Rettung der Moore: Wiedervernässung für das Klima und die Artenvielfalt
Um die Klimaschutz- und ökologische Funktion der Moore zu erhalten oder wiederherzustellen, ist die Wiedervernässung entscheidend. Mit dieser Klimaschutzmaßnahme kann die typische Biodiversität des Lebensraums Moor in großen Teilen wiederhergestellt werden. Arten, die an naturnahe Moore angepasst sind, finden in entwässerten Mooren kaum geeignete Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen. Wiedervernässte Moore gewinnen daher eine zentrale Bedeutung für die Ansiedlung moortypischer und moorspezifischer Arten. Sie dienen nicht nur als Lebensraum, sondern auch als wichtige Vernetzungsstandorte und Nahrungsquellen.
Am Anfang jeder Moorrenaturierung stehen moorökologische Gutachten, die die Ausgangsbedingungen analysieren und Empfehlungen für geeignete Maßnahmen geben. Diese Gutachten helfen, die Ansiedlung moortypischer Vegetation zu fördern. Dabei erfolgt eine umfassende Erhebung der Vegetation und Fauna, eine Analyse des Bodens inkl. Bestimmung der Torfmächtigkeit sowie die Erfassung des Entwässerungssystems und der Wasserpegel im Boden.
Nach Abschluss des Gutachtens kann mit der Renaturierung gestartet werden. Ein zentraler Ansatz ist das Verfüllen von ehemaligen Entwässerungsgräben, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren und ein weiteres Austrocknen des Bodens mit darin enthaltenem Torf zu verhindern. Maßnahmen wie das Entfernen von Fichten, die für ihr Wachstum große Mengen Wasser benötigen, erhöhen die Wasserverfügbarkeit zusätzlich. Der Wasserspeicher des Moores kann außerdem durch den Bau von Dämmen und Senken zusätzlich erweitert werden.
Zur Überwachung des Erfolgs dieser Maßnahmen werden Pegelmessungen eingesetzt, um die Entwicklung der Moorwasserstände beobachten zu können. Ziel ist es, ausreichend Wasser in nassen Zeiten zu speichern, um Trockenperioden auszugleichen und den Wasserpegel im Boden somit das ganze Jahr über konstant zu halten. Langfristig ermöglicht die Renaturierung von Mooren damit nicht nur die Rückkehr typischer Pflanzen wie des rundblättrigen Sonnentaus (im Bild zu sehen), sondern auch anspruchsvollerer Arten wie (Torf-)Moosen und Seggen.