Moorzerstörung: Vom Energielieferanten zum Energiekiller
Moore waren für den Menschen lange „lebensfeindlich“, unzugänglich und weitgehend unberührte Wildnis. Während der Industrialisierung wurden Moore jedoch für die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung zunehmend entwässert. Seit Jahrhunderten wird Torf abgebaut, sei es zur Energiegewinnung durch Verbrennung oder als Blumenerde. Besonders im 18. Jahrhundert erlangte Torf in Norddeutschland große Bedeutung als Energieträger, da Holz auf Grund seiner intensiven Nutzung als Energiequelle oder Baumaterial sowie des Gebrauchs in der Industrie knapp wurde. Auch heute spielt Torf in Ländern wie Finnland, Irland und Belarus eine wichtige Rolle bei der Strom- und Wärmeerzeugung. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts findet Torf zudem immer häufiger Anwendung im Gartenbau.
Die verbliebenen Moorlebensräume und damit viele der hochspezialisierten, moortypischen Tier- und Pflanzenarten sind deswegen heute stark gefährdet. In Deutschland wurden insgesamt bereits 98% aller Moore trockengelegt, über zwei Drittel dieser Flächen werden dabei für die Tierhaltung genutzt.