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Sustainable Finance

Die Greensurance Stiftung bietet vielfältige Dienstleistungen im Bereich Sustainable Finance an.

Unsere Dienstleistungen

Wir bieten Ihnen als Versicherer eine umfassende Betreuung des gesamten strukturellen Prozesses der Berichterstattung – ob diese freiwillig oder verpflichtend nach CSRD stattfindet. Wir unterstützen Sie von der Wesentlichkeitsanalyse über die Datenerfassung bis hin zur Berichtserstellung. Dabei nutzen wir unsere bewährten Templates und Tools und koordinieren uns bei Bedarf eng mit Ihrem:r Wirtschaftsprüfer:in. Zudem unterstützen wir Sie bei der Festlegung von Zielen und der Entwicklung einer maßgeschneiderten Nachhaltigkeitsstrategie.

Sie können alle Leistungen separat oder als Gesamtpaket nutzen.

Ansprechpartnerin für Nachhaltigkeitsberichterstattung

Katharina Krebs


Vorteile der nichtfinanziellen Berichterstattung

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung in Verbindung mit der Wesentlichkeitsanalyse bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Tätigkeit aus einer erweiterten Perspektive zu betrachten. Die Erfassung sämtlicher Impacts liefert wertvolle Einblicke und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit, indem sie bestehende Lücken im Rahmen einer Gap-Analyse aufzeigt. Denn nur wer weiß, was auf ihn zukommt, kann proaktiv handeln und zukunftsorientierte Entscheidungen treffen.

sdg-13

Corporate Sustainability Reporting Directive

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist eine EU Richtlinie, die Unternehmen zur transparenten Berichterstattung über ihre sozialen und ökologischen Auswirkungen in Bezug auf Umwelt und Gesellschaft verpflichtet. Sie zielt darauf ab, die Qualität, Konsistenz und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen in der Europäischen Union zu erhöhen, indem sie klare Berichtsstandards vorgibt und die Nachhaltigkeitsberichterstattung in ihrer Bedeutung mit der finanziellen Berichterstattung gleichsetzt.


CSRD


Aus welchen Entwicklungen ist die CSRD hervorgegangen?

Die CSRD ist aus mehreren Entwicklungen und Initiativen im Rahmen des EU Green Deals hervorgegangen:
EU Green Deal: Der Europäische Green Deal zielt darauf ab, in der EU bis 2050 Klimaneutralität zu erlangen, d.h. die Treibhausgasemissionen auf eine Netto-Null zu bringen. Dabei wird eine nachhaltige Wirtschaft gefördert, die alle Regionen in der EU inkludiert.
EU-Taxonomie: Die EU Taxonomie basiert auf einem Klassifizierungssystem für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Unternehmen müssen im Rahmen der CSRD Berichterstattung den taxonomiekonformen (nachhaltigen) Anteil ihres Umsatzes, ihrer Investitionen und Betriebsausgaben offenlegen.
Non Financial Reporting Directive (NFRD): Die CSRD ersetzt und erweitert die frühere NFRD, um eine umfassendere und standardisierte Nachhaltigkeitsberichterstattung für
Unternehmen in der EU zu gewährleisten.

Wer ist wann nach CSRD berichtspflichtig?

Alle Informationen gelten unter Vorbehalt, bis die Neuerungen des Omnibus I-Vorschlages der EU-Kommission ratifiziert sind. Nach dem „Stop-the-clock“ Vorschlag und Abstimmungen durch den EU-Rat sowie das EU-Parlament sind die Berichtspflichten von 2025 auf 2027 bzw. von 2026 auf 2028 verschoben worden.

2024: Alle großen Unternehmen, die bisher nach der NFRD berichtet haben.

2027: Alle anderen großen Unternehmen (2 von 3 Kriterien müssen zutreffen: > 25 Mio. Bilanzsumme, > 50 Mio. Bruttoprämie, > 250 Mitarbeiter:innen).

2028: Kapitalmarktorientierte KMU (kleine und mittlere Unternehmen).

Momentan wird an einer Reduktion der ESRS gearbeitet und zudem werden die oben beschriebenen Schwellenwerte neu diskutiert, ab deren Eintreten Unternehmen berichtspflichtig sind.


Wesentlichkeitsanalyse


Was bedeutet doppelte Wesentlichkeit?

Impact Wesentlichkeit: Auswirkungen von Unternehmen auf die Umwelt und die Gesellschaft (Inside-Out). Finanzielle Wesentlichkeit: Auswirkungen von Umwelt und Gesellschaft auf das Unternehmen (Outside-In). Alle Themen sind auch dann wesentlich, wenn sie nur aus einer der beiden Perspektiven wesentlich sind.

Weshalb wird eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt?

Zunächst schafft sie ein tiefgreifendes Verständnis für die Auswirkungen und Zusammenhänge der Unternehmensaktivitäten auf Umwelt (E Environment), Gesellschaft (S Social) und gute Unternehmensführung (G Governance). Darüber hinaus erweitert sie den Verantwortungsbereich des Unternehmens auf die gesamte Wertschöpfungskette, was zu einem ganzheitlicheren Ansatz in der Nachhaltigkeitsstrategie führt. Besonders hervorzuheben ist, dass wesentliche Themen sowohl branchen- als auch unternehmensspezifisch sind, was eine individuelle Betrachtung und Analyse für jedes Unternehmen erforderlich macht.

Wie wird eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt?

Eine Wesentlichkeitsanalyse wird individuell für jedes Unternehmen durchgeführt und berücksichtigt sowohl Impact-Auswirkungen als auch finanzielle Auswirkungen. Bei den Impact-Auswirkungen werden positive und negative Effekte anhand von Kriterien wie Schweregrad, Ausmaß, Wahrscheinlichkeit und Behebbarkeit bewertet. Der finanzielle Impact wird durch die Analyse von Chancen und Risiken ermittelt, wobei deren finanzieller Einfluss und die Wahrscheinlichkeit im Fokus stehen.

Wie lange dauert eine Wesentlichkeitsanalyse?

Die Durchführung einer Wesentlichkeitsanalyse ist ein wichtiger, aber zeitintensiver Prozess, dessen Dauer stark von der Größe und Struktur des Unternehmens abhängt. Es ist jedoch ratsam, einen zusätzlichen Zeitpuffer zu berücksichtigen, um unvorhergesehene Herausforderungen oder tiefergehende Analysen zu ermöglichen. Diese sorgfältige Planung stellt sicher, dass die Wesentlichkeitsanalyse gründlich und effektiv durchgeführt werden kann, was für die Qualität der Ergebnisse und deren Nutzen für die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens entscheidend ist.


Datenerfassung


Was umfasst das ESRS Set 1?

Das European Sustainability Reporting Standard (ESRS) Set 1 bildet die Grundlage für die CSRD Berichterstattung und definiert einen umfassenden Rahmen an potenziell wesentlichen Themenbereichen. Damit dient er als Maßstab, um Unternehmen eine strukturierte und standardisierte Herangehensweise an die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu ermöglichen.

Wann wird nach dem VSME Standard berichtet?

Der VSME Standard (Voluntary Sustainability Reporting for SMEs) ist modular aufgebaut. Er eignet sich speziell für Unternehmen, die eine freiwillige und dennoch CSRD-konforme Nachhaltigkeitsberichterstattung durchführen möchten. Der Umfang des Berichtsstandards ist dem ESRS Set 1 gegenüber deutlich reduziert und der Fokus liegt hier auf der Erfassung quantitativer Datenpunkte wie z.B. auf den Unternehmensemissionen aus Scope 1 – 3.

Zudem dient er als Leitfaden für Unternehmen, die im Rahmen des Trickle-Down-Effekts als Teil der Wertschöpfungskette großer Unternehmen Nachhaltigkeitsinformationen bereitstellen müssen.

Was bedeutet die Angabe sektorspezifischer Informationen?

Zusätzlich sind Unternehmen, die nach ESRS Set 1 berichten in der Pflicht, branchenspezifische (sektorspezifische) Informationen bereitzustellen, die individuell erfasst werden müssen.

Insofern nach dem VSME-Standard berichtet wird (freiwillige Berichterstattung), können ebenfalls sektorspezifische Informationen integriert werden.

Welche Daten müssen nach dem GHG Protokoll erfasst werden?
Neben umfangreichen narrativen Angaben sind Unternehmen verpflichtet, Emissionsdaten gemäß dem Greenhouse Gas Protocol (GHG) zu erheben. Dazu zählen Emissionen aus Scope 1 (direkte Emissionen), aus Scope 2 (indirekte energiebedingte Emissionen) sowie Daten aus Scope 3 (indirekte Emissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette aus den Kategorien 1 bis 15).

Speziell in der Assekuranz werden die Emissionen in Scope 3 aus Kategorie 15 (Investitionen) erhoben, die als finanziert und versichert bezeichnet werden. Diese sind indirekte Treibhausgasemissionen, die durch Kapitalanlagen (finanziert) bzw. den Risikoschutz von Versicherungsverträgen (versichert) ermöglicht werden. Während finanzierte Emissionen exakter standardisiert sind und häufiger berichtet werden, sind versicherte Emissionen methodisch komplexer, wobei der PCAF-Standard Leitlinien zur Berechnung bietet.

Taxonomie

Klassifizierung der wirtschaftlichen Aktivitäten hinsichtlich ihres Nachhaltigkeitsimpacts. Das heißt, dass Unternehmen verpflichtet sind, ihre wirtschaftliche Tätigkeit laut der Taxonomieverordnung (EU 2020/852) zu klassifizieren. Im Rahmen der CSRD können die Angaben zur Taxonomie als eigenes Kapitel in den Lagebericht eingebunden werden. Unternehmen sind dann verpflichtet, die Taxonomiefähigkeit und -konformität ihrer Aktivitäten anzugeben, wenn sie zeitgleich auch verpflichtet sind nach der CSRD zu berichten.

1. Versicherungstechnische Angaben

  • Taxonomiefähigkeit

    Potenziell ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeit unter Berücksichtigung unmittelbarer klimabedingter Risiken (EU Del. VO 2021/2178).

  • Taxonomiekonformität

    Ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeit nach Erfüllung der technischen Bewertungskriterien (EU Del. VO 2021/2139), des DNSH Prinzips (Do No Significant Harm) sowie des sozialen Mindestschutzes.


2. Angaben zur Kapitalanlage

  • Berechnung der KPIs

    Die Berechnung der KPIs zur Kapitalanlage kann der (EU) Del. VO 2021/2178 entnommen werden. Hier wird der gewichtete Durchschnitt der Kapitalanlagen, die durch taxonomiekonforme Wirtschaftstätigkeiten finanziert werden, beschrieben. Dies umfasst alle direkten und indirekten Investitionen (in Organismen für gemeinsame Anlagen, Beteiligungen, Darlehen, Hypotheken, Sachanlagen und ggf. immaterielle Vermögenswerte). Alle Kennzahlen werden als Umsatz und als CapEx (Investitionsausgaben) berichtet.


Klimafinanzierung durch naturbasierte Lösungen (nature based solutions – NbS)

Die Lenkung von Wirtschaftstätigkeiten und Kapitalströmen in eine nachhaltige Richtung ist entscheidend, um das Ziel der Netto-Null-Treibhausgasemissionen in der EU zu erreichen. Ein zentraler Baustein hierfür ist die langfristige Speicherung von Kohlenstoff in sogenannten „Senken“. Diese umfassen natürliche Senken wie Moore, aber auch technische Ansätze wie Carbon Capture and Storage (CCS) – die Abscheidung und Speicherung von CO₂ aus Industrieprozessen in unterirdischen Gesteinsformationen – sowie hybride Lösungen wie die Aufforstung von Wäldern, die mit Technologien zur CO₂-Entnahme kombiniert werden. Im Rahmen der Klimafinanzierung durch naturbasierte Lösungen werden Emissionen mit einem Preis versehen, um finanzielle Mittel zu mobilisieren. Diese Mittel fließen in die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung von natürlichen Kohlenstoffsenken wie bspw. Mooren und tragen so aktiv zum Klimaschutz bei. Neben ihrer Expertise im Bereich Sustainable Finance engagiert sich die Greensurance Stiftung | Für Mensch und Umwelt im Moorschutz sowie in der Moorrenaturierung in Süddeutschland. Die Stiftung bietet Unternehmen die Möglichkeit, nicht vermeidbare Emissionen im Rahmen einer Senkenstrategie durch die Klimafinanzierung natürlichen Klimaschutzes mittels naturbasierter Lösungen klimafreundlich zu stellen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite unter Moorschutz .