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Renaturierung im Ameisen-Moor: Wasserpegel setzen für die Zukunft des Moores

18. Juni 2025

Analog zu unseren Renaturierungsarbeiten im Brandfilz konnten wir Anfang Juni auch im Ameisen-Moor insgesamt fünf Wasserpegel (Materialkosten von circa 4.000 €) aufbauen. Dieser Schritt ist zunächst wichtig, um den Ist-Stand und die Fluktuation der Grundwasserstände observieren zu können. Dies wiederum hilft dabei weitere Renaturierungsmaßnahmen zu planen und den Effekt dieser Anstauungsmaßnahmen zu quantifizieren. Die Pegelsetzung verlief dabei analog zu der Pegelsetzung im Brandfilz ab. Dieser Artikel baut auf dem dazugehörigen Blogbeitrag auf, in dem die Methodik näher beschrieben ist.

Edelmannbohrer

Der Edelmannbohrer

Um die Pegel zu setzen, müssen als erstes Löcher gebohrt werden. Dafür wird zunächst mit dem handbetriebenen Edelmannbohrer vorgebohrt. Der Edelmannbohrer ist ein klassisches Werkzeug für die Bodenuntersuchung und eignet sich besonders gut für weiche, feuchte Böden wie Moore. Durch seine spezielle Form kann der Bohrer Bodenproben entnehmen, ohne das Bodenprofil stark zu beschädigen. Allerdings ist das Instrument nicht optimal geeignet, um die Schichtung des Bodens zu erkennen.

 

Moorklappsonde

Moorklappsonde zeigt den Übergang Torf (links) zu Seeton (rechts)

Deshalb wird anschließend mit der ebenfalls handbetriebenen Moorklappsonde nachgebohrt. Die Moorklappsonde ist speziell für den Einsatz in Mooren entwickelt worden. Sie ermöglicht es, Bodenproben aus größeren Tiefen zu entnehmen und das Bodenprofil zu analysieren. Die Sonde kann dabei geöffnet werden, um das Bodenmaterial aufzunehmen, und anschließend wieder verschlossen werden, um die Probe an die Oberfläche zu bringen. So lassen sich die verschiedenen Schichten des Moores genau dokumentieren, was für die Festlegung der Pegeltiefe entscheidend ist, da es wichtig ist, die gesamte Torfschicht zu durchdringen, um den Grundwasserstand zuverlässig messen zu können.

 

Filtermaterialien

Filtersand (unten) und Quellton (oben)

In die entstehenden Löcher werden dann die Filterrohre unter Zusatz der drei verschiedenen Filtermaterialen Filterkies, Filtersand und Quellton (in dieser Reihenfolge) eingeführt. Filterkies sorgt für eine grobe Vorfilterung von Sedimenten und Schwebstoffen und verhindert, dass diese größere Partikel in das Filterrohr gelangen. Filtersand dient als feinere Filterschicht und hält kleinere Sedimente zurück. Außerdem wird so ein gleichmäßiger Grundwasserzufluss in das Filterrohr gewährleistet. Wie der Name schon sagt quillt der Quellton bei Kontakt mit Wasser auf und verschließt das Bohrloch zuverlässig. Dadurch wird ein ungewollter Wasseraustausch zwischen Oberfläche und Messstelle verhindert, was die Genauigkeit der Grundwassermessung erhöht.