Moorwirtschaft neu gedacht: Klima retten, nachhaltig nutzen
Auch die landwirtschaftliche Nutzung von nassen Mooren ist möglich und bietet Potenzial. Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung nasser Moorflächen wird dabei Paludikultur („Palus“ = „Sumpf“) genannt. Alternativen zum Anbau von Mais oder Kartoffeln auf entwässerten Moorböden kann bspw. der Anbau von nässeverträglichen Pflanzen wie Rohrkolben, Schilf oder Seggen sein. Diese Arten wachsen auch bei naturnahen Wasserständen in nicht entwässerten Mooren, durch die der Torf im Boden erhalten bleibt. Eine weitere Möglichkeit, Moore gleichzeitig wiederzuvernässen und weiterhin landwirtschaftlich zu nutzen, ist die Beweidung mit angepassten Tierarten, wie bspw. dem Wasserbüffel. Durch Maßnahmen wie diese kann der Klimaschutzeffekt der Moore erhalten bleiben.
Die Förderung von Paludikulturen und Moorbodenschutz wird in Deutschland intensiv unterstützt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziert Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Modellvorhaben mit jährlich rund 10 Mio. Euro über 10 Jahre, um nachhaltige Nutzungskonzepte für wiedervernässte Moorböden zu entwickeln. Parallel dazu setzt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) mit dem Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ auf umfassende Maßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen aus Moorböden. Ziel ist es, diese bis 2030 um 5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu senken, wofür jährlich etwa 300 Mio. Euro an Fördermittel geplant ist.