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Sind Bluetooth In-Ear-Kopfhörer gesundheitsschädlich?

Eine Feldmessung der Greensurance®

airpods-5023660_1280.jpgKopfhörer ohne Kabel sind mittlerweile omnipräsent und stecken in Ohren vieler, gerade junger Menschen. Die Bluetooth-Technik ist überall für wenig Geld erwerblich und verschönert das digitale Leben. Gerade beim Sport zeigt sich der Vorteil der Bluetooth-Technologie. Doch ist das Tragen von In-Ear Funkkopfhörern eigentlich ungefährlich? Es scheint, als würde darüber nicht wirklich nachgedacht, obwohl Bluetooth Kopfhörer direkt im Ohr und somit sehr nahe an der menschlichen Schaltzentrale, dem Gehirn, getragen werden. Die Bluetooth-Nutzung über Minuten, bei manchen Nutzern sogar unbekümmert über Stunden, wirkt auf einen der sensibelsten Bereiche des Körpers dauerhaft ein. 
Quelle: Pixabay
Eine Strahlenmessung brachte die Überraschung!
Das Team um Greensurance® wollte genau wissen, wie es um die Strahlungseigenschaften einzelner Elektronikartikel steht. Mithilfe der Firma EMF Protect sollte der Strahlungseinfall in einem Tiny-House gemessen werden, das mitten in der Natur steht und keinen WLAN-Anschluss hat. Nur ein 5G-Mast in ca. einem halben Kilometer Entfernung und einige Nachbarhäuser konnten als sichtbare und mögliche Strahlungsquellen ausgemacht werden. Im Tiny-House dann die große Überraschung – trotz des eigentlich abgelegenen Standortes waren verschiedenste Strahlungen messbar. Jedoch war nicht, wie eingänglich vermutet, der 5G-Mast die große Strahlungsquelle, sondern ein LED-Lichtband, welches um ein Bett verlegt war, sowie ein Fire Stick, also ein Streaming-Media-Adapter, der den Fernseher in ein Smart TV verwandelt. Gerade der Fire Stick pulste hörbar und unentwegt, mit großer Strahlungsintensität. Auch das WLAN eines Nachbarn konnte gemessen werde. Verrückt spielten die Messgeräte allerdings, als ein Greensurance® Praktikant das Tiny-House mit seinen In-Ear-Kopfhörern betrat. Dazu aber gleich mehr.
Wie wurde gemessen? Ein Protokoll der Feld-/Strahlungsmessung
Messgeräte_Strahlen.jpgStrahlung kann gemessen und mit Strahlungsmessgeräten hörbar gemacht werden. Es ist interessant, die verschiedenen Felder und Strahlungen an Orten des täglichen Lebens zu erkunden und den sonst unsichtbaren, aber allgegenwärtigen (Strahlungs-)Einfluss wahrnehmbar zu machen. Diese Strahlungsmessgeräte sind auf dem Foto abgebildet. Doch wie funktionieren diese Messgeräte eigentlich? In der Mitte des Bildes ist das Messgerät für elektromagnetische Niederfrequenzen zu sehen. Mit diesem Gerät werden die niederfrequenten Felder des Hausstroms gemessen. Ein besonders hoher Wert wurde durch das oben beschriebene LED-Band verursacht. Sobald es angeschaltet wurde und der Strom durch das LED-Band floss, war der gesamte Schlafbereich mit einem elektromagnetischen Feld belegt. Das rechte Messgerät misst die Hochfrequenz, also WLAN, 4G, 3G, LTE und Edge Strahlungen. Das Gerät ganz links misst ebenfalls die Hochfrequenz, ist aber für die Messung von 5G Strahlung konzipiert. An den Messgeräten befindet sich vorne eine Richtantenne, die ergründet, aus welcher Richtung die Strahlung genau kommt. Gemessen wird in einem horizontalem 360° Winkel und zusätzlich nach oben und nach unten. So kann der Strahlungseinfallswinkel genau bestimmt werden.
Quelle: Eigene Aufnahme
Tolles Utility oder Hirnbrutzler?
Zurück zu den In-Ear-Kopfhörern. Nachdem der Greensurance® Praktikant das Tiny-House betreten hatte, verzeichneten die Messgeräte einen starken, zusätzlichen elektromagnetischen Einfluss. Durch die Richtantennen konnte schnell ausgemacht werden, dass die Strahlung von den Wireless Kopfhörern kamen, die der Praktikant kurz zuvor aus dem USB-Ladecase genommen hatte, um sie zu benutzen.
Die Vorstellung, dass gerade junge Menschen und Sportler dieser Strahlung ausgesetzt sind, bewegt uns, diesen Artikel zu schreiben und über die Greensurance Stiftung zu veröffentlichen. Außerdem hat die Greensurance Stiftung das Video der Strahlenmessung hier veröffentlicht.
Das menschliche Gehirn ist das Organ des zentralen Nervensystems und produziert elektrische Signale die von einer Nervenzelle zur nächsten übertragen werden. Dieses Organ wird mit der Bluetooth Strahlung konfrontiert – die Langzeitwirkung hiervon sind bislang weitestgehend unbekannt. Ist die Gefährlichkeit von Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum bekannt, ist vielen Menschen (nochmals: gerade Jugendlichen) nicht bewusst, dass sie mit ihrer Gesundheit spielen, wenn sie langfristig diese Technologie anwenden. 
Greensurance® Empfehlung vor anschließendem Hintergrundwissen zum Weiterlesen
Die schlimmsten Strahlungsquellen sind in der Regel nicht die von außen, sondern die Quellen, die wir bei uns tragen oder im Haus installieren. Es empfehlen sich Zeitschaltuhren, die das WLAN und Streaming-Media-Adapter steuern, sodass mindestens nachts die Pulsung der Strahlung unterbrochen wird. Für strahlungssensible Menschen gibt es außerdem Abschirmfarbe, die auf Hauswänden aufgetragen werden kann und die Strahlung so reflektieren soll. Ist der Strahlungseinfall durch ein Fenster messbar, können strahlungsabweisende Vorhänge helfen. Sowohl in der Farbe, als auch in den Stoffen, befinden sich Elemente wie Silber und Kupfer, die eine reflektierende Wirkung auf den Elektrosmog haben sollen. Diese Wirkung kann laut der Firma EMF Protect durch eine nachweisbare Messdifferenz sichtbar gemacht werden. Im Büro der Greensurance® wurden die Strahlungsquellen bereits seit geraumer Zeit weitestgehend beseitigt oder mit Zeitschaltuhren versehen. Im Büro wird ausschließlich über LAN-Kabel gearbeitet und auch Kopfhörer werden ausschließlich mit Kabelanschluss und ohne Bluetooth-Funktion genutzt. Dies gilt insbesondere dem Schutz unserer jungen Mitarbeiter*innen.
Unsere Empfehlung an Eltern: So lange es möglich ist, sollten Sie ihren Kindern die Nutzung von Bluetooth Kopfhörern verbieten und erwachsene Kinder darauf aufmerksam machen, keine „Hirnbrutzler“ zu verwenden!
Weitere Erläuterungen für Interessierte: Was ist Elektrosmog und warum ist dieser gefährlich?
Um die Gefährlichkeit einordnen zu können, muss erst einmal ergründet werden, wie elektromagnetische Felder, bzw. elektromagnetische Strahlung, auch als Elektrosmog bezeichnet, entsteht. Ist ein elektrischer Leiter an eine Stromquelle (z.B. Batterie) angeschlossen, fließt durch diesen Leiter eine Spannung (transportierte Energie), die in der Einheit Volt [V] angegeben wird. Bei geschlossenem Stromkreis fließt Strom (Anzahl fließender Elektronen), der in der Einheit Ampere [A] angegeben wird. Durch Spannung entsteht ein elektrisches Feld, durch den Stromfluss ein magnetisches Feld. Die magnetischen Feldlinien sind kreisförmig um den Leiter angeordnet. Wechselt die Stromquelle kontinuierlich ihre Pole, so ändert sich im gleichen Takt auch die Stromflussrichtung; es entsteht ein Wechselfeld. Zwei Umpolungen entsprechen jeweils einer Schwingung. Die Schwingungen pro Sekunde, werden in der Einheit Hertz [Hz] angegeben. Es wird zwischen zwei Frequenzarten unterschieden: Die Niederfrequenz in der elektromagnetischen Umweltverträglichkeit von 1 Kilohertz [kHz] bis 100 kHz und die Hochfrequenz von 100 kHz bis 300 Gigahertz [GHz]. Oberhalb von 300 Gigahertz wird der Begriff „Strahlung“ verwendet. Die von den unter stromstehenden Leitern resultierende elektromagnetische Strahlung breitet sich wellenförmig aus. Je höher die Frequenz, desto kürzer die Wellenlänge. Signale können besonders gut von Vorrichtungen empfangen werden, deren Abmessungen der Wellenlänge der Sendefrequenz entsprechen. Bluetooth Kopfhörer funktionieren mittels des Kurzstreckenfunks, wobei Signale drahtlos über die eben erklärten elektromagnetischen Wellen, im Bereich von 2,40 GHz bis 2,48 GHz im sogenannten ISM-Band, übertragen werden. Bei der Übertragung wird Hochfrequenzstrahlung (RFR) abgegeben. Das ist genau die Strahlung, welche die WHO 2011 als Karzinogen der Klasse 2B eingestuft hat.
Um die Hochfrequenzstrahlung den Karzinogenen der Gruppe 2A, bzw. 1 zuzuordnen, fehlten damals noch entsprechende Beweise. Dies änderte sich unter anderem durch die 2018 veröffentlichte NTP Studie. In dieser Studie wurden Ratten fast ein Jahrzehnt über mit der Mobilfunkstrahlung bestrahlt. Die Tiere wiesen signifikant mehr DNA-Schäden, Herzschäden und bei der Reproduktion ein niedrigeres Geburtsgewicht auf.

Karzinogen_Klassen.png

Abbildung 1: International Accency for cancer, https://monographs.iarc.who.int/agents-classified-by-the-iarc/
Weiterhin gibt es Veröffentlichungen, die aufzeigen, dass Handystrahlung nachweislich krebserregend für den Menschen ist (Miller et al 2018, Peleg et al 2018, Carlberg and Hardell 2017, Belpomme et al 2018). Obwohl die Auswirkungen von thermalen Strahlungen, also Wärmestrahlung (SAR- Wert ab 2,0), bekannt und anerkannt sind, sind vor allem die Langzeit Folgen von nicht thermaler Strahlung (SAR-Wert unter 2,0), zu denen beispielsweise Bluetooth-Kopfhörer wie die AirPods zählen, noch nicht ergründet. Wie aber unter anderem die oben zitierten Studien zeigen, ist die Strahlung von Mobilfunk- und Bluetooth Sendern nicht so ungefährlich wie bisher angenommen. 
Die Menge der RFR- Strahlung (drahtlose Hochfrequenzstrahlung der Wireless-Kopfhörer, oder Mikrowellenstrahlung), hängt aber vor allem von der Art des Bluetooth-Senders ab. Unterschieden wird zwischen drei verschiedenen Arten von Bluetooth-Sendern, die jeweils unterschiedliche Sendeleistungen besitzen:
  • Klasse 1: Senden mit einer Leistung von 100 mW/ Verbindungsreichweite: 100m
  • Klasse 2: Senden mit einer Leistung von 2,5 mW/ Verbindungsreichweite: 40m
  • Klasse 3: Senden mit einer Leistung von 1 mW / Verbindungsreichweite: 1m
Von Bluetooth Geräten der Klasse 1, wozu beispielsweise die zweite Generation der Air Pods zählt, geht die höchste Leistung an elektromagnetischer Strahlung aus. Dies bedeutet dementsprechend, dass die Strahlungsbelastung , im Vergleich zu Klasse 3 und 2, deutlich höchsten ist. Die direkte Konfrontation des Gehirns mit der RFR-Strahlung mit niedrigerer Intensität, kann laut Dr. Joel Moskowitz, Direktor des Center for Family and Community Health an der School of Public Health in Berkeley, zu einer Öffnung der Blut-Hirn-Schranke führen, einer Schicht von Zellen, die Krankheitserreger und Giftstoffe im Körper daran hindert, das Gehirn zu erreichen. Dies könnte auf Dauer zu Krankheiten wie Autismus, Demenz und Hirnkrebs führen.
Schauen Sie sich hier das Youtube-Video der Strahlenmessung der  Greensurance®  an.
Weitere Quellen: Bundesamt für Strahlenschutz, Rebernig Baubiologie und Umweltmesstechnik, Vitatec, Environmental Health Trust.

 

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