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Neophytenentfernung im Ameisen-Moor: Riesen-Bärenklau

9. Juli 2025

 

Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Ende Juni gab es im Ameisen-Moor einen besonderen Arbeitseinsatz: An einer bestimmten Stelle musste der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) entfernt werden. Diese imposante Pflanze kann in Deutschland Höhen von 2 bis 3,5 Metern erreichen und wirkt auf den ersten Blick durchaus beeindruckend. Allerdings ist sie aus ökologischer Sicht äußerst problematisch. Der Riesen-Bärenklau gehört zu den invasiven Neophyten, stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und hat sich inzwischen in Deutschland sowie in vielen weiteren Regionen Europas stark ausgebreitet.

Warum muss die Pflanze entfernt werden?

Die Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus ist aus mehreren Gründen von hoher Bedeutung. Einerseits stellt er ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für Menschen dar: Sein Pflanzensaft enthält phototoxische Inhaltsstoffe, die bei Hautkontakt in Verbindung mit Sonneneinstrahlung schwere Verbrennungen, Blasenbildung und langanhaltende Hautschäden hervorrufen können. Besonders gefährdet sind Kinder und empfindliche Personen, da schon ein kurzer Kontakt mit der Pflanze schmerzhafte Reaktionen auslösen kann. Beim Entfernen der Pflanze ist daher das Tragen vollständiger Schutzkleidung, einschließlich Gesichtsschutz, dringend angeraten.

Zusätzlich wirkt sich der Riesen-Bärenklau auch negativ auf die Umwelt aus. Er wächst außergewöhnlich schnell und bildet dichte Bestände, die einheimische Pflanzenarten verdrängen und damit die Artenvielfalt deutlich verringern. Stirbt die Pflanze ab, bleibt der Boden häufig unbewachsen, wodurch das Risiko von Bodenerosion merklich steigt.

 

Der Moorbagger
Zerschnittene Wurzelknolle

Wie kann die Pflanze entfernt werden?

Aus diesen Gründen war ein rasches Eingreifen erforderlich, um eine weitere Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus zu verhindern. Um den direkten Kontakt mit der giftigen Pflanze zu vermeiden, kam für die Entfernung ein Moorbagger zum Einsatz. Neben dem Abschneiden der Blütendolden, die zahlreiche Samen enthalten, ist es entscheidend, auch die im Boden liegenden Wurzelknollen zu beseitigen. Bleibt die Knolle im Erdreich, treibt die Pflanze im Folgejahr erneut aus – selbst wenn der oberirdische Teil zuvor abgeschnitten oder gemäht wurde. Die wirkungsvollste Bekämpfungsmethode besteht daher darin, die Wurzelknolle vollständig auszugraben oder mindestens 10 bis 15 Zentimeter unterhalb des Vegetationspunkts sauber abzutrennen. Genau aus diesem Grund wurde an der betroffenen Stelle der Boden abgetragen, um die Knollen zuverlässig zu zerstören.

Da die Samen des Riesen-Bärenklaus über viele Jahre hinweg im Boden keimfähig bleiben, sind mehrjährige Nachkontrollen erforderlich, um neu aufkommende Pflanzen rechtzeitig zu entfernen.