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Nachhaltigkeit trifft Verteidigung – Wie viel ESG steckt in einem Rüstungskonzern?

5. August 2025

Versicherungen bekennen sich öffentlich zu Klimazielen und nachhaltigen Investitionen. Doch hinter der grünen Fassade zeigt sich ein Dilemma: Große Player wie die Allianz investieren über Tochtergesellschaften wie Allianz Global Investors (AGI) Milliarden in Rüstungsunternehmen.

Seit dem Ukrainekrieg ist die gesellschaftliche und politische Haltung zur Rüstungsindustrie im Wandel. Ex-Politiker wie Christian Lindner forderten, dass auch Fonds und Versicherer sich an der Verteidigungsfähigkeit Europas beteiligen. Damit weichen viele Unternehmen ihre Ausschlusskriterien für Investments in Rüstungsfirmen auf.

Zwischen ESG und militärischen Investments

Rüstung gilt nun teilweise als „gesellschaftlich akzeptiert“, insbesondere wenn es um konventionelle Verteidigung geht. Doch die ESG-Grundsätze (Environment, Social, Governance) geraten dadurch in ein Spannungsfeld: Kriege zerstören nicht nur Infrastruktur, sondern auch Ökosysteme, destabilisieren Gesellschaften und treiben Emissionen massiv in die Höhe.

Scope 3.15: Der blinde Fleck

Die Klimastrategien der Versicherer stützen sich stark auf ihre Kapitalanlagen. Die durch Investments verursachten Emissionen, gemäß dem Greenhouse Gas Protocol als „Scope 3.15“ klassifiziert, sind oft wesentlich höher als jene aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Rüstungsinvestitionen stehen damit im direkten Widerspruch zu glaubwürdiger Klimapolitik.

Greenwashing auf Rüstungsniveau?

Die ESG-Prüfprozesse großer Versicherer bleiben oft vage. Ein Fonds darf laut EU-Richtlinie bis zu 20 % seiner Mittel in nicht-nachhaltige Bereiche investieren, auch in Rüstung. So können Produkte als „nachhaltig“ verkauft werden, obwohl sie sprichwörtlich Bomben mitfinanzieren.

Fazit: Verantwortung durch Kapital

Versicherer verwalten in Deutschland über 1,9 Billionen Euro, dementsprechend haben ihre Kapitalentscheidungen große Auswirkungen. Wer in Rüstung investiert, gibt damit auch ein ethisches Statement ab. Echte Nachhaltigkeit muss mehr sein als PR: Sie muss sich auch im Portfolio zeigen. Sonst bleibt ESG ein leeres Versprechen.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel, inklusive Stimmen aus der Branche.

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