Eingabehilfen öffnen

Zum Hauptinhalt springen

Autor: Maria Umlauf

Stellungnahme zum GModG – Gebäudemodernisierungsgesetz

Unser Geschäftsführer Marcus Reichenberg hat am 11.05.2026 – innerhalb einer extrem kurzen Frist – eine Stellungnahme zum Referentenentwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) eingereicht.
Damit reiht sich die Greensurance Stiftung in eine Vielzahl von Stimmen ein, die den Entwurf aus fachlicher, regulatorischer und klimapolitischer Perspektive kritisch bewerten.

Zeitdruck statt sorgfältiger Gesetzgebung

Auffällig ist zunächst der zeitliche Rahmen: Für die Einreichung fundierter Stellungnahmen blieb lediglich ein Zeitraum von wenigen Tagen. Ein derart eng gestecktes Fristenregime wirft Fragen hinsichtlich der Qualität und Offenheit des Gesetzgebungsprozesses auf. Gerade bei einem Gesetz mit weitreichenden Auswirkungen auf Klimaschutz, Gebäudebestand und Energieversorgung wäre eine breitere fachliche Einbindung notwendig gewesen. Die Greensurance Stiftung hat ihre Stellungnahme auf Grundlage dieses Dokuments fristgerecht eingereicht – ob sie noch rechtzeitig berücksichtigt wird, bleibt jedoch offen.

Zentrale Kritik: Irreführende Terminologie und Greenwashing-Risiken

Im Mittelpunkt der Kritik steht die Einführung des Begriffs „Bioöl“ im Referentenentwurf. Was zunächst nach einem Schritt in Richtung Nachhaltigkeit klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als problematisch. Die Greensurance Stiftung weist darauf hin, dass der Begriff „Bio“ im rechtlichen und gesellschaftlichen Kontext eindeutig mit ökologischer Produktion und überprüfbaren Nachhaltigkeitsstandards verbunden ist. Die im Gesetz adressierten Brennstoffe erfüllen diese Anforderungen jedoch regelmäßig nicht.

Stattdessen handelt es sich häufig um Produkte:

  • auf Basis konventionell erzeugter Biomasse
  • mit fossilen Vorprodukten (z. B. Methanol aus Erdgas oder Kohle)
  • oder mit Rohstoffen aus globalen Lieferketten, die wiederum erhebliche ökologische Nachteile mit sich bringen können

Die Verwendung des Begriffs „Bio“ suggeriert somit eine Nachhaltigkeit, die faktisch nicht hinreichend belegt ist. Aus Sicht der Greensurance Stiftung entsteht hier ein erhebliches Risiko für Greenwashing, das auch im Widerspruch zur EmpCo-Richtlinie steht, die irreführende Umweltangaben ausdrücklich vermeiden will.

Systemisches Problem: Begriff statt Substanz

Die Kritik geht jedoch über eine bloße Begriffsdiskussion hinaus. Sie betrifft das Grundverständnis von Klimapolitik im Gebäudesektor.

Wenn zentrale Begriffe unscharf oder bewusst positiv aufgeladen sind, entsteht ein politisches Signal, das den tatsächlichen Transformationsbedarf verschleiert. Technologien oder Energieträger erscheinen nachhaltiger, als sie tatsächlich sind – mit der Folge, dass notwendige strukturelle Veränderungen verzögert werden. Die im Entwurf angedeutete sogenannte „Technologieoffenheit“ wird aus dieser Perspektive kritisch interpretiert: Nicht als neutraler Ansatz, sondern als potenzielle Verlangsamung echter Transformation zugunsten bestehender fossiler Strukturen.

Fachlicher Gegenvorschlag: Präzision statt Narrative

Die Greensurance Stiftung schlägt daher einen klaren, fachlich belastbaren Ansatz vor: terminologische Präzisierung.

Konkret wird empfohlen:

  • „Bioöl“ durch„Agraröl“ zu ersetzen
  • „Biomethan“ durch„Agrarmethan“
  • „Biogas“ durch „Agrargas“

Diese Begrifflichkeiten stellen nicht auf eine suggerierte Nachhaltigkeit ab, sondern auf den tatsächlichen Rohstoffursprung.

Damit wird ein zentraler Beitrag geleistet:

  • zur Transparenz für Verbraucher:innen
  • zur Vermeidung irreführender Kommunikation
  • zur regulatorischen Konsistenz im EU-Rahmen

Generationengerechtigkeit und Flächenkonflikte

Über die terminologische Ebene hinaus wirft der Entwurf grundlegende Fragen auf:

  • Woher sollen die Rohstoffe für die künftig verstärkt eingesetzten biogenen Energieträger stammen?
  • Welche Flächen werden dafür genutzt?
  • Und in welchem Verhältnis stehen diese Nutzungen zu Ernährungssicherheit, Biodiversität und globalen Klimazielen?

Bereits in der Vergangenheit – etwa in der sogenannten „Teller-oder-Tank“-Debatte – wurde deutlich, dass die energetische Nutzung landwirtschaftlicher Flächen erhebliche Zielkonflikte erzeugt. Das GModG wird den Ausverkauf unserer landwirtschaftlichen Flächen sowie die Industrialisierung der Landwirtschaft vorantreiben, mit all den damit verbundenen Nachteilen. Die Chemiebranche wird sich freuen, weil auf Pestizide ein weiterer Boom zukommen wird, mit dem Ergebnis des weiteren Biodiversität Verlustes unserer Flora und Fauna.

Stimme aus der Praxis: Fachkongress und gesellschaftliche Debatte

Die kritische Bewertung des GModG-Entwurfs wird auch durch die Diskussionen auf dem 25. Bundeskongress des GIH-Bundesverbands für Energieberatende gespiegelt. Dort wurde deutlich, dass ein erheblicher Teil der Fachöffentlichkeit die vorgelegten Regelungen als unzureichend einstuft.

Gleichzeitig wird sichtbar: Der Diskurs ist nicht rein fachlich – er ist gesellschaftlich. Es geht um Vertrauen in politische Prozesse, um Transparenz und um die Frage, wie ernst Klimaziele tatsächlich genommen werden.

Fazit: Mehr als ein Gesetz – eine Richtungsentscheidung

Der Referentenentwurf zum GModG ist mehr als eine technische Anpassung bestehender Regelwerke. Er setzt klare Signale für die zukünftige Ausrichtung der Energie- und Klimapolitik im Gebäudesektor.

Die Greensurance Stiftung kommt in ihrer Stellungnahme zu einem eindeutigen Ergebnis:

Die derzeit gewählte Terminologie ist fachlich nicht haltbar und birgt erhebliche Risiken für Greenwashing und Verbrauchertäuschung. Eine sachlich präzise, transparente und regulatorisch konsistente Sprache ist kein Detail – sie ist Voraussetzung für wirksame Klimapolitik.

Hinweis zum Bildmaterial

Das zugehörige Blogbild zeigt Marcus Reichenberg  gemeinsam mit Luisa Neubauer auf dem GIH-Bundeskongress der Interessensvertretung der Energieberatenden.

insureNXT 2026: Innovation trifft Nachhaltigkeit – und wir sind mittendrin

Am 20. und 21. Mai 2026 wird Köln erneut zum Hotspot der Versicherungsbranche: Die insureNXT 2026 bringt Entscheider:innen, Start-ups, Technologieanbieter und Vordenker zusammen, um die Zukunft der Versicherung neu zu denken.

Die Veranstaltung ist eine der führenden Plattformen für Innovation in der Branche – mit Expo, Konferenzprogramm und zahlreichen Networking-Formaten. Im Mittelpunkt stehen Themen wie digitale Transformation, Künstliche Intelligenz und kundenzentrierte Geschäftsmodelle.

Greensurance Stiftung vor Ort am Guidewire-Stand

Auch wir sind dieses Jahr Teil der insureNXT: Die Greensurance Stiftung ist am Stand von Guidewire Software vertreten.

Das passt perfekt, denn gerade in der Versicherungswirtschaft gewinnt das Thema Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Versicherer stehen vor der Herausforderung, Klimarisiken zu bewerten, Schäden zu minimieren und aktiv zur Transformation beizutragen – genau hier setzen wir an.

Kommt gerne bei uns auf einen Kaffee vorbei! Wir freuen uns auf den Austausch, neue Perspektiven und spannende Gespräche.

Moorrenaturierung: Klimaschutz mit enormem Potenzial

Ein zentrales Thema, das wir mitbringen: Die Moorrenaturierung.

Intakte Moore sind wahre Klimaschützer – sie speichern enorme Mengen CO₂. Werden sie jedoch entwässert, kehrt sich dieser Effekt um, und sie werden zu Emissionsquellen. Die Wiedervernässung von Mooren ist daher eine der effektivsten Maßnahmen im natürlichen Klimaschutz.

Gerade für Versicherungen ist das relevant:

  • Prävention statt Schadensregulierung
  • Naturbasierte Lösungen gegen Extremwetterfolgen
  • Nachhaltige Investments mit messbarem Impact

Wenn ihr wissen wollt, wie sich diese Themen konkret mit Versicherungsmodellen verbinden lassen – sprecht uns an!

Das Moorschutz-Rad: Nachhaltigkeit erlebbar machen

Moorschutz-Rad
Moorschutz-Rad

Ein besonderes Highlight Highlight am Guidewire-Stand F-020: das Moorschutz-Rad.

Hier wird Klimaschutz greifbar und verständlich – auf interaktive Weise zeigen wir, wie Moore funktionieren, warum sie so wichtig sind und welchen Beitrag jede:r leisten kann.

Perfekt für alle, die nicht nur zuhören, sondern Nachhaltigkeit aktiv erleben möchten.

 

Warum sich ein Besuch lohnt

Die insureNXT ist mehr als nur eine Messe: Sie ist ein Ort, an dem neue Ideen entstehen und Partnerschaften wachsen. Über 3.500 Teilnehmende, rund 150 Aussteller und ein hochkarätiges Bühnenprogramm zeigen, wie dynamisch sich die Versicherungswelt aktuell entwickelt.

Ob neue Technologien, innovative Geschäftsmodelle oder konkrete Lösungen für aktuelle Herausforderungen – hier bekommt man einen echten Einblick in die Zukunft der Branche.

Lasst uns ins Gespräch kommen

Die insureNXT lebt vom Austausch – und genau darauf freuen wir uns.

Ob ihr euch für nachhaltige Versicherungsmodelle interessiert, mehr über Moorrenaturierung erfahren möchtet oder einfach neugierig seid, was wir als Greensurance Stiftung machen:

Kommt vorbei, lernt uns kennen und lasst uns gemeinsam über die Zukunft sprechen.

Wir sehen uns in Köln!

Nachhaltigkeit messbar machen: Das ASSESI-Projekt beim VfU Forum Insurance vorgestellt

Im Rahmen des VfU Forum Insurance wurde ein zentrales Zukunftsthema der Versicherungsbranche aufgegriffen: die Frage, wie Nachhaltigkeit in Versicherungsprodukten messbar, vergleichbar und für Kund:innen transparent gemacht werden kann. Im Mittelpunkt stand dabei das ASSESI-Projekt, welches im Rahmen der Veranstaltung von der Projektleitung Isabell Rzepecki stellvertretend vorgestellt wurde.

Nachhaltigkeitslabel: Lücke in der Versicherungsbranche

Verbraucher:innen sind es längst gewohnt, sich an Nachhaltigkeitslabeln zu orientieren. Bekannte Siegel wie der Blauer Engel oder das EU Ecolabel bieten verlässliche Hinweise auf umweltfreundliche Produkte und erleichtern nachhaltige Kaufentscheidungen erheblich.

In der Versicherungsbranche hingegen fehlen vergleichbare Orientierungshilfen in den Kompositsparten Hausrat-, Haftpflicht- und Wohngebäudeversicherung.

Vorstellung ASSESI: Ein Ansatz zur Schließung der Lücke

Vor diesem Hintergrund wurde im VfU-Forum das ASSESI-Projekt vorgestellt. Ziel des Projekts ist es, ein standardisiertes Zertifizierungssystem zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Versicherungsprodukten zu entwickeln. Kernbestandteil sind dabei spezifische Nachhaltigkeits-KPIs, die eine objektive und EmpCo-konforme Einordnung ermöglichen sollen.

Hier erfahren Sie mehr über das Projektvorhaben: Kein Greenwashing in der Versicherung: Entwicklung eines Standards für nachhaltige Versicherungsprodukte – Greensurance Stiftung

Inhaltliche Schwerpunkte im VfU Forum Insurance

Im Rahmen des VfU Forum Insurance wurde das ASSESI-Projekt vorgestellt. Dabei standen folgende Schwerpunkte im Fokus:

  • Vorstellung der Greensurance Stiftung und ihrer Arbeit im Allgemeinen
  • Dringende Notwendigkeit, die bestehende Lücke von Nachhaltigkeitszertifizierungen in der Versicherungsbranche zu schließen
  • EmpCo-Verordnung und ihre Auswirkungen auf die Nachhaltigkeitskommunikation
  • Präsentation des Projektvorhabens inklusive des aktuellen Status Quo
  • Möglichkeiten zur Partizipation und Mitgestaltung

Partizipation als zentraler Erfolgsfaktor

Ein wichtiger Bestandteil des ASSESI-Projekts ist daher die aktive Einbindung von Stakeholdern. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die verschiedenen Möglichkeiten zur Partizipation vorgestellt, darunter:

  • Mitgliedschaft im Beirat des Projekts
  • Mitarbeit in der DIN-Arbeitsgruppe zur Entwicklung einer DIN-Norm für nachhaltige Versicherungsprodukte
  • Teilnahme als Pilotversicherer, um das Zertifizierungssystem praxisnah zu testen
  • Feedback zum Konsultationsprozess geben (aktuelle Informationen hierzu werden auf der Projektseite veröffentlicht: Association of European Sustainable Insurers
  • Integration weiterer Expert:innen in die Entwicklung der Nachhaltigkeitskriterien, insbesondere in KPI-Arbeitsgruppen

Impulse aus dem Teilnehmendenkreis

Das ASSESI-Projekt versteht sich bewusst als offener, kollaborativer Prozess mit dem Ziel, ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit in der Versicherungswirtschaft zu entwickeln und dieses perspektivisch auch geschlossen nach außen zu vertreten. Angestrebt wird eine praxisnahe und zugleich wissenschaftlich fundierte Zertifizierung, die sowohl bei Versicherungsunternehmen als auch auf Kundenseite breite Akzeptanz findet.

Die Rückmeldungen aus dem Teilnehmerkreis unterstreichen insbesondere die Notwendigkeit eines einheitlichen Verständnisses darüber, was ein nachhaltiges Versicherungsprodukt leisten und berücksichtigen sollte. Als zentral wird zudem ein länderübergreifend abgestimmtes Vorgehen gesehen, das mit bestehenden EU-Vorgaben, etwa zu Datenerhebung und Berichtspflichten, konsistent ist.

Gleichzeitig wurde auf eine aktuelle Entwicklung hingewiesen: die zunehmende Gefahr des „Greenhushings“. Bereits rund die Hälfte der Versicherer, die noch vor wenigen Jahren aktiv mit Nachhaltigkeit geworben haben, verzichten inzwischen weitgehend auf entsprechende Kommunikation. Dies deutet auf wachsende Unsicherheit im Markt hin und unterstreicht den Bedarf nach klaren, verlässlichen und anschlussfähigen Standards, die Orientierung bieten und glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation ermöglichen.

Bei Interesse an einer der Partizipationsmöglichkeiten können Sie sich gerne direkt an das Projektteam wenden:

Mail: rzepecki@assesi.eu / info@assesi.eu

Telefon: 0881-9245333-27

 

 

Rückblick auf die DKM 2025

Nachhaltigkeit im Fokus der Versicherungsbranche

Am 28. und 29. Oktober 2025 war die Greensurance Stiftung erneut mit einem eigenen Stand auf der DKM, der Leitmesse der Finanz- und Versicherungswirtschaft, in Dortmund vertreten. Unser Standort in Halle 3 bot dabei nicht nur den Rahmen für die Vorstellung aller Themen und Projekte der Greensurance Stiftung, sondern auch für einen intensiven Austausch mit Besucherinnen und Fachvertreterinnen.

Unsere Themen auf der DKM:

Sustainable Finance, Umsetzung regulatorischer Anforderungen

Die Stiftung präsentierte auf der DKM ihr Leistungsportfolio im Bereich Sustainble Finance. Im Mittelpunkt standen dabei die Wesentlichkeitsanalyse, CO₂-Bilanzierung, CSRD-/VSME-Berichterstattung und die Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien. Die Greensurance Stiftung verknüpft ebenfalls ihre Expertise im Bereich Sustainable Finance mit ihrem Engagement im Moorschutz und bietet Unternehmen Wege zur Klimafinanzierung.

Zahlreiche Besucher:innen informierten sich über die praktischen Umsetzungen unserer Leistungen und deren spezifischen Relevanz für die Versicherungsbranche. Die Gespräche zeigten zunehmend das Interesse nach verlässlichen Lösungen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung und die regulatorischen Anforderungen an Versicherungen.

ASSESI, Geprüfte Nachhaltigkeit: Der neue Standard für (Komposit-) Versicherungsprodukte

Auf der DKM 2025 präsentierte sich ASSESI, die Association of European Sustainable Insurers, erstmals einem breiten Fachpublikum aus Versicherern, Vermittlern und Maklerpools. Ziel des durch die DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) geförderten Projekts ist die Entwicklung eines Nachhaltigkeitsstandards für Sach- und Haftpflichtversicherungsprodukte. Auf der Messe wurde der aktuelle Entwicklungsstand des ASSESI-Labels vorgestellt. Zudem stellte das Projektteam die für das Vorhaben relevanten DIN-Normen vor und informierte über zukünftige regulatorische Veränderungen im Rahmen der Verbraucherschutzrichtlinie EmpCo. Der Stand bot zahlreiche Gelegenheiten zum fachlichen Austausch, zur Diskussion regulatorischer Entwicklungen und zur Vernetzung zwischen Wissenschaft, Praxis und Regulierung. Der Auftritt auf der DKM ermöglichte es, ASSESI einem breiten Fachpublikum der Versicherungswirtschaft vorzustellen und seine Sichtbarkeit im Branchenkontext zu erhöhen. So konnte die Bekanntheit des Projekts deutlich gesteigert und die Relevanz eines verbindlichen Nachhaltigkeitsstandards für die Versicherungsbranche wirkungsvoll unterstrichen werden.

Moorschutz, Investition in wirksamen Klimaschutz

Ein weiterer zentraler Bestandteil unserer Arbeit, der breite Resonanz fand, ist der naturbasierte Klimaschutz durch Moorschutzprojekte. Die belegbare CO₂-Speicherung renaturierter Moorflächen sowie die positive Wirkung auf Biodiversität und regionale Ökosysteme wurden als relevante Optionen im Rahmen unternehmerischer Klimastrategien präsentiert. So stellte die Greensurance Stiftung ihre Moorprojekte sowie das Konzept der Moorpatenschaft einem breiten Publikum vor.

Fazit

Die diesjährige DKM hat gezeigt, dass der Diskurs zu Nachhaltigkeit in der Versicherungswirtschaft teilweise gereift ist. Inhaltsleere Nachhaltigkeitsnarrative treten zunehmend in den Hintergrund, stattdessen rücken messbare Wirksamkeit, regulatorische Konformität und wissenschaftliche Fundierung in den Mittelpunkt. Die Greensurance Stiftung wird diesen Entwicklungsprozess weiterhin durch anwendungsorientierte Forschung, qualifizierte Beratung sowie innovative Klimaschutzlösungen aktiv begleiten und mitgestalten.

Wir bedanken uns bei allen Besucher:innen für den intensiven Austausch und freuen uns auch zukünftig für eine fortsetzung des Dialoges.

Eure Greensurance Stiftung

Erstes Beiratstreffen – ASSESI-PROJEKT – Nachhaltigkeitskennzeichnung (LABEL) N-Versicherungen

Am 29. September 2025 fand die erste Beiratssitzung des ASSESI-Projekts (Association of European Sustainable Insurers) statt.

Das Treffen markierte einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Etablierung einheitlicher (Mindest-) Standards für Nachhaltigkeit im Versicherungswesen.

Zusammensetzung des ASSESI-Beirats

Der Beirat des ASSESI-Projekts vereint ausgewiesene Expert:innen aus Wissenschaft, Versicherungswirtschaft und Standardisierung. Die Fachgebiete der Mitglieder reichen von Nachhaltigkeit und Klimaforschung über Finanz- und Versicherungswesen bis zu Umweltbewertung und Normung. Durch diese interdisziplinäre Zusammensetzung vereint der Beirat sowohl theoretisch-analytische als auch praxisorientierte Perspektiven.

Projektinformationen: Entwicklung des Produktstandards

Die Ausarbeitung eines Zertifizierungssystems sowie eines darauf aufbauende Prüfprozesses zur Erlangung des Nachhaltigkeitszertifikats befinden sich in der Entwicklung und orientieren sich an relevanten DIN-Normen und den Vorgaben der EmpCo-Richtlinie. Das Label soll den Namen tragen: ASSESI-LABEL. Mit der Vergabe des ASSESI-LABELS erreicht die ASSEKURANZ eine EmpCo-Konformität für einzelne Komposit-Versicherungsprodukte.

Themen und Schwerpunkte der ASSESI-Beiratssitzung

Die Entwicklung des ASSESI-Nachhaltigkeitskennzeichens erfordert die Klärung zentraler organisatorischer Fragen. Dazu zählen vor allem Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und Verfahren zur Umsetzung, Kontrolle und Weiterentwicklung der Produktzertifizierung. Diskutiert wurde zudem die Organisations- und Zertifizierungsstruktur, mit dem Ziel, ein objektives, mehrstufiges Prüf- und Zertifizierungssystem zu entwickeln. Innerhalb der Sitzung wurde ein best-practice-Projekt, natureplus, vorgestellt.

Ein weiterer wesentlicher Themenschwerpunkt war die Vorstellung und Diskussion relevanter Normen und Standards. Dabei wurden relevante DIN-Normen aus den Bereichen Umweltkennzeichnung (DIN EN ISO 14024), Nachhaltigkeitsscoring (DIN 77236 – 2) und Konformitätsbewertung (DIN EN ISO/IEC 17067 / DIN EN ISO/IEC 17065) sowie deren Inhalte diskutiert.

Im Rahmen der Beiratsdiskussion wurde betont, dass der Konsultationsprozess alle relevanten Stakeholder einbeziehen soll, um ein ausgewogenes, praxisnahes Meinungsbild zu gewährleisten. Hervorgehoben wurde insbesondere die Bedeutung der Verbraucherperspektive, die frühzeitig und kontinuierlich berücksichtigt werden muss. Ein öffentlichkeitswirksam breiter und transparenter Dialog sind dabei von besonderer Bedeutung.

Informieren Sie sich hier über den Konsultationsprozess – https://assesi-label.eu. IHRE Beteiligung ist gefragt!

Ausblick
Für die kommenden Monate ist ein fortlaufender, konstruktiver Austausch zwischen dem Beirat und den Projektbeteiligten vorgesehen. So sollen vielfältige Perspektiven und Expertisen gezielt in die Projektentwicklung mit einbezogen werden, um eine möglichst fundierte Entwicklung des ASSESI-Nachhaltigkeitskennzeichen (ASSESI-LABEL) zu garantieren. Der enge Dialog trägt dazu bei, die Qualität, Praxisrelevanz und Akzeptanz der entstehenden Standards zu sichern und damit den langfristigen Erfolg und die Verstetigung des ASSESI-Projekts zu gewährleisten. Das nächste Beiratstreffen ist für Anfang 2026 geplant.

CREATE-Abschlusskonferenz: Vorstellung der Projektergebnisse

Mit der CREATE-Abschlusskonferenz am 16.09.2025 in Frankfurt feierte das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt seinen offiziellen Abschluss.

Nach einer intensiven, zweieinhalbjährigen Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik Stuttgart (HfT Stuttgart), der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen GmbH (DGNB) und dem Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e.V. (VfU) stand der erste Teil der Veranstaltung ganz im Zeichen der Präsentation der erzielten Projektergebnisse. In diesem stellte die Greensurance Stiftung die Forschungsergebnisse für den Bereich der Versicherungswirtschaft vor.

Im Mittelpunkt des Vortrags von Martina Gruß-Kilian und Marcus Reichenberg stand die Integration von Nachhaltigkeit in die Wohngebäudeversicherung, die Rolle von Versicherungsprodukten bei der Erhöhung der nachhaltigen Sanierungsrate sowie die Hemmnisse, Treiber und Einflussfaktoren der nachhaltigen Transformation im Bereich der Assekuranz. Darüber hinaus wurden konkrete Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Stakeholdergruppen entwickelt und vorgestellt.

Im Folgenden finden Sie einen Auszug der wesentlichen CREATE-Handlungsempfehlungen: CREATE-Erkenntnisauszug

Im thematisch strukturierten zweiten Teil der Veranstaltung standen Forschungsthemen wie Klimawandel, Wetterextreme sowie das Greenhouse Gas Protocol im Fokus. Zum Abschluss der Veranstaltung bildete ein Panel aus Wissenschaft und Praxis den Höhepunkt der Diskussionen.

Insgesamt bot die CREATE-Abschlusskonferenz wertvolle Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse und deren Umsetzungen. Die Veranstaltung verdeutlichte, wie aktuelle Forschungsergebnisse in konkrete Maßnahmen und Strategien zur Förderung der Dekarbonisierung im Gebäudesektor beitragen können. Besonders hervorzuheben war auch der umfassende Austausch, sowohl mit dem Projekteam als auch mit externen Besucher:innen der Veranstaltung. Insgesamt unterstrich die Veranstaltung die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit und motivierte zu weiteren Initiativen und Projekten im Bereich der nachhaltigen Gebäudetransformation.

 

DESERTEC: eine nachhaltige Energiequelle für die Zukunft

Der Klimawandel und die begrenzten fossilen Ressourcen machen nachhaltige Energiequellen immer wichtiger. DESERTEC ist eine internationale Initiative mit einem Konzept, welches das Potenzial hat unsere Art und Weise zur Energiegewinnung in Zukunft zu revolutionieren. Es zielt darauf ab, durch den Ausbau von CSP-Kraftwerken (CSP = Concentrated Solar Power = konzentrierte Sonnenenergie) die starke Sonneneinstrahlung der Sahara zu nutzen, um grundlastfähigen, sauberen Strom zu erzeugen. Die Sahara bietet somit durch ihre Lage ideale Bedingungen, die für diese Technologie essenziell sind: eine hohe Sonneneinstrahlung, eine trockene Umgebung und wenig Niederschläge.

Die DESERTEC Initiative

Die DESERTEC Foundation wurde 2009 in Berlin gegründet und fördert eine nachhaltige Zukunft durch die Nutzung erneuerbarer Energien. Sie entstand auf der Basis eines Netzwerks aus Wissenschaftlern, Politikern und Ökonomen aus Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten. Die Stiftung unterstützt Projekte, die das DESERTEC Konzept umsetzen, und arbeitet an der Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen für die globale Energiewende. Darüber hinaus gründete die Foundation mit Partnern aus der Industrie- und Finanzbranche die Dii Desert Energy, eine Initiative, die über 126 Unternehmen umfasst, darunter Siemens Energy oder auch Thyssenkrupp, mit dem Ziel des Austausches und der Umsetzung von DESERTEC Projekten. Das ursprüngliche Ziel hinter DESERTEC, das den Stromexport aus der Sahara nach Europa vorsah, scheiterte aufgrund verschiedener Herausforderungen. Heute konzentrieren sich die Akteur:innen auf die Entwicklung erneuerbarer Energieprojekte in Nordafrika, dem Nahen Osten u.a. mit dem Ziel, die regionale Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten.

CSP-Kraftwerke als Lösung für eine zuverlässige Energieversorgung

Eine der größten Herausforderungen bei der Nutzung erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft ist die Sicherstellung einer stabilen Grundlastversorgung. Die Grundlast bezeichnet die minimale Energiemenge, die konstant zur Verfügung stehen muss, um einen grundlegenden Energiebedarf zu decken. Sie muss unabhängig von Tageszeiten und Wetterbedingungen zu jedem Zeitpunkt gegeben sein. Da erneuerbare Energien wie z.B. Solarkraft jedoch stark wetter- und tageszeitenabhängig sind, nimmt ihre Produktionsfähigkeit bei Nacht oder schlechten Wetterbedingungen stark bis vollständig ab, was zu Stromausfällen oder sogar Blackouts führen könnte. Aktuell versorgen Atom- Kohle- oder Gaskraftwerke Europa mit Strom, welche durchgehend laufen, um die Grundlast zu gewährleisten. Dabei muss die Netzfrequenz konstant bei 50 Hz gehalten werden, um Schwankungen und damit verbundene potenzielle Ausfälle zu vermeiden. Sinkt die Frequenz, da zu wenig Strom erzeugt wird, kommen zusätzlich Spitzenlastkraftwerke zum Einsatz. Meistens handelt es sich dabei um Gaskraftwerke, die schnell hochgefahren werden können. Bei solarthermischen Kraftwerken wird das Problem der Grundlast durch Wärmespeicher gelöst, die auch unter suboptimalen Bedingungen weiterhin Strom zur Verfügung stellen können.

Technologie und Infrastruktur: von Kraftwerken bis zum Stromtransport

DESERTEC Projekte, die an Wüstenstandorten installiert werden, basieren auf der Nutzung von solarthermischen Kraftwerken (CSP). Diese bestehen aus großen Parabolrinnen (siehe Abbildung), welche das Sonnenlicht bündeln und auf eine Röhre reflektieren, durch die eine Flüssigkeit fließt. Diese Flüssigkeit wird erhitzt und als Wärmemedium benutzt, um in einem Wärmetauscher Wasserdampf zu erzeugen, der eine Dampfturbine antreibt und somit Strom erzeugt.

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Projekts ist die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Diese Technologie ermöglicht es, den erzeugten Strom mit minimalen Verlusten über längere Strecken zu transportieren, da hier im Vergleich zur traditionellen Wechselstromleitungen der Widerstand entfällt. Dies ist besonders wichtig, da die Wüstenregionen, in denen diese solarthermischen Kraftwerke installiert werden, teils weit von großen Stromverbrauchszentren entfernt liegen.

Der Standort Sahara eignet sich aufgrund der hohen und konstanten Sonneneinstrahlung besonders gut für ein solches Projekt. Zudem ist ein Großteil der Sahara nicht mit Sand bedeckt, sondern besteht aus kargem Stein, wodurch das Risiko von Sandstürmen und wandernden Dünen minimiert wird. Zudem werden die Parabolrinnen so konstruiert, dass diese in eine Schutzposition bewegt werden können, wenn ein Sandsturm droht.

Wirtschaftlichkeit und Potenzial von DESERTEC

Die Kosten für ein DESERTEC Projekt setzten sich aus Investitions- und Betriebskosten zusammen. Die Investitionskosten je Kraftwerk, ohne Berücksichtigung der Stromleitung, betragen etwa 3,5 Milliarden Euro pro Gigawatt Leistung. Insofern das Ziel der Stromexport bspw. in europäische Staaten ist, ist die Installation von Stromleitungen ein wesentlicher Kostenpunkt mit Summen zwischen 2 und 15 Milliarden Euro. Die Betriebskosten von Solarthermieanlagen liegen laut der DESERTEC Foundation bei etwa 6-9 Cent pro kWh (Kilowattstunde), was sie zu einem wettbewerbsfähigen Kontrahenten zu Kohle- und Erdgas-Kraftwerken macht. Langfristig gesehen sind es neben den geringen Betriebskosten v.a. die Fehlenden Folgekosten durch Klimaschäden und Atommüll welche ein solches Projekt wirtschaftlich attraktiv machen.

Parabolrinnenkraftwerk
Abbildung: Prinzip des solarthermischen Parabolrinnen-Kraftwerks (Quelle: https://www.volker-quaschning.de/artikel/konzenson2/index.php)

Renaturierung im Brandfilz: Wasserpegel setzen für die Zukunft des Moores

Die Renaturierungsarbeiten im Brandfilz bei Raubling schreiten voran. Ein wichtiger Meilenstein wurde kürzlich mit der Installation von Wasserpegeln erreicht, die eine präzise Messung der Wasserstände im Boden ermöglichen. Dies ist besonders wichtig, um später Vergleiche mit den Wasserständen nach den Anstauungsmaßnahmen ziehen zu können.

Warum Wasserpegel?

Wasserpegel
Wasserpegel

Die neu installierten Pegel sind hochmoderne Messgeräte, die alle 12 Stunden den Wasserstand erfassen und speichern. Diese kontinuierliche Datenerhebung über ein ganzes Jahr hinweg ist von entscheidender Bedeutung, um ein vollständiges Bild der saisonalen Schwankungen zu erhalten. Diese Informationen sind unerlässlich, bevor weitere Maßnahmen wie Grabenschließungen oder andere wasseranstauende Eingriffe vorgenommen werden. Die Standorte der Wasserpegel wurden dabei nach der 5-Pegelmethode des Peatland Science Centres (PSC) bestimmt. Diese Methode stellt sicher, dass die Messstandorte präzise und repräsentativ für die hydrologischen Bedingungen des Moors sind.

Was ist die 5-Pegelmethode?

Die 5-Pegelmethode des PSC basiert auf einem systematischen Ansatz zur Standortauswahl für Pegel. Ziel ist es, die hydrologischen Bedingungen des Moors möglichst umfassend zu erfassen. Dazu werden fünf strategisch platzierte Pegelstandorte definiert, die folgende Kriterien berücksichtigen:

  1. Zentrale Moorbereiche: Ein Pegel wird in der Mitte des Moorkörpers installiert, um den Wasserstand im Kernbereich zu messen.
  2. Randbereiche: Zwei Pegel werden an den Rändern des Moors platziert, um Übergänge zwischen Moor und benachbarten Landschaftstypen zu erfassen.
  3. Entwässerungsgräben: Einer der Pegel wird in der Nähe eines bestehenden Grabens installiert, um den Einfluss der Entwässerung auf den Wasserstand zu überwachen.
  4. Vegetationstypen: Der letzte Pegel wird in einem Bereich mit charakteristischer Vegetation platziert, um die Wechselwirkungen zwischen Wasserstand und Pflanzenwachstum zu untersuchen.
  5. Höhenunterschiede: Die Standorte berücksichtigen zudem unterschiedliche Höhenlagen innerhalb des Moorkörpers, um hydrologische Gradienten abzubilden.

Diese Methode ermöglicht eine umfassende Analyse der hydrologischen Dynamik und liefert wichtige Daten für die Planung weiterer Maßnahmen.

Technische Details der Pegelinstallation

Die Wasserpegel bestehen aus Filterrohren, deren Spitzen bis in den Mineralboden reichen. Um die optimale Platzierung zu gewährleisten, wurden vorab Torfbohrungen durchgeführt, um die Tiefe der Torfschicht zu bestimmen. Der Mineralboden fungiert als natürlicher Aquidukt, der das Wasser trägt und verhindert, dass es durchsickert.

Die Verankerung der Filterspitze im Mineralboden ermöglicht eine Messung des Wasserstands in der gesamten Torfschicht. Zur Stabilisierung und zum Schutz vor Oberflächenwasser und organischen Schwemmstoffen wird das Filterrohr mit Filterkies und Quellton im Boden fixiert.

Filterrohr Filterkies Quellton

Filterrohr, Filterkies und Quellton

Datenerfassung und -speicherung

Data-Logger
Data-Logger

Bevor der Data-Logger installiert wird, erfolgt eine erste Messung des Wasserspiegels mit einem Lichtlot. Die Länge des Kabels für den Data-Logger wird individuell angepasst, basierend auf den Ergebnissen des vorangegangenen moorökologischen Gutachtens zur Torfmächtigkeit.

Der Data-Logger wird mit den genauen Standortkoordinaten programmiert, um eine präzise Zuordnung der Messdaten zu gewährleisten. Zum Schutz der empfindlichen Messgeräte wird abschließend eine Verschlusskappe auf den Pegel gesetzt.

Kalibrierung
Kalibrierung

Bedeutung für die Moorrenaturierung

Diese sorgfältige Vorbereitung und Durchführung der Pegelmessungen ist ein entscheidender Schritt in der Renaturierung des Brandfilzes. Die gewonnenen Daten werden es den Experten ermöglichen, fundierte Entscheidungen über zukünftige Maßnahmen zu treffen und deren Wirksamkeit zu überprüfen.

Die Renaturierung des Brandfilzes ist Teil eines größeren Projekts zur Wiederherstellung der Moore in der Region Raubling. Intakte Moore spielen eine wichtige Rolle im Klimaschutz, da sie große Mengen CO2 speichern können. Zudem bieten sie Lebensraum für seltene Arten wie Sonnentau und Bläulinge und tragen zum Hochwasserschutz bei, indem sie Wasser wie ein Schwamm aufnehmen und zeitverzögert wieder abgeben.

Mit der Setzung der Wasserpegel im Brandfilz macht Raubling einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Moorschutz und nachhaltige Landschaftsgestaltung. Die Ergebnisse dieser Messungen werden nicht nur für dieses spezifische Projekt, sondern auch für zukünftige Renaturierungsvorhaben in der Region von großem Wert sein.

Kohlenstoffdioxid-Kompensation mittels Moorrenaturierung (BA/2012)

Die Renaturierung entwässerter Moore bietet Unternehmen und Privatpersonen eine Möglichkeit, ihre Emissionen auszugleichen, indem klimarelevante Gase eingespart werden. Die Studie setzt sich zum Ziel, die Wirtschaftlichkeit der Moorrenaturierung als Klimaschutzprojekt auf dem Freiwilligen Emissionshandel zu prüfen und Handlungsempfehlungen auszusprechen. || Bachelorarbeit an der LMU München im Studiengang der Geographie

Zertifizierung von Klimaschutzprojekten für die Greensurance Stiftung (BA/2013)

Basierend auf der Arbeit von B.Sc. Anna Schirpke befasst sich die folgende Bachelorarbeit mit geeigneten Zertifizierungsmöglichkeiten von Moorrenaturierungsprojekten. Im Fokus steht die Forschungsfrage, inwiefern eine Zertifizierung von Klimaschutzprojekten für die Greensurance Stiftung sinnvoll und wirtschaftlich umsetzbar ist. Dazu werden vier verschiedene Qualitätsstandards miteinander verglichen, auf ihre Vor- und Nachteile hin geprüft und im Rahmen einer Gesamtkostenanalyse einer Kostenkalkulation unterzogen. || Bachelorarbeit an der LMU München im Studiengang der Geographie