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Wenn der Biber die Bauplanung übernimmt

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Bestand der Eurasischen Biber (Castor fiber) deutlich erholt, nachdem er im 19. Jahrhundert fast vollständig ausgerottet wurde. Diese faszinierenden Tiere leben an stehenden oder langsam fließenden Gewässern in Ufernähe. Durch ihr charakteristisches Verhalten, wie das Fällen von Bäumen und das Stauen von Bächen, schaffen sie für sich und zahlreiche andere Pflanzen und Tiere wertvolle Lebensräume.

In einem der Moorseen der Greensurance Stiftung in Weilheim haben sich sehr zu unserer Freude ebenfalls Biber niedergelassen. Biber sind ein wichtiger Teil des Ökosystems See fühlen sich an den Moorseen der Greensurance Stiftung offensichtlich sehr wohl. So wurde der Moorsee bspw. regelmäßig durch den Biber angestaut. Regelmäßig deshalb, weil der Damm  immer wieder durch Unbekannte zerstört wurde und der Biber so immer wieder neu bauen musste. Da die damit einhergehende Fluktuation des Wasserspiegels in der Renaturierung eher kontraproduktiv ist und die Etablierung von moortypischen Arten erheblich verlangsamt oder sogar verhindert, hat die Greensurance Stiftung Anfang des Jahres einen Teichmönch im Ablauf des Sees installiert. Dieser soll den Wasserstand des Sees stabilisieren, unabhängig von Biberdämmen und deren Zerstörung.

In den letzten Monaten seit der Installation des Teichmönchs hat sich der Biber allerdings unermüdlich einen Umweg um den Teichmönch gegraben, indem er vor dem Teichmönch die Böschung hinauf krabbelte und hinter dem Teichmönch die Böschung hinabrutschte. Dabei wurde so viel Erde abgegraben, dass sich langsam ein zweiter, kleinerer Kanal um den Teichmönch bildete, der in naher Zukunft das Wasser aus dem See hätte abfließen lassen können. Dies hätte die bisherigen Renaturierungserfolge am Moorsee zunichte gemacht.

 

Deshalb wurden die Seitenwände des Ablaufes nun mit Hilfe eines Baggers mit Totholz aus dem Moor verstärkt. Diese Maßnahme sorgt dafür, dass der Biber nun einige Meter vorher, direkt am Seeufer, aussteigen muss, anstatt wie zuvor im Ablauf des Sees. Hierdurch wird die Bildung eines weiteren Kanals verhindert und die Funktion des Teichmönchs zur Regulierung des Wasserstands bleibt erhalten. Die Renaturierung kann also fortschreiten, ohne den Lebensraum des Bibers unnötig einzuschränken. Diese Lösung fördert das harmonische Zusammenleben von Natur und Mensch, während sie gleichzeitig den Schutz des Moores gewährleistet. Denn der Biber soll und darf im Moorsee gerne bleiben!

Mit Totholz verstärkte Seitenwände des Ablaufes