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Aktive Renaturierung an den Weilheimer Moorseen

7. August 2024

Förderung des natürlichen Klimaschutzes durch lokale Renaturierungsmaßnahmen in Weilheim i.OB

Sommerpause? Nicht in der Renaturierung bei der Greensurance Stiftung. Diese Woche fand ein Arbeitseinsatz an den Weilheimer Moorseen statt. Das Ziel? Die Entfernung des Springkrauts, dass sich in den letzten Jahren dort angesiedelt hat.

Genauer gesagt handelt es sich hier um das Drüsige Springkraut, Impatiens glandulifera (Royle), das um ca. 1840 als Zier- und Gartenpflanze von England nach Deutschland eingeführt wurde. Besonders gerne verbreitet sich das Springkraut in Uferbereichen von Wasserkörpern, so wie es bei der Greensurance Stiftung der Fall ist. Seinen Namen verdankt das Springkraut den Schleuderfrüchten, die es zur Aus- und Verbreitung produziert. Hierzu platzt die Frucht bei Reife auf und schleudert die Samen mit hoher Geschwindigkeit bis zu sieben Meter weit.

Springkraut gehört in Deutschland zu den Neophyten. Neophyten etablieren und verbreiten sich in Gebieten, in denen sie nicht ursprünglich vorkommen. Im Falle des Springkrauts kann dies in offenen und halboffenen Feuchtlebensräumen wie Sümpfen, Rieden, Röhrichten unter anderem zu einer Veränderung der Artenzusammensetzung führen.

Springkraut überwuchert als Neophyt einheimische und moortypische Pflanzenarten an den Weilheimer Moorseen

Nach der Installation des Teichmönchs als Anstauungsmaßnahme im Winter 2023/2024 zur Regulierung des Wasserstandes herrschen an den Moorseen der Greensurance Stiftung nun eigentlich gute Bedingungen für das Wachstum von Moor- und Moosarten. Diese sind für die Funktionen des Moors im Rahmen des natürlichen Klimaschutzes essenziell. Durch die Ausbreitung des Springkrauts kann die Etablierung der Moorarten allerdings negativ beeinflusst werden. Um den im Moor heimischen Arten bessere Bedingungen für die Etablierung und Verbreitung zu ermöglichen, muss das Springkraut daher entfernt werden – noch bevor sich die Fruchtkapseln öffnen.

Mit Sensen machte die Greensurance Stiftung dem Springkraut also kurzen Prozess. In einem Arbeitseinsatz wurde fast das komplette Süd-Ost-Ufer vom Springkraut befreit. Das Schnittgut wurde liegengelassen, da sich zu diesem Zeitpunkt noch keine Fruchtkapseln gebildet hatten. Das restliche Springkraut soll in den kommenden Tagen und Wochen entfernt werden. Außerdem muss kontrolliert werden, ob das Springkraut nach der Entfernung in diesem Jahr erneut nachwächst. In diesem Falle werden erneute Arbeitseinsätze nötig sein, um die Verteilung der Samen zu verhindern.

Nach dem Sensen des Springkrauts ist der Moorsee wieder sichtbar und moortypische Arten haben die Chance, sich auszubreiten

Der gesamte Arbeitseinsatz wurde ausschließlich mit Sensen, ohne die Hilfe von motorbetriebenem Werkzeug verrichtet. Eine Zeitrafferaufnahme der Renaturierung sowie weitere Bilder und Videos finden Sie in unserem Linked-In Post.

Sie wollen die Renaturierung degradierter Moorflächen unterstützen? Dann werden Sie MoorPate bzw. MoorPatin und/oder spenden an die Greensurance Stiftung. Sie sind ein Unternehmen und möchten Klimaschutzmaßnahmen im Moor unterstützen? Gerne organisieren wir einen Arbeitseinsatz mit Ihnen im Moor. Alternativ können Sie uns auch gerne mit einer Spende bzw. einem Sponsoring unterstützen. Kontaktieren Sie uns hierfür gerne unter kontakt@greensurance-stiftung.de oder 0881-924533377. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

Weitere Informationen zu Springkraut finden Sie hier.