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Schlagwort: Green Insurance

Trilog-Einigung zu CSRD & CSDDD: Was Sie jetzt wissen müssen

Am 9. Dezember haben die EU-Institutionen einen vorläufigen Kompromiss zu den Schwellenwerten der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) und der CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) erzielt. Die Änderungen gelten jedoch noch nicht als rechtssicher, da die endgültige Zustimmung von EU-Parlament und EU-Rat bislang aussteht.

Zu den Entwicklungen seit dem Omnibus-Vorschlag im Februar, der seither anhaltenden Rechtsunsicherheit und den möglichen Folgen äußert sich der Geschäftsführer der Greensurance Stiftung, Marcus Reichenberg, wie folgt:

 

Totalschaden im Nachhaltigkeits-Omnibus-Trilog

Der 𝗡𝗮𝗰𝗵𝗵𝗮𝗹𝘁𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁𝘀-𝗢𝗺𝗻𝗶𝗯𝘂𝘀 𝗧𝗥𝗜𝗟𝗢𝗚 aus Europäischem Parlament, Europäischer Union und Europäischer Kommission hat gestern Abend (08.12.2025) einen Totalschaden durch die Konservativen/Rechten erlitten. Die Schwellenwerte zur Berichtspflicht für 𝗖𝗦𝗥𝗗 und 𝗖𝗦𝗗𝗗𝗗 (Lieferkettengesetz) wurden 𝘂𝘁𝗼𝗽𝗶𝘀𝗰𝗵 angehoben.

🔥 CSRD | > 1.000 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿 UND > 450. Mio. EUR Jahresumsatz

🔥 CSDDD | > 5.000 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿 UND > 1,5 Mrd. EUR Jahresumsatz

Zurück hinter die NFRD, ein historischer Rückschritt

Damit greifen nicht einmal mehr die Schwellenwerte der 2014 beschlossenen Non-Financial Reporting Directive (𝗡𝗙𝗗𝗥) mit > 500 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿.

Jahrelange Debatte wofür?

❓ Was hat jetzt die jahrelange Diskussion zum CSR-RUG (2017 bis 2023 | > 20 Mio. € Bilanzsumme, > 40. Mio. € Umsatz, > 250 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿 | zwei von drei Kriterien) und zur CSRD (ab 2024 | > 25 Mio. € Bilanzsumme, > 50 Mio. € Umsatz, > 250 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿) eigentlich gebracht? Maximale Unsicherheit in den Unternehmen, verbrannter Umsatz, Mitarbeiter:innen auf- und wieder abgebaut sowie Steuergelder vernichtet – und das alles, 𝘄𝗮𝗿𝘂𝗺? Um jetzt einen 𝗕𝗮𝗰𝗸𝗹𝗮𝘀𝗵 hinzulegen, wegen Trump und seinen Forderungen?

Während Europa bremst, zieht China vorbei – again

‼️ China wird es uns danken! Die drei großen Börsen Shanghai, Shenzhen und Beijing haben verbindliche Richtlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für börsenorientierte Unternehmen eingeführt. China hat den Ansatz der 𝗱𝗼𝗽𝗽𝗲𝗹𝘁𝗲𝗻 𝗠𝗮𝘁𝗲𝗿𝗶𝗮𝗹𝗶𝘁ä𝘁 übernommen. Bis 2027 sollen nationale Standards für Nachhaltigkeitsberichterstattung (staatlich verordnete Corporate Sustainable Disclosure Standards) eingeführt werden. Bis 2030 sollen auch nicht börsenorientierte Unternehmen verpflichtet werden.

💡 Wir Europäer hätten einen Wettbewerbsvorteil durch standardsetzende Nachhaltigkeitsoffenlegungsregelungen haben können. Stattdessen überlassen wir – wie in den Wind-, Solar-, Automobil-, etc.-Branchen – das Feld den Chinesen und orientieren uns an MAGA à la Trump. Es wird uns auf die europäischen / deutschen Füße fallen, wirtschaftlich wie naturwissenschaftlich.

Unser Appell: Unternehmen müssen vorangehen

Wir, die 𝗚𝗿𝗲𝗲𝗻𝘀𝘂𝗿𝗮𝗻𝗰𝗲 𝗦𝘁𝗶𝗳𝘁𝘂𝗻𝗴 (https://www.greensurance-stiftung.de/sustainable-finance/), können nur an die Vernunft der Unternehmen appellieren, sich selbst zu verpflichten, über die Kennzahlen der Nachhaltigkeit zu berichten. Was jetzt bleibt, ist der einheitliche Standard 𝗩𝗦𝗠𝗘 (Voluntary Sustainability Reporting Standard) der 𝗘𝗙𝗥𝗔𝗚 und die Berichterstattung über den 𝗗𝗡𝗞 (Deutscher Nachhaltigkeitskodes) mit VSME-Kompatibilität.

☘️ Nach einem kräftigen Durchschnaufen heißt es jetzt, weitermachen, dem Backlash entgegentreten und die Vorteile der doppelten Wesentlichkeit aufzuzeigen. Das Gute an dem Ganzen ist, dass viele Unternehmen verstanden haben, welchen 𝗪𝗲𝘁𝘁𝗯𝗲𝘄𝗲𝗿𝗯𝘀𝘃𝗼𝗿𝘁𝗲𝗶𝗹 sie haben, wenn sie ihre Kennzahlen kennen und verbessern!

Greensurance Stiftung zu Gast bei der GDV-Fachtagung „Sustainability Reporting“ in Berlin am 19.11.2025

Rückblick auf die GDV-Fachveranstaltung vom 19. November 2025
NH Collection Berlin Friedrichstraße

Die diesjährige Fachveranstaltung „Sustainability Reporting“ des GDV bot eine Mischung aus Impulsvorträgen und geführten Paneldiskussionen. Unter der Moderation von Götz Treber (GDV), beleuchteten Expert:innen aktuelle regulatorische Entwicklungen und deren praktische Auswirkungen.

Aktuelle regulatorische Entwicklungen

Den Auftakt gestaltete Anja Krasselt (GDV). Sie verwies auf die weiterhin bestehende Rechtsunsicherheit rund um die Umsetzung von CSRD und CSDDD in Deutschland. Trotz oder wegen dem konträren Handlungsdruck aus Wirtschaft und Politik liegt nach wie vor keine nationale Umsetzung vor.

Im Rahmen der GDV-Verbandskostenerhebung (04/05 2025) zeigte sich zudem, dass die Hauptkosten der Nachhaltigkeitsberichterstattung auf die Implementierungsphase entfallen. Die tatsächlichen Aufwände der Versicherer liegen dabei deutlich über den ursprünglichen Kostenschätzungen der EFRAG, teils um ein Vielfaches.

Steuerung statt Compliance

Im Anschluss präsentierte Georg Lanfermann (DSRC, EFRAG) neue Erkenntnisse zur CSRD. Eine DSRC-Untersuchung unter DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen ergab, dass die Bereiche E1 (Klimawandel), S1 (Eigene Belegschaft) und G1 (Governance) durchgehend als wesentlich eingestuft werden. Ebenfalls häufig wesentlich sind E5 (Ressourceneffizienz & Kreislaufwirtschaft), S2 (Arbeitnehmer der Wertschöpfungskette) und S4 (Kunden & Endnutzer).

Das Streichen von Datenpunkten durch die Wesentlichkeitsanalyse führt nicht automatisch zu kürzeren Berichten. Zudem zeigte sich, dass das Konzept der Materiality of Information vielfach unklar interpretiert wird.

Stimmen aus Datenanalyse und Regulierung

Aus Sicht der Datenanbieter betonte Simone Ruiz-Vergote (MSCI), dass viele neue Berichtspflichten die Relevanz der gelieferten Daten potenziell überbewerten, da zahlreiche Analysen ohnehin auf Informationen großer börsennotierter Unternehmen basieren. Gleichzeitig warnte sie vor einer Fragmentierung: Erstellen Unternehmen Berichte auf unterschiedlichen Basisebenen, könnten Daten künftig wieder schlechter vergleichbar sein.

Céline Kaszás (GDV) ergänzte Einschätzungen zu den Omnibus-Änderungen der CSRD. Laut einer GDV-Umfrage (05/06 2025) empfinden die meisten Teilnehmenden die vorgesehenen Entlastungen als nicht ausreichend. Am hilfreichsten wären aus Unternehmenssicht eine deutliche Reduktion der Datenpunkte, eine vereinfachte Wesentlichkeitsanalyse sowie ein klarer Fokus auf das True-and-Fair-View-Prinzip.

Praxisberichte der Versicherer

In der anschließenden Paneldiskussion mit Judith Peters (LVM), Susan Liedtke (W&W) und Carolin Scheil (Zürich) wurde deutlich, dass viele Unternehmen 2024 vor allem aufgrund der herrschenden Rechtsunsicherheit und der späten politischen Entwicklungen freiwillig nach CSRD berichteten. Zudem zeigten die Erfahrungsberichte, dass selbst große Versicherer ihre Scope-3-CO₂-Bilanzierung bislang nicht vollständig abdecken.

Fazit

Die Veranstaltung verdeutlichte, dass eine frühzeitige Priorisierung, sorgfältige Datensammlung und enge Abstimmung mit der Wirtschaftsprüfung zentrale Erfolgsfaktoren für eine qualitativ hochwertige Berichterstattung sind. Ebenso wichtig ist die Verankerung des Themas im Vorstand, um die Steuerung und Umsetzung unternehmensweit zu stärken.

Über alle Beiträge hinweg zog sich ein Leitmotiv: Die anhaltende Rechtsunsicherheit wird die Branche auch im Jahr 2026 weiterhin beschäftigen. Gleichzeitig nehmen wir mit, dass Nachhaltigkeit in Unternehmen kein kurzfristiger Trend, sondern eine strategische und wirtschaftlich relevante Zukunftsentscheidung ist.

Die Greensurance Stiftung als Aussteller auf der DKM 2025

Am 28. und 29. Oktober 2025 findet die DKM – Leitmesse der Finanz- und Versicherungswirtschaft – in Dortmund statt. Wir sind als Greensurance Stiftung in diesem Jahr zum zweiten Mal mit einem eigenen Stand vertreten und möchten dabei sowohl unsere Arbeit als auch aktuelle Entwicklungen an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit und Versicherungswesen vorstellen.

Unser Standort ist in Halle 3 an Stand G22 zu finden!

Über uns: Nachhaltigkeit fachlich fundiert gestalten

Die Greensurance Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Umwelt- und Klimaschutz sowie die nachhaltige Entwicklung in Deutschland zu fördern mit besonderem Fokus auf der Transformation der Versicherungsbranche.

Unsere Arbeit gliedert sich dabei in drei Schwerpunkte:

Sustainable Finance, Umsetzung regulatorischer Anforderungen

Wir unterstützen Versicherungsunternehmen bei der strukturierten Umsetzung der Anforderungen nach den CSRD und VSME-Standards. Unser Leistungsportfolio umfasst unter anderem:

  • Durchführung von Wesentlichkeitsanalysen
  • Identifikation von Handlungsfeldern und Zieldefinition
  • Datenerhebung und Emissionsbilanzierung (GHG)
  • Erstellung konsistenter, prüffähiger Nachhaltigkeitsberichte mithilfe unseres greensFAIR Emissionsrechners®

Green Insurance, wissenschaftliche Grundlagen für die Versicherungswirtschaft

Im Bereich Green Insurance bringen wir unsere Expertise in nationale, geförderte Forschungsprojekte ein und arbeiten an anwendungsorientierten Lösungen für eine nachhaltige Versicherungswirtschaft.

  • NATIVE: Nachhaltigkeitsrating von Versicherern entlang der Wertschöpfungskette (Projekt abgeschlossen)
  • CREATE: Entwicklung nachhaltiger Wohngebäudeversicherungen (Projekt abgeschlossen)
  • ASSESI: Etablierung eines Standards für nachhaltige Kompositversicherungsprodukte – ASSESI-Label (Projekt laufend)

Moorschutz, Investition in wirksamen Klimaschutz

Durch die Renaturierung von Moorflächen in Süddeutschland leisten wir einen direkten Beitrag zur CO₂-Speicherung. Die Wirkung ist mess- und nachvollziehbar. Unternehmen erhalten die Möglichkeit, über Klimafinanzierungsmodelle gezielt in nachhaltige Klimaschutzprojekte zu investieren. Die Moorflächen können im Rahmen von Social Days besucht werden!

Sehen Sie sich auch unsere Moorprojekte unter Moorprojekte & Klimaschutz – Greensurance Stiftung an!

Zusätzliche Leistungen

  • Fachliche Beratung für Privat- und Geschäftskund:innen
  • Workshops und Schulungen für Mitarbeitende aus der Versicherungswirtschaft
  • Beiträge zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) im unternehmerischen Kontext

Einladung zur DKM: Kostenfreier Messebesuch für Vermittler:innen – wir laden Sie ein!

Als offizieller Aussteller übernehmen wir die Eintrittskosten für Vermittler:innen oder Mitarbeitende von Vermittlern, die unsere Gäste sind (Wert: 95 €). Über folgenden Link erhalten Sie Ihre kostenfreie Eintrittskarte: Kostenloses Messeticket sichern

Nutzen Sie die Gelegenheit zum fachlichen Austausch, zur Einordnung aktueller regulatorischer Entwicklungen und zur Diskussion über konkrete Lösungsansätze für eine nachhaltige Transformation in der Branche. Sehen Sie sich zudem unseren Online-Auftritt auf der 365-Grad-Plattform an!

Greensurance Stiftung
28.–29. Oktober 2025
DKM Dortmund | Halle 3 | Stand G22

Wir freuen uns auf den (fachlichen) Dialog mit Ihnen.

Erstes Beiratstreffen – ASSESI-PROJEKT – Nachhaltigkeitskennzeichnung (LABEL) N-Versicherungen

Am 29. September 2025 fand die erste Beiratssitzung des ASSESI-Projekts (Association of European Sustainable Insurers) statt.

Das Treffen markierte einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Etablierung einheitlicher (Mindest-) Standards für Nachhaltigkeit im Versicherungswesen.

Zusammensetzung des ASSESI-Beirats

Der Beirat des ASSESI-Projekts vereint ausgewiesene Expert:innen aus Wissenschaft, Versicherungswirtschaft und Standardisierung. Die Fachgebiete der Mitglieder reichen von Nachhaltigkeit und Klimaforschung über Finanz- und Versicherungswesen bis zu Umweltbewertung und Normung. Durch diese interdisziplinäre Zusammensetzung vereint der Beirat sowohl theoretisch-analytische als auch praxisorientierte Perspektiven.

Projektinformationen: Entwicklung des Produktstandards

Die Ausarbeitung eines Zertifizierungssystems sowie eines darauf aufbauende Prüfprozesses zur Erlangung des Nachhaltigkeitszertifikats befinden sich in der Entwicklung und orientieren sich an relevanten DIN-Normen und den Vorgaben der EmpCo-Richtlinie. Das Label soll den Namen tragen: ASSESI-LABEL. Mit der Vergabe des ASSESI-LABELS erreicht die ASSEKURANZ eine EmpCo-Konformität für einzelne Komposit-Versicherungsprodukte.

Themen und Schwerpunkte der ASSESI-Beiratssitzung

Die Entwicklung des ASSESI-Nachhaltigkeitskennzeichens erfordert die Klärung zentraler organisatorischer Fragen. Dazu zählen vor allem Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und Verfahren zur Umsetzung, Kontrolle und Weiterentwicklung der Produktzertifizierung. Diskutiert wurde zudem die Organisations- und Zertifizierungsstruktur, mit dem Ziel, ein objektives, mehrstufiges Prüf- und Zertifizierungssystem zu entwickeln. Innerhalb der Sitzung wurde ein best-practice-Projekt, natureplus, vorgestellt.

Ein weiterer wesentlicher Themenschwerpunkt war die Vorstellung und Diskussion relevanter Normen und Standards. Dabei wurden relevante DIN-Normen aus den Bereichen Umweltkennzeichnung (DIN EN ISO 14024), Nachhaltigkeitsscoring (DIN 77236 – 2) und Konformitätsbewertung (DIN EN ISO/IEC 17067 / DIN EN ISO/IEC 17065) sowie deren Inhalte diskutiert.

Im Rahmen der Beiratsdiskussion wurde betont, dass der Konsultationsprozess alle relevanten Stakeholder einbeziehen soll, um ein ausgewogenes, praxisnahes Meinungsbild zu gewährleisten. Hervorgehoben wurde insbesondere die Bedeutung der Verbraucherperspektive, die frühzeitig und kontinuierlich berücksichtigt werden muss. Ein öffentlichkeitswirksam breiter und transparenter Dialog sind dabei von besonderer Bedeutung.

Informieren Sie sich hier über den Konsultationsprozess – https://assesi-label.eu. IHRE Beteiligung ist gefragt!

Ausblick
Für die kommenden Monate ist ein fortlaufender, konstruktiver Austausch zwischen dem Beirat und den Projektbeteiligten vorgesehen. So sollen vielfältige Perspektiven und Expertisen gezielt in die Projektentwicklung mit einbezogen werden, um eine möglichst fundierte Entwicklung des ASSESI-Nachhaltigkeitskennzeichen (ASSESI-LABEL) zu garantieren. Der enge Dialog trägt dazu bei, die Qualität, Praxisrelevanz und Akzeptanz der entstehenden Standards zu sichern und damit den langfristigen Erfolg und die Verstetigung des ASSESI-Projekts zu gewährleisten. Das nächste Beiratstreffen ist für Anfang 2026 geplant.

CREATE-Abschlusskonferenz: Vorstellung der Projektergebnisse

Mit der CREATE-Abschlusskonferenz am 16.09.2025 in Frankfurt feierte das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt seinen offiziellen Abschluss.

Nach einer intensiven, zweieinhalbjährigen Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik Stuttgart (HfT Stuttgart), der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen GmbH (DGNB) und dem Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e.V. (VfU) stand der erste Teil der Veranstaltung ganz im Zeichen der Präsentation der erzielten Projektergebnisse. In diesem stellte die Greensurance Stiftung die Forschungsergebnisse für den Bereich der Versicherungswirtschaft vor.

Im Mittelpunkt des Vortrags von Martina Gruß-Kilian und Marcus Reichenberg stand die Integration von Nachhaltigkeit in die Wohngebäudeversicherung, die Rolle von Versicherungsprodukten bei der Erhöhung der nachhaltigen Sanierungsrate sowie die Hemmnisse, Treiber und Einflussfaktoren der nachhaltigen Transformation im Bereich der Assekuranz. Darüber hinaus wurden konkrete Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Stakeholdergruppen entwickelt und vorgestellt.

Im Folgenden finden Sie einen Auszug der wesentlichen CREATE-Handlungsempfehlungen: CREATE-Erkenntnisauszug

Im thematisch strukturierten zweiten Teil der Veranstaltung standen Forschungsthemen wie Klimawandel, Wetterextreme sowie das Greenhouse Gas Protocol im Fokus. Zum Abschluss der Veranstaltung bildete ein Panel aus Wissenschaft und Praxis den Höhepunkt der Diskussionen.

Insgesamt bot die CREATE-Abschlusskonferenz wertvolle Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse und deren Umsetzungen. Die Veranstaltung verdeutlichte, wie aktuelle Forschungsergebnisse in konkrete Maßnahmen und Strategien zur Förderung der Dekarbonisierung im Gebäudesektor beitragen können. Besonders hervorzuheben war auch der umfassende Austausch, sowohl mit dem Projekteam als auch mit externen Besucher:innen der Veranstaltung. Insgesamt unterstrich die Veranstaltung die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit und motivierte zu weiteren Initiativen und Projekten im Bereich der nachhaltigen Gebäudetransformation.

 

Nachhaltigkeit trifft Verteidigung – Wie viel ESG steckt in einem Rüstungskonzern?

Versicherungen bekennen sich öffentlich zu Klimazielen und nachhaltigen Investitionen. Doch hinter der grünen Fassade zeigt sich ein Dilemma: Große Player wie die Allianz investieren über Tochtergesellschaften wie Allianz Global Investors (AGI) Milliarden in Rüstungsunternehmen.

Seit dem Ukrainekrieg ist die gesellschaftliche und politische Haltung zur Rüstungsindustrie im Wandel. Ex-Politiker wie Christian Lindner forderten, dass auch Fonds und Versicherer sich an der Verteidigungsfähigkeit Europas beteiligen. Damit weichen viele Unternehmen ihre Ausschlusskriterien für Investments in Rüstungsfirmen auf.

Zwischen ESG und militärischen Investments

Rüstung gilt nun teilweise als „gesellschaftlich akzeptiert“, insbesondere wenn es um konventionelle Verteidigung geht. Doch die ESG-Grundsätze (Environment, Social, Governance) geraten dadurch in ein Spannungsfeld: Kriege zerstören nicht nur Infrastruktur, sondern auch Ökosysteme, destabilisieren Gesellschaften und treiben Emissionen massiv in die Höhe.

Scope 3.15: Der blinde Fleck

Die Klimastrategien der Versicherer stützen sich stark auf ihre Kapitalanlagen. Die durch Investments verursachten Emissionen, gemäß dem Greenhouse Gas Protocol als „Scope 3.15“ klassifiziert, sind oft wesentlich höher als jene aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Rüstungsinvestitionen stehen damit im direkten Widerspruch zu glaubwürdiger Klimapolitik.

Greenwashing auf Rüstungsniveau?

Die ESG-Prüfprozesse großer Versicherer bleiben oft vage. Ein Fonds darf laut EU-Richtlinie bis zu 20 % seiner Mittel in nicht-nachhaltige Bereiche investieren, auch in Rüstung. So können Produkte als „nachhaltig“ verkauft werden, obwohl sie sprichwörtlich Bomben mitfinanzieren.

Fazit: Verantwortung durch Kapital

Versicherer verwalten in Deutschland über 1,9 Billionen Euro, dementsprechend haben ihre Kapitalentscheidungen große Auswirkungen. Wer in Rüstung investiert, gibt damit auch ein ethisches Statement ab. Echte Nachhaltigkeit muss mehr sein als PR: Sie muss sich auch im Portfolio zeigen. Sonst bleibt ESG ein leeres Versprechen.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel, inklusive Stimmen aus der Branche.

Benötigen Sie Beratung in Bezug auf Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen, der Bilanzierung Ihrer THG-Emissionen aus Scope 1 bis Scope 3 oder bei der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes nach CSRD / VSME? Kontaktieren Sie uns unter:

Tel.: 0881 / 924533377

Mail: kontakt@greensurance-stiftung.de

Kein Greenwashing in der Versicherung: Entwicklung eines Standards für nachhaltige Versicherungsprodukte

Die neue Verbraucherschutzrichtlinie EmpCo – Greenwashing wird verboten

Die europäische EmpCo-Richtlinie tritt im September 2026 in Kraft, sie stärkt den Verbraucherschutz und erweitert die Verbraucherrechte. In Deutschland wird dies im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) geregelt. Verbraucher:innen sollen durch stärkeren Schutz vor irreführender Werbung aufgrund unlauterer Umweltaussagen mehr Vertrauen für Investitionen in den ökologischen Wandel aufbauen können. Allgemeine Umweltaussagen, wie beispielsweise »grün«, »nachhaltig«, »umweltfreundlich« oder »klimaneutral« unterliegen durch EmpCo einem Verbot, wenn keine »anerkannte hervorragende Umweltleistung«[i][1] nachgewiesen werden kann.

Im Detail gilt:

  • Verbot unternehmenseigener Nachhaltigkeitssiegel, die nicht auf einem Zertifizierungsverfahren beruhen;
  • Verbot allgemeiner Umweltaussagen, ohne Nachweis einer anerkannten hervorragenden Umweltleistung;
  • Verbot von Umweltaussagen zum gesamten Produkt, wenn sich die Umweltaussage faktisch nur auf einen Aspekt des Produktes bezieht;
  • Verbot von Produktwerbung zur kompensierten Klimaneutralität, wenn dadurch der Eindruck vermittelt wird, dass das Produkt dadurch klimaneutral wird, oder gar positive Eigenschaften auf die Umwelt hat.

Kein Greenwashing – aber bitte auch kein Greenhushing

Die EmpCo-Richtlinie soll Greenwashing verhindern, um Produkte und Dienstleistungen mit echten Nachhaltigkeitswirkungen vor unlauterem Preiskampf zu schützen. Folglich müssen Anbieter, die eine Umweltaussage treffen, gewährleisten, dass Verbraucher:innen auch wirklich den Gegenwert ihrer eingekauften nachhaltigen Leistung erhalten.

Allerdings besteht durch die EmpCo-Richtlinie auch das Risiko, dass Produkte mit Umweltaussagen vom Markt genommen werden, gar nicht entwickelt werden oder Verbraucher:innen keine Informationen über reale Umweltwirkungen erhalten. Denn Unternehmen könnten versuchen sich so vor Reputationsschäden oder gar rechtlichen Sanktionen zu schützen. Dieses Verhalten ist unter dem Begriff »Greenhushing« bekannt und steht für das Vermeiden öffentlicher Aussagen zur ökologischen Verantwortung. Greenwashing ist manipulativ und schädlich, Greenhushing aber nicht weniger verhängnisvoll, denn beides schadet der nachhaltigen Entwicklung. Ein verlässliches Label für nachhaltige Produkte mit klar definierten KPIs nach anerkannten Standards kann der Versicherungsbranche helfen, sowohl Greenwashing als auch Greenhushing zu vermeiden

Ein neuer Nachhaltigkeitsstandard für Sach- und Haftpflichtversicherungen – DIN-konform und im Sinne des Verbraucherschutzes

Die unabhängige, gemeinnützige Greensurance Stiftung wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt projektgefördert (Projekt 39471/01[2]), um ein Kennzeichen zu entwickeln, das hervorragende Umweltleistung für Sach- und Haftpflichtversicherungen bewertet (gemäß TYP I der DIN EN ISO 14024). Dieses Umweltkennzeichen soll Lizenznehmern innerhalb der europäischen Union zur Verfügung stehen, die Voraussetzungen zur Vergabe werden dabei von unabhängigen Stellen geprüft werden. In einem Verbundnetzwerk arbeiten die nachhaltigen Versicherer zusammen an der Entwicklung eines praxistauglichen Kennzeichens, vermeiden so rechtliche und Reputations-Risiken, können frühzeitig ihre Produkte entsprechend gestalten und das Kennzeichen somit als erste nutzen.

Startschuss für ASSESI – das Netzwerk für nachhaltige Versicherer

Auf der 20igsten iff-Konferenz zu Finanzdienstleistungen in Hamburg[3] wurde dieses in Gründung befindliche Verbundnetzwerk, Association of European Sustainable Insurers, kurz ASSESI, vorgestellt. Auf dem Podium zum Thema »Greenwashing – ein wachsendes Problem auch für die Versicherungsbranche« zeigte Marcus Reichenberg von der Greensurance Stiftung auf, warum eine Nachhaltigkeitskennzeichnung von Versicherungsprodukten für die Zukunft nicht nur an Bedeutung gewinnen, sondern aufgrund der im Herbst 2026 in Kraft tretenden Richtlinie EmpCo-Richtlinie eine Notwendigkeit wird.

Interessierte Kreise, interessierte Lizenznehmer der Assekuranz sowie Prüfer:innen sind eingeladen am offenen Konsultationsverfahren teilzunehmen. Für weitere Informationen steht Projektleiterin Frau Lucia Rückner zur Verfügung. Das Projektteam um Frau Rückner freut sich über die aktive Teilnahme am Verfahren und über Vorschläge zur Definition von Umweltkriterien ausgewählter Komposit-Versicherungsprodukte.

Die Greensurance Stiftung informiert zukünftig über den Fortschritt des Konsultationsverfahrens unter den folgenden Webadressen: www.assesi.eu und https: www.assesi-label.eu

 

[1] RICHTLINIE (EU) 2024/825, Absatz (9) f., Link: L_202400825DE.000101.fmx.xml

[2] Projektdatenbank der Deutschen Bundesumwelt (DBU), Link: https://www.dbu.de/projektdatenbank/39471-01/

[3] Iff institut für Finanzdienstleistungen e.V. – 20 Konferenz zu Finanzdienstleistungen, Link: https://www.iff-hamburg.de/hamburg-2025/

Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Finanzwelt: CSRD, CO₂-Bilanzierung und VSME-Standard

Ein Rückblick auf den Impulsvortrag der Greensurance Stiftung beim Hamburger Börsenkreis am 26. Juni 2025

Die Allcura Vermögensschaden lud zur Diskussionsrunde mit der Greensurance Stiftung. Rund 20 Teilnehmer:innen aus der Finanz- und Versicherungswelt folgten der Einladung des Hamburger Börsenkreises. Vertreter:innen großer Makler und Versicherer kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen der nichtfinanziellen Berichterstattung und der CO₂-Bilanzierung auszutauschen.

Im Zentrum des halbstündigen Impulsvortrags standen zentrale Bausteine der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), Neuigkeiten aus dem Omnibus-Verfahren sowie die CO₂-Bilanzierung nach dem Greenhouse Gas (GHG) Protokoll. Aus aktuellem Anlass griff die Greensurance Stiftung den VSME-Standard auf. Der VSME ist ein freiwilliges Berichtsformat, das insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen eine praktikable Alternative zur umfassenden CSRD-Berichterstattung bietet.

Warum Berichterstattung mehr ist als Bürokratie

Die CSRD verpflichtet Unternehmen dazu, ihre Nachhaltigkeitsleistung ebenso transparent, standardisiert und prüfbar zu kommunizieren wie ihre Finanzkennzahlen. Dabei geht es nicht nur um regulatorische Pflichterfüllung, sondern um Vergleichbarkeit, Risikomanagement und Steuerung in Zeiten ökologischer und sozialer Herausforderungen.

Gerade für Versicherer, deren Geschäftsmodell auf langfristigen Risikoprognosen und Kapitalströmen basiert, ist dies von zentraler Bedeutung. Eine realistische Einpreisung von Klimarisiken fördert zunächst die Bezahlbarkeit von Prämien. Langfristig hängt jedoch die Versicherbarkeit ganzer Regionen davon ab, ob klimatische Veränderungen frühzeitig entsprechend bewertet und gesteuert werden können. Externalisierte Kosten, die etwa durch mangelnde Dekarbonisierung und einer sich verstärkenden Klimakrise entstehen, dürfen nicht länger ignoriert werden.

 

CO₂-Bilanzierung: Der Blick in die gesamte Wertschöpfungskette

Ein weiterer Fokus des Vortrags lag auf der CO₂-Bilanzierung nach dem GHG-Protokoll. Dieses gliedert unternehmerische Emissionen in drei Kategorien:

  • Scope 1: direkte Emissionen aus unternehmenseigenen Quellen,
  • Scope 2: indirekte Emissionen aus zugekaufter Energie (z. B. Strom, Fernwärme),
  • Scope 3: alle weiteren indirekten Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Gerade Scope 3 ist von besonderer Relevanz, da hier die vor- und nachgelagerten Emissionen sichtbar werden. In der Assekuranz ist dabei insbesondere die Kategorie 3.15, die sogenannte investitionsbedingte Emissionen umfasst, interessant. Kapitalanlagen und das versicherungstechnische Geschäft verursachen mittelbar investitionsbedingte Emissionen, die sich in finanzierte und versicherte Emissionen untergliedern. Die Berechnung erfolgt nach dem Standard der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF), der sich international etabliert hat.

 

VSME-Standard: Ein realistisches Instrument für KMU?

Dass die CSRD mit ihren umfangreichen Anforderungen gerade in der zweiten und dritten Welle der Berichtspflicht auf Unternehmen trifft, die strukturell und personell oft kaum in der Lage sind, mehrere Hundert Datenpunkte zu erfassen, wurde im Anschluss an den Vortrag lebhaft diskutiert.

Vor diesem Hintergrund wurde der VSME-Standard als alternative Option für nicht (mehr) berichtspflichtige Unternehmen präsentiert. Der VSME-Standard konzentriert sich auf etwa 10 % der Datenpunkte der CSRD mit einem klaren Fokus auf quantitativen Kennzahlen, z.B. der Berechnung der CO₂e-Emissionen. Er könnte für viele Unternehmen einen Einstieg in strukturierte Nachhaltigkeitsberichterstattung darstellen, ohne sie zunächst mit der Komplexität der CSRD zu überfordern.

 

Zwischen Idealismus und Realität: Nachhaltigkeit mit Substanz

Im Dialog mit den Teilnehmenden wurde deutlich, wie wichtig es ist, Nachhaltigkeit nicht als regulatorische Last, sondern als strategische Chance zu begreifen. Eine belastbare CO₂-Bilanzierung und transparente Berichterstattung ermöglichen nicht nur die Steuerung von ESG-Risiken, sondern stärken auch das Vertrauen von Kund:innen, Geschäftspartner:innen und Investor:innen.

Gleichzeitig wird der Spannungsbogen deutlich: zwischen ambitionierten Standards und realen Ressourcen, zwischen notwendiger Proportionalität und wachsender Erwartungshaltung. Der Wunsch nach handhabbaren Instrumenten trifft auf die Verpflichtung, Klimarisiken ernsthaft in Geschäftsmodelle zu integrieren und dabei die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht zu relativieren.

Die Transformation hin zu einer klimabewussten, resilienten Wirtschaft ist kein Sprint, aber sie verlangt Entschlossenheit, Klarheit und eine Hands-On-Mentalität in Hinblick auf das Beschreiten neuer Wege.

3. Sustainable Finance Konferenz am 09. Mai 2025 in Frankfurt am Main

Frankfurt am Main

Die Greensurance Stiftung war im Kap Europa (Frankfurt am Main) bei der dritten Sustainable Finance Konferenz der BaFin zu Gast. Die Veranstaltung war mit Vorträgen und Diskussionen gestaltet. Der Fokus lag dabei vor allem auf den Themen physische Risiken und Transition in der Finanzwirtschaft.

Im Fokus: Physische Risiken und Transition

Wie Mark Branson, der Präsident der BaFin, bereits in seiner Eingangsrede sagte, ist der Hype um nachhaltige Finanzprodukte vorbei. Dennoch bleibt das Thema zentral in der Finanzbranche, da die Folgen aus Klimawandel und dem Verlust an Biodiversität gravierend für die Menschheit sind und sein werden. Banken und Versicherungsunternehmen stehen vor der Herausforderung, physische Risiken nicht nur zu identifizieren, sondern auch systematisch in ihre Risikomanagementprozesse zu integrieren. Als zweiter großer Punkt wurde auch die Transition in der Finanzwirtschaft thematisiert. Im Vergleich zu physischen Risiken in der Finanzwirtschaft sinken Transitionsrisiken jedoch im zeitlichen Verlauf wieder.

Transformationspotenziale

Nach Aussage von Silke Stremlau (Vorsitzenden des ehemaligen Sustainable Finance Beirates) liegen in der Verbindung aus Technologie und Nachhaltigkeit nach wie vor große Chancen für Europa. Dr. Fabiola Schneider (University College Dublin) geht dabei mit einer klaren Position auf eine Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit ein. Die Setzung von Klimazielen allein reiche nicht aus, da diese verändert und ausgehöhlt werden könnten. Aus ihrer Sicht gibt es zwei Hebel, die nachweisliche Erfolge versprechen. Ein Hebel ist die Erstellung einer Dekarbonisierungsbilanz aus Scope 1 bis 3. Der zweite Hebel ist die Bekenntnis hin zu „grünen“ Investitionsausgaben (CapEx), die Kapital langfristig binden.

Regulatorik auf EU-Ebene

Paneldiskussion zur Nachhaltigkeitsberichterstattung im Finanzsektor

Auch die Regulatorik auf EU-Ebene ist ein Thema der Konferenz gewesen. Besonders, nachdem sich die Entwicklung im Zuge des Omnibus Verfahrens momentan laufend verändert, immer mit dem Blick auf „Bürokratieabbau“. Matthias Trüstedt (Allianz SE) und Bettina Storck (Commerzbank AG) sprechen sich zwar für eine stärkere Harmonisierung der Berichterstattung aus, jedoch auch eindeutig für eine standardisierte Nachhaltigkeitsberichterstattung. Diese ist als Instrument für eine gelungene Transformation notwendig. Finanz- und Versicherungsinstitute benötigen dabei vor allem quantitative Daten. Das Ziel ist es, zu genaueren Einschätzungen zu gelangen, die eine zielgerichtetere Anpassung an globale Veränderungen des Klimas sowie des Artensterbens ermöglichen. Laut Matthias Trüstedt ist der entscheidende Aspekt hier die Prävention, da auch staatliche Fonds langfristig nicht mehr als ein Pflaster seien.

EU-Offenlegung und SFDR: Erfahrungen und Ausblick

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der EU-Offenlegung nach SFDR. Dabei haben Expert:innen die Erfahrungen aus der aktuellen Umsetzung offen diskutiert. Tatsächlich ist nur jeder fünfte Artikel 9 Fonds (dunkelgrün) nach Untersuchungen tatsächlich Impact generierend. Dadurch bleibt der erwartete Effekt in der Realwirtschaft überschaubar. Zudem sind Produkte zu komplex aufgebaut, weshalb die Einführung neuer Produktkategorien diskutiert wird. Letztlich ist das Ziel, dass sowohl Berater:innen als auch Kund:innen am Ende wissen, worüber sie sprechen.

Fazit

Die dritte Sustainable Finance Konferenz der BaFin hat einmal mehr gezeigt: Die Herausforderungen rund um Sustainable Finance sind groß. Sie reichen von der Berücksichtigung um physische Risiken und Transition in der Finanzwirtschaft über die Weiterentwicklung der SFDR bis hin zur praktischen Umsetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die engagierten Diskussionen und die hohe Beteiligung an der Veranstaltung zeigen, dass die Branche zur Zusammenarbeit bereit ist. Allerdings bleibt der Faktor Zeit der entscheidende Handlungsrahmen.

Greensurance Stiftung zu Gast im Utopia Podcast

In der aktuellen Episode des Utopia Podcasts, die am 8. November 2024 veröffentlicht wurde, dreht sich alles um das spannende Thema der nachhaltigen Versicherungen. In der Folge #183 sprechen Marcus Reichenberg und Professor Tobias Popović, von der Hochschule für Technik in Stuttgart, mit Host Benjamin Specht darüber, welche Vorteile nachhaltige Versicherungen bieten und wie man diese erkennt.

Versicherungen als Wegbereiter der grünen Transformation

Reichenberg und Popović teilen ihre Einsichten zur Nachhaltigkeit im Versicherungssektor und beleuchten aktuelle sowie zukünftige Entwicklungen, Themen wie auch Trends.

Die Episode behandelt zentrale Fragen wie:

  • Was sind nachhaltige Versicherungen und was zeichnet nachhaltige Versicherungsprodukte aus?
  • Welche Vorteile bieten verschiedene Versicherungsbausteine?
  • Wie erkennt man nachhaltige Merkmale und Kriterien bei Versicherungsprodukten?
  • Welche Herausforderungen und Perspektiven bringt der Klimawandel für die Versicherungsbranche mit sich?
  • Welche Rolle spielt die Wohngebäudeversicherung in der nachhaltigen Transformation des Sektors?

Anstoß zum Nachdenken

Der Podcast macht klar, wie Versicherungen aktiv dazu beitragen können, die nachhaltige Transformation unseres Planeten zu unterstützen und somit einen entscheidenden Beitrag zu leisten:

Nachhaltigkeit im Versicherungswesen ist eben keine Utopie, sondern kann mit gezielten Maßnahmen, entschlossenem Handeln und der Zusammenarbeit aller Beteiligten, zukunftsfähige Lösungen für Mensch und Umwelt schaffen.

Hierbei müssen sich auch die Versicherungskund*innen ihrer Verantwortung bewusst sein. Denn durch bewusste Entscheidungen und nachhaltige Verhaltensweisen haben sie einen wirksamen Hebel aktiv zur Gestaltung einer enkeltauglichen Zukunft beizutragen.

Hören Sie rein und lassen Sie sich inspirieren, wie auch Sie zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen können!

Die vollständige Podcastfolge ist auf den folgenden Plattformen zu finden:

Spotify: Utopia – Dein Podcast für Nachhaltigkeit | Podcast on Spotify

Apple Podcast: Utopia – Dein Podcast für Nachhaltigkeit Podcast – Apple Podcasts

Castbox: Utopia – Dein Podcast für Nachhaltigkeit

Deezer: #183 Nachhaltige Versicherungen – Welche man braucht und wie man sie erkennt – Utopia – Dein Podcast für Nachhaltigkeit – Deezer

Link zur Utopia Webseite: Nachhaltige Versicherungen: Welche du brauchst und wie du sie erkennst