Die KlimaUhr läuft ab – ein rechnerischer Wendepunkt für die 1,5‑Grad‑Grenze
Am Mittwoch, den 20. Mai 2026, um ca. 22:33 Uhr (MESZ) erreicht die www.KlimaUhr.info der Greensurance Stiftung einen symbolisch wie wissenschaftlich bedeutsamen Zeitpunkt: Rein rechnerisch ist zu diesem Moment das verbleibende globale CO₂‑Budget für die Einhaltung der 1,5‑Grad‑Grenze aufgebraucht.
Hintergrund: Pariser Klimaabkommen und CO₂‑Budget
Das Pariser Klimaabkommen, beschlossen am 12. Dezember 2015 und in Kraft getreten am 04. November 2016, verpflichtet die Staatengemeinschaft, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, idealerweise auf 1,5 °C, zu begrenzen.
Die zentrale wissenschaftliche Größe hierfür ist das sogenannte globale CO₂‑Restbudget: Es beschreibt jene Menge an Treibhausgasemissionen, die weltweit noch ausgestoßen werden darf, bevor die Temperaturgrenzen mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit überschritten werden.
Genau dieses Budget macht die KlimaUhr.info der Greensurance Stiftung sichtbar. Seit ihrem Start mit Inkrafttreten des Abkommens zählt sie kontinuierlich die verbleibende Zeit und Emissionsmenge herunter. Sie verdeutlicht damit anschaulich, dass es sich bei den Klimazielen nicht um abstrakte Vorgaben handelt, sondern um endliche, physikalisch begrenzte Restbudgets.
Wissenschaftliche Grundlage und kontinuierliche Aktualisierung
Die KlimaUhr basiert auf wissenschaftlichen Modellierungen und Budgetansätzen, wie sie insbesondere durch den Weltklimarat (IPCC) publik gemacht wurden.
Prof. Dr. Stefan Emeis, Diplom‑Meteorologe, apl. Professor für Meteorologie an der Universität Köln und Mitglied des Stiftungsbeirats der Greensurance Stiftung, hat die KlimaUhr wissenschaftlich begleitet und die zugrunde liegenden Daten regelmäßig überprüft und aktualisiert.
Damit wurde sichergestellt, dass die Darstellung stets dem aktuellen Stand der Klimawissenschaft entspricht und die zugrunde liegenden Emissionsentwicklungen realitätsnah abgebildet werden.
Rolle der Greensurance Stiftung
Die Greensurance Stiftung hat die KlimaUhr seit ihrem Beginn kontinuierlich getragen und weiterentwickelt.
Gemäß ihrer Satzung verfolgt die Stiftung insbesondere folgende Ziele:
- Schutz des globalen Klimas
- Schutz und Wiederverbesserung der Biodiversität
- Umsetzung nachhaltiger Entwicklung
- Förderung von Green Lifestyle und Green Management
- Prägung einer zukunftsfähigen Versicherungs- und Finanzbranche
Die KlimaUhr ist dabei ein zentrales Instrument der Aufklärung zum Schutz des globalen Klimas. Sie übersetzt komplexe Klimamodelle in eine verständliche, konkrete Zeitdimension – und macht damit den Handlungsdruck unmittelbar sichtbar.
Der Zeitpunkt: 20. Mai 2026
Mit dem Erreichen des genannten Zeitpunkts wird keine physikalische Schwelle „schlagartig überschritten“. Vielmehr markiert die KlimaUhr einen rechnerischen Schwellenwert, der auf den aktuell bekannten Emissionspfaden und Budgetannahmen basiert.
Der Zeitpunkt steht damit symbolisch für die Tatsache, dass das verbleibende CO₂‑Budget für das 1,5‑Grad‑Ziel unter den gegebenen Emissionstrends vollständig ausgeschöpft ist. Jede weitere Emission erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese Grenze überschritten wird.
Politische Konsequenzen und Forderungen
Vor diesem Hintergrund fordert die Greensurance Stiftung ein deutlich konsequenteres Handeln.
Die Stiftung hat hierzu eine politische Stellungnahme an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) zum Thema
„CO₂‑Restbudget und Einordnung der 1,5‑Grad- und 2‑Grad‑Grenzen“ übermittelt.
Die Kernbotschaft:
Klimapolitische Entscheidungen müssen sich stärker an den noch verfügbaren Restbudgets orientieren – und nicht allein an langfristigen Zielmarken ohne verbindlichen Budgetbezug.
Verantwortung von Politik und Gesellschaft
Marcus Reichenberg, Gründer und Geschäftsführer der Greensurance Stiftung, betont in diesem Zusammenhang:
Neben der Politik ist auch die Gesellschaft insgesamt gefordert. Es braucht ein erneuertes Bewusstsein für die Endlichkeit des CO₂‑Budgets und eine größere Bereitschaft, aktiv zum Schutz des globalen Klimas beizutragen.
Der Ablauf der KlimaUhr ist damit nicht als Endpunkt zu verstehen, sondern als dringender Weckruf:
Das verbleibende Zeitfenster zur Begrenzung der Erderwärmung ist nicht theoretisch unbegrenzt – es ist konkret berechenbar und nahezu ausgeschöpft.
Fazit:
Die KlimaUhr macht sichtbar, was wissenschaftlich längst belegt ist: Klimaschutz ist eine Frage von Zeit, Budget und Konsequenz. Mit dem 20. Mai 2026 wird ein markanter, rechnerischer Punkt erreicht – die eigentliche Entscheidung über die Einhaltung der Klimaziele liegt jedoch weiterhin in der Hand von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Presseerklärung kurz (großer Presseverteiler): PDF
Presseerklärung von Prof. Dr. Stefan Emeis: PDF
Politische Stellungnahme an das BMWE: PDF
