkten Widerspruch zu glaubwürdiger Klimapolitik.

Greenwashing auf Rüstungsniveau?

Die ESG-Prüfprozesse großer Versicherer bleiben oft vage. Ein Fonds darf laut EU-Richtlinie bis zu 20 % seiner Mittel in nicht-nachhaltige Bereiche investieren, auch in Rüstung. So können Produkte als „nachhaltig“ verkauft werden, obwohl sie sprichwörtlich Bomben mitfinanzieren.

Fazit: Verantwortung durch Kapital

Versicherer verwalten in Deutschland über 1,9 Billionen Euro, dementsprechend haben ihre Kapitalentscheidungen große Auswirkungen. Wer in Rüstung investiert, gibt damit auch ein ethisches Statement ab. Echte Nachhaltigkeit muss mehr sein als PR: Sie muss sich auch im Portfolio zeigen. Sonst bleibt ESG ein leeres Versprechen.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel, inklusive Stimmen aus der Branche.

Benötigen Sie Beratung in Bezug auf Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen, der Bilanzierung Ihrer THG-Emissionen aus Scope 1 bis Scope 3 oder bei der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes nach CSRD / VSME? Kontaktieren Sie uns unter:

Tel.: 0881 / 924533377

Mail: kontakt@greensurance-stiftung.de