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Die Top 10 der Vermeidungs-Tipps

1. Das Flugzeug meiden

Fliegen ist die klimaschädlichste Fortbewegungsart: Ein Flug von Berlin nach Los Angeles produziert 5,9 Tonnen CO2 Emissionen. Das entspricht mehr als der Hälfte der Emissionen, die ein deutscher Bundesbürger im gesamten Jahr produziert (11,6 Tonnen CO2/Jahr). Zum Vergleich: Der global-nachhaltige pro Kopf-Ausstoß liegt bei jährlich 2,5 Tonnen CO2 pro Weltbürger. Planen Sie Ihren Urlaub daher so, dass Sie Ihr Ziel klimafreundlich per Bus, Bahn, Rad oder notfalls mit dem Auto erreichbar ist. Inspirationen finden Sie bei Veträglich Reisen oder forum anders Reisen e.V.

Besonders Kurzstreckenflüge sind leicht durch die Nutzung von Bahn, Auto oder Fernbus zu ersetzen. Eine Bahnfahrt hat zudem folgende Vorteile: höhere Flexibilität, zentrale Lage der Bahnhöfe und mehr Bewegungsfreiheit sowie die Nutzung elektronischer Geräte während der Fahrt, oft kostengünstiger (VCD Bahntest 2012/13 und VCD Bahntest 2013/2014) und immer klimafreundlicher! 

Aber nicht nur wir fliegen, sondern auch viele unserer Waren: Der Apfel aus Neuseeland, Wein aus den USA, Ananas aus Brasilien, Teakholz aus Indonesien. Alle diese Produkte sind mit hohen Emissionen aufgrund der Einfuhr aus Übersee verbunden. Auch aus diesem Grund sollten wir regionale Ware bevorzugen.

(Quellen: eigene Berechnungen; greensFAIR Emissionsrechner 2014)

2. Zu Ökostrom wechseln

Die einfachste und schnellste Möglichkeit viele Emissionen zu sparen, ist der Wechsel zu einem Ökostromanbieter! Damit fördern Sie erneuerbare Energien und eine emissionsarme und klimaverträgliche Energieproduktion. Der Begriff Ökostrom ist jedoch rechtlich nicht geschützt. Daher sollten Sie bei der Wahl des Ökostromanbieters sicherstellen, dass dieser den Ausbau neuer Anlagen fördert. Denn nur so wird die Gesamtmenge der erneuerbaren Energien im deutschen Strommix erhöht. Bei der Beurteilung helfen folgende Siegel: ok Power steht für eine vertrauenswürdige und transparente Zertifizierung von Ökostrom mit echtem Zusatznutzen für die Umwelt und das Grüner Strom Label garantiert 100 % echten Ökostrom und Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien. Ein Jahr Ökostrom statt konventioneller Energie aus der Steckdose spart 657 kg CO2.

(Quellen: oekom Verlag 2013: Klimasparbuch München 2014, 50)

3. Heizkosten senken

Ungefähr 18% der durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen von 11,6 Tonnen CO2 gehen auf das Konto der Heizung, das sind 2,09 Tonnen CO2 pro Person alleine dafür, dass wir es warm genug in unseren Wohnungen haben. Dies lässt sich mit einfachen Maßnahmen verringern, wenn erst mal die Haupt-CO2-Treiber ausgemacht sind. Hauseigentümer sollten unbedingt die Heizungspumpe checken: durch das Auswechseln einer alten Pumpe gegen eine effizientere neue – und da kommt nur eine elektronisch geregelte in Frage – lassen sich im Durchschnitt 294 kg CO2-Emissionen und 130 € an Stromkosten pro Jahr in einem Einfamilienhaus einsparen. Da freut sich nicht nur das Klima! Bei Sanierungsmaßnahmen sollte die Energieeffizienz als Kriterium betrachtet werden: Gut isolierende Fenster und eine vernünftige Wärmedämmung sowie eine richtig dimensionierte und optimal eingestellte Heizung senken ebenfalls die Kosten und die Emissionen. Auch als Mieter können Sie aktiv werden: Achten Sie auf die Raumtemperatur und sorgen Sie für dichte Fenster! Weitere Informationen dazu gibt es beispielsweise bei Grünspar.

(Quellen: eigene Berechnungen; oekom Verlag 2013: Klimasparbuch München, S.60; Öko-Instiut e.V.2010: CO2-Einsparpotenziale für Verbraucher, S. 5)

4. Das Auto stehen lassen

Das Auto trägt mit durchschnittlich 14% zur CO2-Klimabilanz des Bundesbürgers bei. Auf kurzen Strecken heißen die emissionsarmen Alternativen: zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV. Auf längeren Strecken bietet sich die Bahn an. Diese ist klimafreundlicher, bietet mehr Bewegungsmöglichkeiten im Zug und mehr Arbeitszeit während der Reise.

Ist ein Ausweichen auf andere Verkehrsmittel nicht möglich, gibt es dennoch Wege Emissionen zu vermeiden: Mit Carsharing, einer sparsamen Fahrweise und effizienten Fahrzeugmodellen (d.h. ein Verbrauch unter 90 g CO2/ km). Sparsame Autos finden Sie bei der VCD Auto-Umweltliste. Eine effiziente Fahrweise beinhaltet z.B. Sitzheizung und Klimaanlage ausstellen, bei niedriger Drehzahl und vorrausschauend fahren. Eine effiziente Fahrweise spart bei 15.000 km 700 kg CO2 und 450 €.

(Quelle: ekom Verlag 2012: Klimasparbuch München, S.40; Öko-Instiut e.V. 2010: CO2-Einsparpotenziale für Verbraucher, S. 5)

5. Zum Stromsparfuchs werden

Kühlschrank, Kaffeemaschine, Fernseher, Drucker, Laptop, Waschmaschine, Geschirrspüler und viele andere Geräte hat fast jeder Bundesbürger zu Hause. Alle strombetrieben! Da ist es kein Wunder, dass der Stromverbrauch 6,9 % unserer CO2-Emissionen ausmacht.
Daher sollten Sie bei Neuanschaffungen auf die Energieeffizienzklasse achten. Ersetzen Sie eine Waschmaschine der Energieeffizienzklasse C durch eine der Energieeffizienzklasse A+++ aus und sparen Sie dadurch jährlich 77 kg CO2 und 32€. Informationen und sparsame Geräte finden Sie bei EcoTopTen oder achten Sie auf das Umweltzeichen »Der Blaue Engel«.
Und sagen Sie Goodbye zu Standby: Viele Geräte sind im Standby-Modus unnötige Stromfresser. Nutzen Sie dazu Steckdosenleisten oder Zeitschaltuhren. Ausschaltbare Steckdosenleisten wie den „Money Saver“ finden Sie beispielsweise bei Memo.

(Quelle: oekom Verlag 2013: Klimasparbuch München, S.52; Öko-Instiut e.V.2010: CO2-Einsparpotenziale für Verbraucher, S. 5)

6. Weniger Fleisch essen

Bei der Produktion von Fleisch entstehen große Mengen an Treibhausgas-Emissionen. Insbesondere die Herstellung von Rindfleisch ist sehr ressourcenintensiv (Fläche, Wasser etc.) und es werden große Mengen an Methan freigesetzt, welches um 23-mal klimaschädlicher ist als CO2. Zur Produktion von 1 kg Rindfleisch (konventionell) benötigt man 15.415 Liter Wasser und es entstehe durchschnittlich 15,5 kg Co2e. Im Vergleich produziert 1 kg frische Kartoffeln nur 0,199 kg CO2.

Werden Sie Veganer oder Vegetarier, wenn Sie Lust haben. Wenn das nicht geht: Es hilft schon den Sonntagsbraten wieder einzuführen und mit Genuss mehr Fleisch in Bio-Qualität zu essen. Weniger Fleisch zu essen ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern wirkt sich auch positiv auf die eigene Gesundheit aus. Ein Kilogramm weniger Rindfleisch pro Woche spart jährlich 700 kg CO2.

(Quelle: oekom Verlag 2013: Klimasparbuch München, S.14, Öko-Instiut e.V.2010: CO2-Einsparpotenziale für Verbraucher, S. 43; Hoekstra 2012: The hidden water resource use behind meat and dairy, S. 5; Öko-Institut e.V. 2007: Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln, S. 5)

7. Regional, saisonal und bio kaufen

Unsere Ernährungsweise trägt mit ca. 1,76 t CO2 zu unserer persönlichen Klimabilanz bei. Durch den Kauf von Bio-Produkten können Sie im Durchschnitt 15 % an Emissionen  einsparen; bspw. beim Kauf von Bio-Tomaten 111 g CO2 pro Kilo. Bioprodukte gibt es in vielen Biosupermärkten oder auch direkt nach Hause geliefert – mit der Biokiste. Unter http://www.biokisten.org/ können Sie einen Anbieter in Ihrer Region finden.

Aber auch durch den Kauf von regionaler Ware können Sie Ihre Klimabilanz klimafreundlicher gestalten.  Ein regionales Bier statt einem internationalen spart jedesmal um die 450 g CO2 Emissionen ein.

Kaufen Sie saisonal,  damit verhindern Sie lange Transportwege und ressourcenintensive Anbaumethoden (wie bspw. Erdbeeren in Treibhausaufzucht oder ägyptische Bio-Kartoffeln mit hohem Wassereinsatz). Saisonkalender wie der des Rats für Nachhaltige Entwicklung oder der des  aid infodienst für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. helfen Ihnen dabei!

(Quellen: eigene Berechnungen; Öko-Instiut e.V. 2010: CO2-Einsparpotenziale für Verbraucher, S.5 & 47; IFEU 2009: Ökologische Optimierung regional erzeugter Lebensmittel: Energie- und Klimagasbilanz, S. 33; Öko-Instiut e.V. 2007: Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln, S. 5)

8. Müll reduzieren

Bei Müll ist weniger mehr! Achten Sie beim Einkauf von Produkten und Lebensmitteln auf die Verpackung, denn diese sind bereits durch den Einsatz fossiler Energieträger wie Erdöl bei der Herstellung klimaschädlich. Und auch in der Entsorgung werden durch die Verbrennung von Abfällen häufig klimaschädliche Gase freigesetzt! Also werden durch Reduktion von Müll unnötige Emissionen eingespart. Entstandener Müll wie Glas, Plastik und Papier sollte recycelt werden.

Vermeiden Sie auch die Verschwendung von Essen: Jedes dritte Lebensmittel landet im Müll. Das sind im Jahr 81,6 kg an Nahrungsmitteln pro Bundesbürger. Eine sinnlose Verschwendung an Ressourcen, wenn man bedenkt, dass viele Menschen auf der Welt Hunger leiden. Nutzen Sie dieses Reduktionspotential für Emissionen!

(Quelle: BELV 2012: Ermittlung der Mengen weggeworfener Lebensmittel und Hauptursachen für die Entstehung von Lebensmittelabfällen in Deutschland, S. 3)

9. Klimaschutz – auch bei Bank und Versicherung

Legen Sie Ihr Geld bei einer Bank an, welche mit Ihrem Geld ökologische Projekte unterstützt. Mittlerweile gibt es umweltfreundliche Banken wie die GLS Bank, die Triodos Bank oder die UmweltBank, die Ausschlusskriterien gegenüber Kinderarbeit, Atomkraft und Gentechnik besitzen und Ihr Geld in nachhaltige Projekte investieren (bspw. Kindergärten, Ökologische Landwirtschaft). Auch bei Ihrer Versicherung sollten Sie auf ein nachhaltiges Versicherungsmodell achten.

10. Konsumieren Sie nachhaltig

Ganze 25%, d.h. ein Viertel unserer Emissionen gehen auf das Konto von sonstigem Konsum wie Kleidung, Papier, Möbel. Das sind durchschnittlich 2,9 Tonnen CO2. Die gute Nachricht: Es gibt viele Wege nachhaltiger zu konsumieren.
  • Achten Sie auf Labels wie z.B. FSC für Holz, Fairtrade für Lebensmittel oder GOTS für Kleidung. Informationen finden Sie in unserem Bio-Siegelratgeber.
  • Kaufen Sie energieeffiziente und langlebige Produkte, die wenig Müll produzieren. Dabei hilft Ihnen der Blaue Engel oder auch die Seite EcoTopTen.
  • Es muss auch nicht immer neu sein: Auf Versteigerungsportalen wie ebay oder auf Flohmärkten in Ihrer Stadt finden Sie gebrauchte Bücher, Kleidung, Möbel und mehr.
  • Leihen Sie sich Dinge, die nicht jeder selbst besitzen muss, bspw. bei LifeThek oder erhöhen Sie die Wertschätzung durch Reparieren statt Neukauf, z.B. mit Sugru.
  • Öko sieht gut aus: Tragen Sie Kleidung aus Faserpflanzen wie Hanf oder Leinen, die umweltschonende Alternativen zu synthetischen Fasern sowie zur wasserintensiven Baumwolle darstellen. Mittlerweile gibt es viele Anbieter wie z.B. hessnatur oder Maas Naturwaren.
  • Weitere nachhaltige Produkte finden Sie z.B. bei Memo und im Avocadostore.

(Quelle: Öko-Instiut e.V. 2010: CO2-Einsparpotenziale für Verbraucher, S.5 & 10)